Photonikbranche sieht Trendwende

Nach deutscher Wirtschaftsflaute rechnet Spectaris-Verband wieder mit 3 % Wachstum
München/Berlin/Dresden, 21. Juli 2025. Die deutschen Optik- und Photonikunternehmen sehen wieder einen Lichtstreifen am Horizont: Nach Stagnation und Schrumpfkurs zieht zumindest auf den Auslandsmärkten die Nachfrage wieder an.
Impulse kommen vor allem aus dem Ausland
„Trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds rechnen die Hersteller in diesem Jahr mit einem leichten Umsatzwachstum von insgesamt 3 Prozent, getragen durch ein Plus im internationalen Geschäft von rund 5 Prozent“, teilt der „Deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik“ (Spectaris) in Berlin mit. Er stützt sich dabei auf eine gemeinsame Umfrage mit dem „Optecnet“ im Vorfeld der internationalen Leitmesse „Laser World of Photonics“, die vom 24. bis 27. Juli 2025 in München stattfindet.
Nach Dämpfer stehen Zeichen wieder auf Wachstum
„Nach dem Dämpfer im Jahr 2024 stehen die Zeichen wieder auf Wachstum“, meint Maik Müller vom Spectaris-Verband. „Die Photonik bleibt eine Schlüsselbranche der industriellen Transformation – getragen von hoher Innovationskraft und wachstumsstarken Zukunftsfeldern wie Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie und Halbleiterfertigung.“
Nachdem der Gesamtumsatz der rund 1000 deutschen Photonikunternehmen im Jahr 2024 um 3,4 Prozent auf 50 Milliarden Euro zurückgegangen sei, habe der Außenhandel im ersten Quartal 2025 für Impulse gesorgt und die Exporte um 2,1 Prozent steigen lassen. Die Exportquote könnte in diesem Jahr auf fast 78 Prozent erreichen. Obwohl die Nachfrage aus den USA und China zuletzt gedämpft war, sieht der Verband in beiden Ländern großes Potenzial. Laut Spectaris könnte der Weltmarkt für Photonik in den kommenden Jahren jährlich um 6 Prozent oder mehr wachsen.
Hohe FuE-Quote sorgt für Innovationskraft
Neben den anziehenden Impulsen aus dem Ausland sehen die Branchenvertreter auch die Innovationskraft der deutschen Photonikbranche als Treiber. Mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von nahezu zehn Prozent gehöre die Photonik zu den innovationsstärksten Branchen des Landes.
Auch in der deutschen Mikroelektronik-Hochburg Sachsen sieht man einiges Potential – vor allem in der Verbindung von Optik, Photonik und Sensorik mit klassischen Halbleiterchips im Zuge der Chiplettechnologie und 3D-Integration. Durch diese Kombination können Europa Führungspositionen in diesem Sektor auf- und ausbauen. Photonik- und Optikfirmen sowie -Institute wie das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS, Jenoptik, Zeiss und andere spielen eine wichtige Rolle im Silicon Saxony.
Autor: hw
Quellen: Spectaris, Silicon Saxony, Oiger-Archiv

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