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Sachsens IHKs rechnen allenfalls mit einer „Wirtschaftswende light“ durch Merz-Regierung

Industrie Zahnrad Konjunktur. Abb.: Heiko Weckbrodt
Abb.: Heiko Weckbrodt

Kammern: Auch neue Regierung geht die großen Reformen nicht an, torpediert Aufschwung zudem mit dem nächsten Mindestlohn-Sprung

Chemnitz/Dresden/Leipzig, 12. April 2025. Allenfalls eine Wirtschaftswende im Kleinen erwarten die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) von der neuen Schwarzrot-Bundesregierung. „Wirtschaftspolitisch erkennen wir noch keinen großen Wurf, allenfalls eine Wirtschaftswende light – und alles unter Finanzierungsvorbehalt“, meint der Chemnitzer IHK-Präsident Max Jankowsky auch namens der anderen IHKs im Freistaat. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der drei Kammern hervor.

Zu begrüßen seien die besseren Abschreibungs-Möglichkeiten, die – wenn auch langsame – Absenkung des Körperschaftssteuersatzes auf zehn Prozent, die üblichen Bürokratie-Abbau-Versprechen, die Reformen beim Bürgergeld, flexiblere Höchstarbeitszeit und das Versprechen, die Energiepreise zu senken.

Strukturprobleme des Strommarktes bleiben ungelöst

Die großen langfristigen Probleme wie Strukturwandel, Transformation, demografischer Wandel, nachhaltige Rentenreformen und anderes gehe auch die neue Regierung nicht wirklich an: „Die Strukturprobleme des Strommarktes bleiben ungelöst“, zählt Jankowsky auf. „Wir schieben die Energiewende nur weiter vor uns her. Die vereinbarten Maßnahmen sind im Kern Kostenumschichtungen und Make-up. Strukturelle Reformen sind überfällig – im Energiesektor genauso wie bei den Sozialversicherungen oder der Arbeitsmarktregulierung.“

„Dieser Schritt ist für uns fast die größte Enttäuschung“

Besonders kritisch sehen alle drei Kammern die avisierte Erhöhung des Mindestlohns um 17 Prozent bis 2026. „Dieser Schritt ist für uns fast die größte Enttäuschung“, betont Präsident Kristian Kirpal von der IHK zu Leipzig. Eine solche Anhebung werde aufgrund der einzuhaltenden Lohnabstände in den Unternehmen zu erheblichen Lohnkostensteigerungen für die Wirtschaft insgesamt führen. „Arbeit wird sich also nochmals verteuern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich belasten.“ Hinzu komme, „dass die Mindestlohnerhöhung andere gutmeinende Maßnahmen wie die Umsatzsteuerabsenkung für die Gastronomie auf 7 Prozent vermutlich komplett nivelliert“, warnt der Chemnitzer IHK-Hauptgeschäftsführer Christoph Neuberg.

Autor: hw

Quellen: Sächsische IHKs

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger