Alle Artikel mit dem Schlagwort: Leichte Sprache

Auszug aus einer Adaption von Shakespeares "Romeo und Julia" in Einfacher Sprache. Repro: Heiko Weckbrodt

Ist Politikersprache mitschuld an Politikverdrossenheit?

Tagung über „leichte Sprache“ an der Uni Leipzig Leipzig, 5. April 2016. Sind die von PR-Experten vorgestanzten Worthülsen aus Politikermündern mitschuld daran, dass sich so viele Deutsche von der Politik enttäuscht abwenden? Dass die Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik fast stetig sinkt? Und könnte sich daran etwas ändern, wenn die Politiker und Behörden angehalten werden, eine „Leichte Sprache“ zu verwenden? Diese und ähnliche Fragen wollen rund 90 Linguisten, Germanisten und andere Wissenschaftler und Praktiker während einer Tagung „Leichte Sprache im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung“ Mitte April an der Uni Leipzig diskutieren.

Lena Schulz betreut in den Städtischen Bibliotheken Dresden die Buch-Angebote in "Leichter Sprache" und "Einfacher Sprache". In der Hauptbibliothek ist diese neue Buchecke extra gekennzeichnet. Foto: Heiko Weckbrodt

Leichte Sprache ist gefragt

Für Millionen Deutsche sind Arbeitsverträge und Bücher unverständlich / Regelwerk für leichte Sprache könnte auch bei Integration von Flüchtlingen helfen Dresden/Münster, 30. März 2016. Bücher und andere Angebote in „leichter Sprache“ gewinnen an Bedeutung, schätzt Gisela Holtz vom Verein „Netzwerk Leichte Sprache“ in Münster ein. Dies liegt einerseits daran, dass deutsche Kommunen inzwischen mit Blick auf die UN-Behindertenrechtskonvention ihre Bürokratensprache nach und nach in einfach verständliche Sätze zu übersetzen versuchen. Andererseits könnten Texte in „leichter“ und „einfacher“ Sprache, deren Regelwerk das Münsteraner Netzwerk seit 2006 herausgibt, auch bei der Integration von Flüchtlingen helfen.