Kunst & Kultur

Münzkabinett Dresden öffnet nach Umbau im Juni

Voll konzentriert bereitet Matthias Voigt-Harraschta in der Werkstatt des münzkabinetts die objektträger für die Aufnahme der Münzen und Medaillen vor. Foto: Peter Weckbrodt

Voll konzentriert bereitet Matthias Voigt-Harraschta in der Werkstatt des Münzkabinetts die Objektträger für die Aufnahme der Münzen und Medaillen vor. Foto: Peter Weckbrodt

G7-Finanzbosse dürfen Sachsens neue Münzschatzkammer Ende Mai vorab sehen

Dresden, 1. April 2015: Seit mehr als drei Jahren laufen nun schon die Arbeiten zur vollständigen und millionenteuren Neugestaltung des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Am 7. Juni ist es endlich soweit. Dann öffnen sich die vom Riesensaal des Residenzschlosses zum Kabinett führende Tür für die Dresdner und ihre Gäste.

Ständiger Blick auf die Uhr

Doch Rainer Grund, der Direktor des Münzkabinetts und seinen Mitarbeitern bleibt nicht soviel Zeit. Sie absolvieren jetzt ihr Pensum gleichsam schon mit dem ständigen Blick auf die Uhr. Denn schon zu Pfingsten muss, so Grund, das neu gestaltete Münzkabinett fix und fertig sein. Denn bereits am 26. Mai soll die neueste Dresdner Schatzkammer der nationalen und internationalen Presse vorgestellt werden. Und irgendwann zwischen dem 27. und dem 29. Mai kommen die G7-Finanzbosse zu einer Stippvisite. Am 6. Juni werden geladene Gäste durch das Museum geführt. Ab dem Folgetag ist es dann für Jedermann zugänglich.

Diese 259,03 g schwere Dreifaltigkeitsmedaille aus Silber von 1544, die Rainer Grund, der Direktor des Münzkabinetts, hier präsentiert, gehört zu den Spitzenexponaten im künftigen Münzkabinett. Sie erinnert an die allerdings erfolglosen Bemühungen des Herzogs Moritz von Sachsen, eine Einigung im Streit zwischender jungen protestantischen und der katholischen Kirche zu errreichen. Foto: Peter Weckbrodt

Diese 259,03 g schwere Dreifaltigkeitsmedaille aus Silber von 1544, die Direktor Rainer Grund hier präsentiert, gehört zu den Spitzenexponaten im künftigen Münzkabinett Dresden. Sie erinnert an die – allerdings erfolglosen – Bemühungen des Herzogs Moritz von Sachsen, eine Einigung im Streit zwischen der jungen protestantischen und der katholischen Kirche zu errreichen. Foto: Peter Weckbrodt

Gezeigt wird das „Best of“ von 300.000 Münzen und Medaillen

Dann werden auf rund 350 Quadratmetern Ausstellungsfläche 4000 der schönsten und numismatisch interessantesten Münzen und Medaillen aus der über 300.000 Exemplare großen Sammlung des Münzkabinetts zu bestaunen sein.

Dresdner Münzkabinett gilt als weltweit einzigartig

Nach Berlin und München besitzt Dresden zwar stückzahlmäßig „nur“ das drittgrößte Münzmuseum in Deutschland. Von der Art der Präsentation der Objekte, von der Prachtentfaltung der Räume aber dürfte das Dresdner Münzkabinett wohl seinesgleichen auf der Welt suchen. Es bleibt seiner Tradition als Universalsammlung treu. Bezüglich des Umfangs und des Wertes seiner sächsischen Gepräge ist es die Nummer 1. Gezeigt wird repräsentativ die gesamte Palette von Münzen und Medaillen, beginnend mit der Antike über das Mittelalter bis hin zum Deutschen Kaiserreich. Von der Reichsmark über die Münzen von BRD und DDR in der Nachkriegszeit ist alles vertreten – bis hin zu den aktuellen Geprägen des Euro-Raumes.

Franziska Hülsenberg bringt die Münzen und Medaillen auf den Objektträgern in die exakte Position. Foto: Peter Weckbrodt

Franziska Hülsenberg bringt die Münzen und Medaillen auf den Objektträgern in die exakte Position. Foto: Peter Weckbrodt

Auch sächsisches Berggeschrey im Fokus

Ein beachtlicher Raum wird der Darstellung des untrennbaren Zusammenhangs von Erzbergbau und Münzprägung gewidmet sein. Ein Spitzenexponat und absoluter Blickfänger könnte die Reproduktion in Originalgröße der berühmten Rückseite des Altarbildes von Hans Hesse in der Kirche St. Anna zu Annaberg-Buchholz werden. Aber auch mit der historischen Technik der Münzprägung wird der Besucher vertraut gemacht.

Vitrinen-Bestücken gegen die Zeit

Der nächste Fixpunkt im laufenden Countdown ist für Kabinettsdirektor Grund der 20. April. Dann übergibt ihm das „Sächsische Immobilen- und Baumanagement (SIB) die bauseitig fertiggestellten Räume. Hier müssen die bereits aus Wien von der Firma Artex angelieferten und aufgestellten Vitrinen bestückt werden. Seit Mitte Februar arbeiten Mitarbeiter der Halsbrücker Firma Thomas Fißler und Kollegen daran.

Zur Kabinettseröffnung steht ein Faltblatt für die Besucherinformation zur Verfügung, der große Ausstellungskatalog folgt später. Der Museumsguide der SKD erhält eine etwa einstündige Ergänzung speziell zum Geleit durch das Kabinett. Autor: Peter Weckbrodt

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[caption id="attachment_67607" align="alignleft" width="117"]Peter Weckbrodt. Foto: IW Peter Weckbrodt. Foto: IW[/caption]Peter Weckbrodt hat ursprünglich Verkehrswissenschaften studiert, wohnt in Dresden und ist seit dem Rentenantritt journalistisch als freier Mitarbeiter für den Oiger und die Dresdner Neuesten Nachrichten tätig.