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Studie: Hirn läuft bei Balance zwischen Ordnung und Chaos zu Höchstleistung auf

Das menschliche Gehirn vollbringt komplexe Lösungsleistungen, von denen jede heutige KI noch Lichtjahre entfernt ist. In einigen Spezialdisziplinen erkennen Künstliche Intelligenzen aber auch Muster, die den einzelnen Menschen überfordern würden. Foto: Heiko Weckbrodt
Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner Hochschulmediziner und internationale Partner haben untersucht, wie effizient neuronale Netze auf verschiedene „Rausch“-Pegel reagieren

Dresden, 16. Februar 2025. Womöglich ist das einer der Gründe, warum uns ein chronisch unaufgeräumtes Kinderzimmer oder Chaoten auf der Straße so auf die Palme bringen: Unser Gehirn arbeitet nämlich laut einer internationalen Studie am effizientesten, wenn sich Ordnung und Chaos einigermaßen die Waage halten. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor, deren Hochschulmedizin an der Untersuchung beteiligt war.

Demnach kommen die Neuronennetze in unserem Gehirn auf maximale Leistung, wenn weder zu viele noch zu wenige Störsignale als „Hintergrundrauschen“ auf uns einprasseln: Herrscht zuviel Chaos, verarbeiten die Nervennetze Informationen nicht mehr effizient, es kommt zu Störungen in der „Datenverarbeitung“. Zuviel Ordnung aber ist auch nicht gut, denn dann gewöhnt sich das Hirn an starre Interpretationsmuster und reagiert weniger flexibel auf Neues.

Prof. Shervin Safavi. Foto: Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik
Prof. Shervin Safavi. Foto: Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik

Gehirn hat sich evolutionär an Balancepunkt angepasst

„Das Gehirn hat sich evolutionär augenscheinlich genau an diesen Balancepunkt zwischen Ordnung und Chaos angepasst“, meint Juniorprofessor Shervin Safavi vom Labor für „Computational Machinery of Cognition“ (CMC) an der Medizinischen Fakultät Dresden. „Dieser Zustand ermöglicht nicht nur eine effiziente Verarbeitung von Informationen, sondern bereitet das Gehirn auch darauf vor, flexibel auf wechselnde Anforderungen zu reagieren.“

Die Studie soll nicht nur das Verständnis der Mediziner für die Funktionsweise des menschlichen Gehirns verbessern: Die Forscher hoffen auch, damit zur Konstruktion besserer Neuroelektronik beizutragen, also letztlich von Computern, die Daten nach dem Vorbild neuronaler Netze im Hirn verarbeiten.

Quelle: TUD

Wissenschaftliche Publikation: 

„Signatures of criticality in efficient coding networks“ von Safavi, S., Chalk, M., Logothetis, N. K., & Levina, A., in: Proceedings of the National Academy of Sciences, 121(41) 2024, Fundstelle im Netz: e2302730121: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2302730121

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger