Medizin & BiotechNewsSoftwarezAufi

Entwicklerheld Dresden startet Coding für Corona-Hilfe

Programmierer bei der Arbeit. Foto: Entwicklerheld
Programmierer bei der Arbeit. Foto: Entwicklerheld

Das Dresdner Herausforderungs-Portal setzt auf die unbedingten Reflexe von Informatikern.

Dresden, 12. Mai 2020. Durch einen Programmier-Wettbewerb will das Dresdner Personalvermittlungs-Portal „Entwicklerheld“ mehrere Tausend Euro für die Aktion „Deutschland hilft“ erlösen. Das hat Mitgründer Jakob Blume angekündigt.

Entwicklerheld-Chef Ilja Bauer. Foto: Entwicklerheld
Entwicklerheld-Chef Ilja Bauer. Foto: Entwicklerheld

Wettbewerb soll Selbstisolation und Corona-Hilfe fördern

„Durch unsere Aktion #StayHomeAndCode versuchen wir auf der einen Seite, unsere Community zu motivieren zu Hause zu bleiben, indem wir sie mit spannenden Aufgaben gegen die Langeweile versorgen“, erklärte Entwicklerheld-Chef Ilja Bauer. „Auf der anderen Seite ermöglichen unsere Partner für jede Lösung einen Betrag an die Corona-Nothilfe zu spenden.“

Vier Wochen Zeit für Programmieraufgaben

Der Spendenwettbewerb startet am 13. Mai 2020. Dann haben die Teilnehmer vier Wochen Zeit, möglichst viele knifflige Software-Aufgaben zu lösen. Für jede geschaffte Herausforderung werde das Unternehmen mindestens fünf Euro für die Corona-Hilfe spenden. „Die Gelder stellen teilweise wir selbst bereit und teilweise unsere Kundenunternehmen“, sagte Blume.

Ursprünglich war ein Informatikstudenten-Internetschwarm geplant

Junge Informatiker der TU Dresden hatten „Entwicklerheld“– damals noch unter dem Projektnamen „Polylith“ (Der Oiger berichtete) – im Jahr 2018 gegründet. Ursprünglich wollten sie damit einen Internetschwarm aus Informatik-Studenten bilden, der professionellen Softwareschmieden in Zeiten von Personalengpässen beim Programmieren hilft und dafür mit digitalen Münzen (Coins) entlohnt wird. Das Konzept ging aber nicht auf, weil sich kaum ein Kunde bei konkreten Entwicklungsprojekten von Internetschwärmen in die Karten gucken lassen wollte, berichtete Gründer Blume. „Deshalb haben wir unser Geschäftsmodell umgestellt.“

Beispiel-Aufgabe von den Entwicklerheld-Herausforderungen. Bildschirmfoto: Entwicklerheld
Beispiel-Aufgabe von den Entwicklerheld-Herausforderungen. Bildschirmfoto: Entwicklerheld

„Viele Entwickler programmieren auch gerne in ihrer Freizeit weiter“

Nun fungiert „Entwicklerheld“ als Vermittler zwischen jungen Informatikern und Unternehmen, die fähige Köpfe suchen. Das funktioniert so: Ehrgeizige Entwickler melden sich anonymisiert am Portal an, können vorgegebene Programmier-Aufgaben lösen und bekommen dafür Coins, die sie in Gutscheine umrubeln oder für gute Zwecke spenden können. „Ohnehin programmieren viele Entwickler auch gerne in ihrer Freizeit weiter“, erläutert Blume. „Coden“- so der Szene-Ausdruck fürs Programmieren – liegt ihnen eben im Blut. Dies sei ein weiterer Ansporn mitzumachen.

Foto: Entwicklerheld
Foto: Entwicklerheld

Unternehmen können versuchen, anonyme Nerds anzuheuern

„Entwicklerheld“ selbst generiert die seine Einnahmen durch Kundenunternehmen, die auf dem Portal eigene Bewerbertest-Aufgaben einspeisen oder Stellenanzeigen schalten wollen. Hat ein Nerd einen für das Unternehmen interessanten Aufgabenblock besonders schnell und elegant gelöst, kann der Kunde versuchen, ihn oder sie anzuheuern. Dann vermittelt die Plattform – immer noch anonymisiert – eine Anfrage an den Nutzer, der dann selbst entscheidet, ob er oder sie sich zu erkennen geben will.

17.000 Entwickler auf Plattform angemeldet

Und das Konzept stößt auf viel Resonanz: Mittlerweile nutzen rund 17 000 Entwickler das Dresdner Herausforderungs-Portal, informierte Jakob Blume. Das zehnköpfige „Entwicklerheld“-Team wolle sich nun verstärkt darauf konzentrieren, seine Präsenz in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz auszubauen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Interview Entwicklerheld, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger