Baustart für Kreislaufwirtschafts-Forschungscampus Lausitz

Bund und Sachsen investieren 108 Millionen Euro
Schwarze Pumpe, 11. Juni 2025. Hochschul-Vertreter und Wissenschaftspolitiker haben heute den symbolischen Grundstein für einen neuen Forschungscampus für „Grüne Kreislaufwirtschaft“ im Industriepark „Schwarze Pumpe“ gelegt. In dem neudeutsch „Green Circular Economy“ (Circecon) genannten Komplex an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg sollen ab Anfang 2027 Ingenieure und Ressourcen-Forscher neue Technologien entwickeln, die Abfälle sparen beziehungsweise für neue Produkte nutzbar machen.
Dresden, Chemnitz, Freiberg und Zittau/Görlitz bündeln Recycling-Expertise
Der Bund und der Freistaat Sachsen wollen bis Ende 2026 rund 108 Millionen Euro in den Bau und die Forschungsinfrastruktur für den „Circecon“ investieren. Der größte Teil der Zuschüsse stammt aus Kohle-Ausstiegsgeldern für die Lausitz. Die wissenschaftliche Betreuung übernehmen die TU Dresden, die TU Chemnitz, die Bergakademie Freiberg und die Hochschule Zittau/Görlitz.
Ministerin hofft auf neue Jobs und Ausgründungen im Braunkohle-Revier
„Mit dem heutigen Tag bekräftigen wir unseren Anspruch, das Lausitzer Revier zu einem der modernsten Forschungs- und Innovationsstandorte Europas für treibhausgasneutrale Kreislaufwirtschaft zu entwickeln“, betonte die sächsische Landesentwicklungs-Ministerin Regina Kraushaar (CDU). Sie erhofft sich vom Circecon-Projekt „Know-how, Investitionen und neue Perspektiven für die Menschen in der Region“.
Die Forscher wollen auf dem rund 14.500 Quadratmeter großen Campus vor allem neue Verfahren zur Industriereife führen, mit denen sich Faserverbund-Werkstoffe und Materialien aus biologischen Quellen wiederverwerten lassen. Dazu gehören laut Hochschul-Angaben „intelligente Sortier- und Aufbereitungstechnologien“, „kreislauffähige Materialentwicklung“, „Digitalisierung in der Kreislaufwirtschaft“ inklusive KI-Einsatz sowie nachhaltige Prozesse. Zudem sollen neue Arbeitsplätze durch Unternehmensansiedlungen geschaffen sowie Ausgründungen in der Region beschleunigt werden, verspricht die federführende TU Dresden.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: TUD, SMIL, Oiger-Archiv

Ihre Unterstützung für Oiger.de!
Ohne hinreichende Finanzierung ist unabhängiger Journalismus nach professionellen Maßstäben nicht dauerhaft möglich. Bitte unterstützen Sie daher unsere Arbeit! Wenn Sie helfen wollen, Oiger.de aufrecht zu erhalten, senden Sie Ihren Beitrag mit dem Betreff „freiwilliges Honorar“ via Paypal an:
Vielen Dank!

