Schutzhose aus Sachsen gegen wütende Wildschweine

Textilforscher wirken Prallschutz-Kleidung gegen Keiler-Angriffe
Chemnitz, 23. Februar 2026. Um Jäger und Förster besser gegen die Angriffe wütender Wildschweine abzusichern, hat das Sächsische Textilforschungsinstitut (STFI) in Chemnitz eine Anti-Keiler-Schutzhose gewirkt. Die soll nicht nur den Aufprall eines Keilers oder einer Bache deutlich mindern, sondern die Waldarbeiter auch gegen Stiche und Schnitte der Hauer schützen. Die Chemnitzer wollen ihre Hose auf der Messe „Techtextil 2026“ in Frankfurt am Main vorstellen.
„Hohe Gefährdungen durch Prallverletzungen“
„Insbesondere in der Forst- und Jagdwirtschaft sind Arbeitskräfte hohen Gefährdungen durch Prallverletzungen ausgesetzt, die aus Angriffen von Schwarzwild resultieren“, sind die Textilforscher überzeugt. In ihre Hose für Jäger und Förster haben sie daher spezielle Prallschutz-Gewirke eingebettet, die die Schlagverletzungen durch ein anrennendes Wildschwein um bis zu 20 Prozent vermindern sollen. „Stich- und Schnittschutz sind ebenso gewährleistet“, versichern die Forscher. „Jäger und Forstarbeiter müssen so eine Begegnung mit Schwarzwild während ihres Einsatzes im Wald weniger fürchten.“
Angriffe auf Menschen sind selten – können aber tödlich enden
Hintergrund: Wildschweine greifen Menschen zwar nur selten an, aber wenn es dazu kommt, können die Folgen fatal sein: Ende 2017 griff beispielsweise ein Keiler in Vorpommern einen 50-jährigen Jäger an und tötete ihn. Im März 2016 verletzte ein angeschossenes Wildschwein mit seinen Hauern nahe Lübeck einen Stadtjäger am Oberschenkel. In Heide verletzten aggressive Wildschweine vier Menschen.
Die Schweine profitieren vom Klimawandel
Dass Begegnungen zwischen Mensch und Schwarzwild zunehmen, liegt laut dem deutschen Jagdverband auch am Klimawandel: Die Wildschweinpopulation wachse durch die wärmeren Winter schneller als früher. Zudem habe „der Mensch die Kulturlandschaft massiv umgestaltet“, heißt es aus dem Verband. „So stieg die Anbaufläche von Raps und Mais in diesem Zeitraum um das 26-fache, der Ertrag pro Fläche – und damit die verfügbare Wildschweinnahrung – hat sich auf deutschen Feldern nahezu verdreifacht. Zudem sorgt der derzeit laufende Umbau zu naturnahen Wäldern mit hohem Buchenanteil in den nächsten Jahrzehnten großflächig für weitere Nahrung.“ Die Jäger warnen daher: „Europaweit ist das Wildschwein auf dem Vormarsch.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen STFI, Fokus, Deutscher Jagdverband

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