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Bitkom begrüßt Aus für Störer-Haftung

Öffentliche kostenlose WLAN-Netze sind zwar beliebt, bergen teils aber auch einige gefahren. Manche dieser Netze werden als Falle von Cyberkriminellen ausgeworfen, um Zugang auf dei Geräte von Passanten zu bekommen. Abb.: Kaspersky
Öffentliche kostenlose WLAN-Netze sind in Deutschland bis heute vergleichsweies wenig verbreitet. Abb.: Kaspersky

Erleichterungen für Betreiber und Nutzer erwartet

Berlin, 11. Mai 2016. Der Digitalverband „Bitkom“ hat das von der CDU-SPD-Bundeskoalition in Berlin geplante Ende der deutschen Störer-Haftung für WLAN-Internetnetze begrüßt. „Die Abschaffung der Störerhaftung wird zu spürbaren Erleichterungen für die Betreiber und Nutzer öffentlicher WLAN-Netze führen“, prognostizierte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Für die Betreiber öffentlicher WLAN-Hotspots herrscht nun endlich Rechtssicherheit. Sie laufen nicht mehr Gefahr, für Rechtsverletzungen der Nutzer haften zu müssen.“

Betreiber mussten bisher für Nutzer mithaften

Wer in Deutschland ein öffentlich zugängliches Internet-Funknetz betreibt, musste in der Vergangenheit damit rechnen, für Rechtsverstöße von Netznutzern als helfender „Störer“ mitzuhaften. Beispiel: wenn Gäste im Café-WLAN beispielsweise illegale Filmkopien gesaugt hatten. Dieses Störerhaftungs-Prinzip entstand vor allem durch eine Folge von Urteilen, also durch ständige Rechtssprechung. Später nahm der Bund von dieser Haftung ausdrücklich die großen Internet-Provider wie die Telekom aus.

Verfechter eines freien Internets, aber auch Wirtschaftvertreter hatten in der Vergangenheit aber gefordert, die deutsche Störer-Haftung ganz abzuschaffen. Ein Hauptargument war die Rechtsunsicherheit für die WLAN-Betreiber. Zudem sind in deutschland im internationalen Vergleich nur recht wenige öffentliche WLAN-Internetzugangspunkte frei und unkompliziert zugänglich.

Zudem hatte auch der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof im März die deutschen Regelungen de facto als ungeeignet eingestuft.

Positive Resonanz auch in Sachsen

Auch in Sachsen stießen die neuen Koalitions-Pläne auf ein positives Echo: „Damit ist der Weg für ein offenes, frei zugängliches WLAN endlich frei“, kommentierte Digitalisierungs-Staatssekretär Stefan Brangs (SPD). „Das passt in eine digitale Welt und ist auch ein gutes Signal für Gaststätten, Hotels, Kneipen oder touristische Einrichtungen in Sachsen ein freies offenes WLAN anzubieten. Ich hoffe, dass auch viele Gemeinden dem Beispiel folgen und WLAN-Hotspots einrichten werden.“

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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