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Betriebe wollen weniger Bürokratie und Energiekosten-Senkung von neuer Regierung

Die Wirtschaftskammern warnen vor der wachsenden Bürokratie in Deutschland. Visualisierung: Dall-E
Ein Bürokratie-Abbau steht für viele Unternehmen ganz oben auf der Wunschliste. Visualisierung: Dall-E

Stiftung Familienunternehmen: „Bund muss noch nie dagewesenen Reformstau auflösen“

Berlin, 29. Januar 2025. Die nächste Bundesregierung soll die ausufernde Bürokratie abbauen, die hohen deutschen Energiekosten sowie die Steuern und Abgaben für die Wirtschaft senken. Diese drei zentralen Forderungen haben rund 900 Unternehmer formuliert, die das Ifo-Institut im Auftrag der „Stiftung Familienunternehmen und Politik“ aus Berlin befragt hat.

Die Erwartungen an die nächste Bundesregierung. Grafik: Stiftung Familienunternehmen
Die Erwartungen an die nächste Bundesregierung. Grafik: Stiftung Familienunternehmen

„Stimmungsbild ist eindeutig“

„Das Stimmungsbild ist eindeutig: Die nächste Bundesregierung muss einen noch nie dagewesenen Reformstau auflösen“, betont Stiftungsvorstand Rainer Kirchdörfer. „Die Bürokratielast, die hohen Energiekosten und die im internationalen Vergleich zu hohen Steuern sind die größten Hürden. Hierzu benötigen wir von der nächsten Regierung schnelle Entscheidungen. Wir können nicht länger warten, denn ohne Gegensteuern wird sich die Konjunktur- und Strukturkrise weiter verschärfen.“

Überregulierung hat alle Bereiche erfasst

Dass Bürokratie so oft als Problem genannt wird, liegt laut Stiftung daran, dass die Überregulierung inzwischen alle Bereiche erfasst hat. „Auffallend ist, dass besonders kleine Unternehmen in der Größe zwischen 10 und 50 Mitarbeitern besonders stark unter der Bürokratie ächzen. Zwei Drittel der Unternehmen in dieser Größenordnung nennen Bürokratie als Hauptproblem.“

Fachkräftemangel nach unten gerutscht

Etwas überraschend mag auf den ersten Blick anmuten, dass der Fachkräftemangel – außer in der Bauindustrie, wo sie auf Rang 3 landet – nur auf Platz 5 der Wünsche rangiert und lediglich von jedem 20. Befragten als Top-Priorität genannt wurde. Dies mag aber daran liegen, dass durch Deindustrialisierung und Stellenabbau inzwischen wieder etwas mehr Fachkräfte verfügbar sind und die Wirtschaft wegen der Flaute in Deutschland auch weniger Expansionsprojekte verfolgt.

Die Energiewünsche der Unternehmen. Grafik: Stiftung Familienunternehmen
Die Energiewünsche der Unternehmen. Grafik: Stiftung Familienunternehmen

Netzentgelte und Atomausstieg kritisiert

Als ganz großer Standortnachteil in Deutschland gelten die hohen Energiekosten, die sich als Problem durch ganze Wertschöpfungsketten und gesellschaftliche „Subprobleme“ fressen: Sie machen ganze Industriezweige von Chemie über Stahl bis Akku-Herstellung unrentabel, machen Elektroautos noch unattraktiver, belasten die Budgets der Privathaushalte und damit die Binnennachfrage et cetera. Hier haben die befragten Unternehmen auch recht konkrete Vorstellungen, was die Ampel-Ablöser tun sollen: die Netzentgelte senken, die Stromnetze schneller ausbauen, mehr Energiequellen zulassen und Atomkraftwerke reaktivieren stehen hier ganz oben auf der Liste.

Autor: hw

Quelle: Stiftung Familienunternehmen und Politik

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger