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Sachsen wollen Astrolabor statt Atommüll

Die DZA-Astrophysiker würden gern ein großes , unterirdisches Graviationswellen-Teleskop in der Lausitz bauen. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt
Die DZA-Astrophysiker würden gern ein großes , unterirdisches Graviationswellen-Teleskop in der Lausitz bauen. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt

Endlager wäre schlecht fürs neue Großforschungszentrum

Dresden/Hoywoy, 13. November 2025. Weil das neue Deutsche Großforschungszentrum für Astrophysik (DZA) im Dreieck zwischen Hoyerswerda (Hoywoy), Bautzen und Kamenz ein absolut störungsfreies unterirdisches Labor bauen will, soll die Lausitz aus der Suche nach einem Endlager für Atommüll ausscheiden. Darum hat der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) in einem Schreiben an die Bundesgesellschaft für Endlagerung gebeten.

Minister: Wissenschaftliche Nutzung und Endlager stehen im Widerspruch

„Die wissenschaftliche Nutzung und die damit verbundenen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Region Lausitz stehen im eindeutigen Widerspruch zu einer möglichen Nutzung des Gebietes als Endlager“, argumentiert Gemkow. „Darauf habe ich die Bundesgesellschaft für Endlagerung hingewiesen. Ich gehe davon aus, dass dies im weiteren Prozess auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager in Deutschland berücksichtigt wird.“

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow vor dem Fraunhofer CNT 2.0. Foto: Heiko Weckbrodt
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. Foto: Heiko Weckbrodt

DZA will Einstein-Teleskop in die Lausitz holen

Hintergrund: Das DZA ist das mit Abstand größte Einzelprojekt, mit dem Bund und Ländern der Lausitz eine Perspektive für die Zeit nach dem Kohleausstieg eröffnen wollen. Insgesamt sind dafür 1,2 Milliarden Euro Zuschüsse eingeplant. Das neue Zentrum soll seinen Hauptsitz in Görlitz bekommen und eine Außenstelle tief im Lausitzer Granit: Mit dem „Low Seismic Lab“ wollen die Astrophysiker unter anderem die Chancen für ein unterirdisches Schwerkraft-Teleskop und andere Instrumente ausloten, die auf eine erschütterungs- und störungsfreie Umgebung angewiesen sind. Zentrales Prestigeprojekt ist dabei das Bemühen der Sachsen, die Lausitz als Standort für das sogenannte „Einstein“-Gravitationswellenteleskop durchzusetzen. Ein mögliches Endlager für die radioaktiven Reststoffe aus deutschen Atomkraftwerken würde diese Bemühungen mit hoher Wahrscheinlichkeit torpedieren.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SMWK, Oiger-Archiv, Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger