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Millionen-Scheck für Mikroelektronik-Forschung in Dresden

Drucksensor-Chiplets vor ihrer Zerteilung und Endmontage. Foto: Fraunhofer-Isit
Drucksensor-Chiplets vor ihrer Zerteilung und Endmontage. Foto: Fraunhofer-Isit

Insgesamt fließt eine Viertelmilliarde Euro in neue Pilotlinie für 3D-Chips in Sachsen

Dresden/Chemnitz, 21. Januar 2025. Fraunhofer bekommt Ende Januar einen Scheck über 38 Millionen Euro vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), damit die Ingenieure und Wissenschaftler ihre Mikroelektronikforschung in Dresden und Chemnitz stark ausbauen können. Mit dem Geld wollen das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS, das 3D-Chip-Zentrum Assid und das EAS in Dresden sowie das Nanoelektronikinstitut Enas in Chemnitz moderne Anlagen für die Entwicklung, Produktion und Endmontage innovativer 3D-Chips anschaffen.

Apecs-Projekt soll staatenübergreifend Europas Halbleiterkette ausbauen

Der Zuschuss vom Freistaat ist für den sächsischen Teil der paneuropäischen Pilotlinie „Advanced Packaging and Heterogeneous Integration for Electronic Components and Systems“ (Apecs) gedacht. Die zielt darauf, bis 2030 wichtige Lücken in Europas Mikroelektronik-Fähigkeiten zu schließen. Insgesamt kostet dieses staatenübergreifende Projekt rund 730 Millionen Euro – finanziert von der EU, den beteiligten Mitgliedsstaaten und Bundesländern. Rund ein Drittel der Gesamtsumme, also etwa eine Viertelmilliarde Euro, wird in Sachsen investiert, davon wiederum der größte Teil in Dresden.

3D-Integration als Königsweg

Die Pilotlinie in Dresden entsteht vor allem im noch jungen Mikroelektronik-Zentrum „Ceasax“ in der ehemaligen Digitalpapier-Fabrik gleich neben den Chipfabriken von Bosch und TSMC. Die Fraunhofer-Experten wollen hier „Chiplets“ und andere dreidimensional gestapelte Schaltkreise entwickeln und endmontieren, die viele verschiedene Fähigkeiten auf engstem Raum vereinen. Gebraucht werden solche 3D-Chips für Smartphones und Rechenzentren, künftig auch für Autos, Industriemaschinen und andere Produkte. Die 3D-Integration gilt in der Halbleiterbranche derzeit als Königsweg und wichtige Alternative zur stetigen Verkleinerung der Chipstrukturen, die zunehmend an Grenzen stößt und zudem immer teurer wird. Bisher beherrschen vor allem asiatische Konzerne wie TSMC und Samsung solche Technologien für die Massenproduktion – Europa hinkt da hinterher. Die Apecs-Pilotlinie soll diese Rückstände verringern.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SSK, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger