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Energiebedarf der Chipindustrie steigt: Sachsenenergie baut Umspannwerk Räcknitz aus

Um Strom über große Entfernungen zu transportieren, wird Wechselstrom auf hohe Spannungen transformiert und dann in der Nähe der Verbraucher wieder umgespannt - wie hier im Umspannwerk im Technopark Dresden-Nord. Da manche Anlagen, Geräte und Leuchten aber Gleichstrom brauchen, sind oft vor Ort noch weitere Transformationen durch Gleich- und Wechselrichter nötig. In DC-Fabriken sollen viele dieser Umwandlungen wegfallen. Foto: Heiko Weckbrodt
Foto: Heiko Weckbrodt

Später soll neues Umspannwerk in Altwilschdorf folgen

Dresden, 21. Mai 2025. Weil der Energiebedarf der Chipindustrie im Dresdner Norden steigt, baut der Regionalversorger „Sachsenenergie“ derzeit für neun Millionen Euro sein Umspannwerk in Dresden-Räcknitz aus. Dafür installiert das Unternehmen eine größere und leistungsstärkere 110-Kilovolt-Schaltanlage. Eine Hochspannungstrasse leitet den Strom von dort in den Norden der Stadt.

„Strombedarfe steigen um ein Vielfaches“

„Nur mit stabilen Energienetzen gelingt die Energiewende und die Weiterentwicklung der Industrie“, betont Sachsennetze-Chef Steffen Heine. „Durch die Ansiedlung der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden steigen in den kommenden Jahren die Strombedarfe um ein Vielfaches an. Die Erweiterung des Umspannwerks in Räcknitz ist eine von vielen Maßnahmen, um auch in Zukunft eine sichere Versorgung mit Strom zu gewährleisten.“

Perspektivisch sei ein ganz neues Umspannwerk in Altwilschdorf geplant, kündigte die Sachsenergie-Tochter „Sachsennetze“ an. Dieser Umspanner werde dann den Strom aus dem 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz des Übertragungsnetzbetreibers „50Hertz“ aufnehmen, umwandeln und in das örtliche Hochspannungsnetz verteilen. „Der Bau wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen; der jetzt schon steigende Strombedarf muss aber vorher bereitgestellt werden“, heißt es vom Energieversorger. Daher werde nun zunächst das Umspannwerk Räcknitz im Süden ertüchtigt und eine neue 110-Kilovolt-Hochspannungstrasse gezogen, die den Strom aus dem Süden in den Nordraum transportiert. Das Umspannwerk Räcknitz selbst versorgt die südlichen Dresdner Stadtteile Zschertnitz, Räcknitz, Coschütz und die Südvorstadt, das Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee und die TU Dresden sowie die Nachbargemeinden Bannewitz und Possendorf mit Strom.

Aktuell versorgt das Stromnetz in Dresden eine Leistung von 450 Megawatt. Im vergangenen Jahr wurden rund 2,8 Terawattstunden Strom in der Landeshauptstadt verbraucht. Eine starke und stabile Energieversorgung ist unter anderem für die neuen Chipwerke von TSMC und Infineon wichtig: Die Mikroelektronik-Produktion läuft rund um die Uhr, darf nicht unterbrochen werden und hat einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch.

Autor: hw

Quelle: Sachsenenergie

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger