Jeder Dritte würde sich Chip einpflanzen lassen
Manche sehen medizinischen Nutzen, andere wollen so bezahlen oder Türen öffnen
Berlin, 30. Juli 2024. Jeder dritte Deutsche könnte sich vorstellen, sich einen Computerchip unter die Haut einpflanzen zu lassen. Zwei Prozent haben bereits solch ein elektronisches Implantat. 58 Prozent hingegen lehnen die ganze Idee ab. Das hat eine Umfrage des deutschen Digitalverbandes „Bitkom“ aus Berlin ergeben.
Elektronik-Implantate bereits gegen Parkinson und Epilepsie im Einsatz
„Chip-Implantate werden bereits bei bestimmten Krankheitsbildern wie Parkinson oder Epilepsie eingesetzt“, betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Anfang dieses Jahres wurde einem Menschen ein Computer-Chip ins Gehirn implantiert, der die Steuerung von Smartphone und Computer über die Gedanken ermöglichen soll. Je wirkungsvoller diese Technologien im Kampf gegen schwere Krankheiten und körperliche Einschränkungen ist, desto eher wird sie akzeptiert.“
Akzeptanz vor allem für Medizin-Einsatz
So sehen die Befürworter solcher Chipimplantate vor allem einen medizinischen Nutzen: 82 Prozent derjenigen, die sich eine Implantation grundsätzlich vorstellen können, würden dies zur Behandlung schwerer Krankheiten tun und 79 Prozent zur Behandlung starker Schmerzen. Im Falle von Behinderungen – etwa, wenn es darum ginge, wieder sprechen oder gehen zu können – würden 60 Prozent ein Chip-Implantat nutzen. Gegen leichte Schmerzen würden „nur“ noch 43 Prozent einen Chip einsetzen. 17 Prozent würden Gesundheitsdaten wie die Blutgruppe, den Rhesusfaktor oder auch den Impfstatus auf einem implantierten Chip speichern.
Manche versprechen sich aber auch Alltagsvorteile: 39 Prozent derjenigen, die sich grundsätzlich die Implantation eines Chips vorstellen können, würden damit elektronische Türöffner bedienen wollen – dies geht etwa mit Hilfe so genannter NFC-Chips. 38 Prozent würden Personalausweis oder Führerschein auf einem Chip speichern und 22 Prozent würden ihn zum Bezahlen nutzen. 6 Prozent würden sich auch einfach ihre Visitenkarte per Mikrochip einpflanzen lassen.
Quelle: Bitkom

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