Zweites Leben für den Transmission-Riemen

„German Beltstuff“ aus Weinböhla macht aus altem Leder Gürtel und Harley-Sättel
Weinböhla , 25. Januar 2025. Die Reste alter Industriemaschinen landen meist auf einer Müllkippe oder im besten Falle im Schmelzofen. Nicht so bei Daniela Krug: Die ehemalige Frisörin macht aus jahrzehntealtem Industrie-Altleder kunstvoll verzierten Sättel und Gürtel – Sitze für „Harley-Davidson“-Motorräder zum Beispiel, deren Motive an den mexikanischen „Tag der Toten“ erinnern, aber auch Farbledergürtel, der ebenso als retro wie auch als modern durchgehen.
Frisörin sattelte auf Leder um
„Handgefertigt und selbst entworfen“, erzählt Krug. Sie habe 22 Jahre als Friseurin gearbeitet, dann aber etwas Neues gestartet. Ihre eigene „Reise in die Welt des Lederhandwerks“ habe während ihrer Schwangerschaft begonnen. Sie schaute ihrem Mann Guido – einem erfahrenen Autosattler – in der Werkstatt über die Schulter geschaut und schließlich selbst begonnen, mit Leder zu experimentieren – Gürtel und Armbänder zu fertigen. 2022 übernahm sie dann die 2025 gegründete Firma „German Beltstuff“ in Weinböhla. Sie spezialisierte sich auf künstlerisch ambitionierte Leder-Accessoires. Manche ihrer Motive erinnern an die Tradition der „naiven Malerei“, andere an mittel- und südamerikanische Motive.
Ausgangsleder ist teils an die 80 Jahre alt
Handarbeit, künstlerische Ambitionen und Nachhaltigkeit werden dabei hoch gehalten, und so finden die Beiden immer neue Wege, aus scheinbarem Abfall schicke Accessoires und Motorrad-Sitze zu machen. „Bei uns bekommt Leder, das manchmal an die 80 Jahre alt ist, ein zweites Leben als Gürtel oder Tasche“, betont Krug. Der Gedanke, Altes nicht einfach wegzuwerfen oder allenfalls zu zerstückeln und zu recyceln, ist ihr besonders wichtig: „Wir machen hier echtes Upcycling“, betont sie.
Viele ihrer Lederwaren verkaufen sie über ihren Internetladen, andere auf Motorradtreffen und Messen, erzählt Daniela Krug. Derzeit präsentieren die Beiden ihre Unternehmung auf der Berufemesse „Karrierestart“ in Dresden – auch, um sich bekannter zu machen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Auskünfte Daniela Krug, german-beltstuff.de

Ihre Unterstützung für Oiger.de!
Ohne hinreichende Finanzierung ist unabhängiger Journalismus nach professionellen Maßstäben nicht dauerhaft möglich. Bitte unterstützen Sie daher unsere Arbeit! Wenn Sie helfen wollen, Oiger.de aufrecht zu erhalten, senden Sie Ihren Beitrag mit dem Betreff „freiwilliges Honorar“ via Paypal an:
Vielen Dank!

