Sachsen angelt nach Bundes-Bauforschungszentrum für die Lausitz
In der Kohleregion wächst ein Netzwerk aus Bauforschungs-Einrichtungen

Görlitz/Dresden, 22. August 2025. Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) hofft, nach der „Construction Future Lab gGmbH“ (CFLab) der TU Dresden künftig auch ein Bundes-Bauforschungszentrum in der Lausitz anzusiedeln. Das hat die Ministerin heute beim symbolischen ersten Spatenstich für das DFLab-Versuchsgelände in Görlitz avisiert.
Regionalministerin: Wir brauchen einen Innovationssprung
„In der Bauwirtschaft fehlen Fachkräfte, die Kosten steigen und wir wollen schneller sowie nachhaltiger bauen. Dafür brauchen wir einen Innovationssprung“, betont Kraushaar. „Das Construction Future Lab soll hier baldmöglichst einen wichtigen Nachbarn bekommen: Wir wollen, dass das Bauforschungszentrum des Bundes ebenfalls in die Lausitz, konkret nach Bautzen kommt.“ Sie verweist auf die wachsende Bautechnologie-Expertise ringsum: „Mit dem Exzellenzcluster Dare für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen in Dresden, einem Bauforschungszentrum des Bundes in Bautzen und dem Construction Future Lab in Görlitz wird es im Osten Sachsens eine starke Forschungslandschaft für das Bauen geben, das der Bauwirtschaft in ganz Deutschland Aufwind geben wird.“
CFLab-Chef sieht „massive Herausforderungen“
„Die Bauindustrie in Deutschland steht vor massiven Herausforderungen: Sie ist eine der am wenigsten digitalisierten Branchen, leidet unter akutem Fachkräftemangel und trägt erheblich zu den globalen CO₂-Emissionen bei“, argumentiert CFLab-Geschäftsführer Prof. Jürgen Weber. „Der aktuell geringe Automatisierungsgrad führt zu langen Bauzeiten, erhöhten Kosten und damit auch zu steigenden Preisen für Wohnraum. Mit dem Construction Future Lab schaffen wir in Görlitz einen Ort für Wissenstransfer und Partizipation, der Unternehmen, Start-ups, Forschende und Auszubildende zusammenbringt.“
Bund und Land verbinden mit solchen und weiteren Projekten auch regionalpolitische Wünsche: Mit ihren Fördergeldern wollen sie der Lausitz und weiteren Tagebau-Regionen den Ausstieg aus der Braunkohle erleichtern. Als Leuchtturm-Vorhaben in Sachsen gelten dabei unter anderem die Chemieforschung im Leipziger Raum sowie mehrere Vorhaben für die Energie-, Wasserstoff- und Bauwirtschaft in der Lausitz.
Autor: hw
Quellen: Smil, Oiger-Archiv

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