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Dresdner Chemiker sagt Supraleit-Form von Germanium voraus

Computersimulation einer suopraleitenden Verbindung aus fünfach gebundenem Germanium. Abb.: TUD
Computersimulation einer suopraleitenden Verbindung aus fünfach gebundenem Germanium. Abb.: TUD

Dresden, 15. März 2013: Auf der Jagd nach Supraleitern bei Raumtemperatur gehen die Forscher immer mehr dazu über, geeignete Moleküle am Computer zu designen. Mit solch einer Rechnersimulation hat der Chemiker Dr. Stefano Leoni von der TU Dresden nun eine neue, supraleitende Verbindung aus Germanium-Atomen vorausgesagt, die auch bei Raumtemperaturen zumindest noch ihre metallischen Eigenschaften behält. Das Element Germanium ist normalerweise ein Halbleiter und wird daher oft alternativ für Silizium in Computer-Chips verwendet. Leoni hofft nun, beide Eigenschaften – Halbleiter- und Supraleitfähigkeit – für innovative Elektronik nutzbar machen zu können.

Supraleitung wurde zunächst nur bei extrem tiefen Temperaturen festgestellt. Inzwischen treiben Physiker und Chemiker die Betriebstemperatur für solche Materialien immer weiter nach oben. Echte Supraleitung – also ohne Kühlmittel wie Helium oder flüssigen Stickstoff – bei Raumtemperatur gilt als eine Art Gral der Wissenschaftsgemeinde, würde sie doch einen Großteil unserer Energieprobleme auf einen Schlag lösen: Supraleitende Elektrogeräte würden keine Energie mehr als Wärme verpulvern und könnten hocheffektiv arbeiten. Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

Heiko Weckbrodt hat Geschichte studiert, arbeitet jetzt in Dresden als Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalist und ist Chefredakteur und Admin des Nachrichtenportals Oiger. Er ist auch auf Facebook, Twitter und Google+ zu finden.

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