AutomobilindustrieForschungNewszAufi

Maschinenbauer entwickeln Fußgänger-Dummy

So etwa soll das Dummy-Skelett mit Synthese-Muskeln aussehen. Visualisierung: HTW Dresden
So etwa soll das Dummy-Skelett mit Synthese-Muskeln aussehen. Visualisierung: HTW Dresden

Muskel-Testpuppe soll Unfälle mit Passanten nachstellen

Dresden, 13. März 2025. Um in der Unfallforschung und Auto-Entwicklung auch Zusammenstöße mit Passanten simulieren zu können, entwickelt die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD) bis 2027 Fußgänger-Testpuppen. Diese „Biofidel-Dummys“ sollen in Zukunft „Unfallszenarien mit Dummys realitätsnah“ nachstellen und helfen, mögliche Verletzungen zu analysieren.

Puppe bekommt auch künstliche Muskeln

„Mit dem freistehenden und teilbeweglichen Biofidel-Unterleib wollen wir ein menschengetreues System des gesamten Becken- und Hüftbereichs sowie Oberschenkel, Unterschenkel und Füßen inkl. Gelenken, Sehnen, Muskeln und Weichteilen konstruieren“, erklärt HTWD-Professor Lars Hannawald, der das Projekt „Pedestrian Dummy“ (Peddu) leitet. „Der Dummy soll mithilfe von antagonistischen synthetischen Ersatzmuskeln in Position gehalten werden.“ Der Peddu könne aber auch auf einem Roller platziert oder auf ein Fahrrad gesetzt werden.

Unterschiedlich weich – wie ein Mensch

Um die Verletzungsrisiken eines Menschen bei einem Verkehrsunfall möglichst realistisch nachzustellen, wollen die Forscher an der Puppe mit Silikonguss und verschiedenen Füllmethoden spezielle Weichteilsegmente mit unterschiedlichen Festigkeiten erstellen, die dann für Muskeln, Fett und Gelenke stehen. Auch wollen sie für den Puppenbau auf magnetischen Metalle wie Eisen, Kobalt oder Nickel verzichten, damit sie den Dummy nach einer Unfallsimulation auch mit Computertomographen durchleuchten können.

„Zum Stehen benötigt der Mensch eine Vielzahl von Muskeln, insbesondere aus der Skelettmuskulatur. Dazu gehören Muskeln in den Beinen, aber auch im Rumpf und im Gesäß, die zusammen die Stabilität und das Gleichgewicht gewährleisten“, erklärt Lars Hannawald. „Im Projekt Peddu wollen wir zunächst herausfinden, wie viele davon notwendig sind, damit sich die Beinhaltung des Dummys in unterschiedlichen Positionen realisieren lässt, um dann die Anzahl auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Im nächsten Schritt werden wir die künstlichen Muskeln aufbauen und einsetzen.“ Simulationen und nachgestellte Versuche von realen Unfällen sollen anschließend zeigen, wie gut das Modell die Realität abbildet.

Autor: Oiger

Quelle: HTWD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger