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21 Millionen Euro für Energiespeicher mit Ausdauer

Redox-Flussbatterie-Technikum im Fraunhofer ICT. In den Tanks sind die Elektrolyte gebunkert. Foto: Fraunhofer ICT

Redox-Flussbatterie-Technikum im Fraunhofer ICT. In den Tanks sind die Elektrolyte gebunkert. Foto: Fraunhofer ICT

Sprungagentur Leipzig setzt ausgewählte Teams auf bessere Flussbatterien und Brennstoffzellen für die Energiewende an

Leipzig, 6. Dezember 2022. Lieferspitzen und Flauten von Windrädern und Solaranlagen künftig auch ohne Pumpspeicherwerke tage- und wochenlang zwischenpuffern zu können, sieht die Sprunginnovations-Agentur („Sprind“) aus Leipzig als wichtige Herausforderung für die Energiewende. Dafür vergibt sie in den nächsten Jahren rund 21 Millionen Euro für neue Speicher-Konzepte. Dazu gehören verbesserte Flussbatterien, besonders effiziente Brennstoffzellen und Gasbatterien, wie die Sprind heute mitgeteilt hat.

„Technologien zum Durchbruch verhelfen, für die es noch kein privates Wagniskapital gibt“

„Energiespeicher sind essenziell für die Energiewende. Hierfür brauchen wir jedoch neue und bessere Technologien“, betonte Bundes-Forschungsstaatssekretär Mario Brandenburg aus Anlass der ersten Zuschläge. Durch die neuen Sprind-Herausforderungen könne der bund über seine Sprungagentur nun „vielversprechenden Technologien zum Durchbruch verhelfen, für die es noch kein privates Wagniskapital gibt“.

Aus insgesamt 42 Bewerbern hat die Bundesagentur nun sechs Teams ausgewählt. Die bekommen zunächst für ein Jahr jeweils bis zu eine Million Euro, um ihre Energiespeicher-Ideen weiterzuentwickeln. Dann sucht eine Jury die fünf vielversprechendsten Konzepte aus. Die bekommen dann jeweils bis zu drei Millionen Euro, um ihre Technologien bis Mitte 2025 weiter zu verfeinern.

Autor: hw

Quelle: Sprind

Die ausgewählten Teams im Kurzporträt:

(Quelle: Spind)

  • IsoCHEST, das Team um Wolf-Dieter Steinmann vom DLR in Stuttgart, kombiniert die Prinzipien der Wärmepumpe, der latenten Wärmespeicherung und ein neues isothermes Kompressionsverfahren, um so Energie mit höherer Effizienz und niedrigeren Kosten im Vergleich zu aktuellen Verfahren zu speichern.
  • Membranes-less Redox-Flow-Batteriesentwickelt, wie der Name schon sagt, Redox-Flow-Batterien, die ohne Membran auskommen. Das Team um Prof. Robert Dryfe an der University Manchester nutzt hierfür ein Zweiphasen-System. In der ersten Phase entsteht bei einer Wasserelektrolyse ein Gas, welches dann in der zweiten Phase gespeichert wird und sich nicht wieder mit dem wässrigen Elektrolyten  Somit entfällt die Membran. Gleichzeitig kommt das System mit nur einem Tank und einer Pumpe aus.
  • Ore Energy ist ein Spin-off-Unternehmen der TU Delft, das sich mit der langfristigen Energiespeicherung befasst und dabei ein Ziel vor Augen hat: Intermittierende erneuerbare Energie jederzeit verfügbar zu machen. Die Wissenschaftler von Ore Energy haben eine langfristige, effiziente und kostengünstige Energiespeicherlösung entwickelt, die auf den reichlich vorhandenen Elementen Eisen, Wasser und Luft basiert.
  • Reverion ist eine Ausgründung aus der TU München, die Energiespeicherung mittels einer neuen Gas-Batterie vorantreiben. Diese zeichnet sich durch die Nutzung von Hochtemperatur-Feststoffbrennstoffzellen sowie einer optimierten Systemarchitektur mit Nutzung von Abwärme aus, was einen hohen Wirkungsgrad ermöglicht.
  • Unbound Potential wird vom Team rund um David Taylor aus Zürich vorangetrieben. Sie entwickeln Redox-Flow-Batterien, verzichten dabei auf eine Membran und vervielfachen durch 3D-Optimierung der Grenzfläche beider Elektrolyten zugleich den Ionenaustausch. Dadurch sinken die Kosten und gleichzeitig steigt die Effizienz. Der Ansatz der Teams ist nicht beschränkt auf eine Zellchemie, sondern kann als Plattformtechnologie für verschiedenste Elektrolyte eingesetzt werden.
  • VoltStorage ist ein Startup aus München und entwickelt und produziert Energiespeicher auf Basis der Redox-Flow-Technologie. Das Team forscht aktuell an einer Technologie, welche auf ein eisen- und wasserbasiertes Speichermedium und damit auf zwei der am häufigsten vorkommenden Rohstoffe der Welt setzt. Die für die Herstellung der Batterie benötigten Materialien sind nicht nur weltweit verfügbar, sondern darüber hinaus auch kostengünstig und umweltfreundlich.