Spediteure, Taxisfahrer und Transporter protestieren mit Autokorso in Leipzig gegen hohe Spritpreise
17 Cent für 2 Monate reichen nicht, um Energiepreiskrise nachhaltig zu beenden
Leipzig/Dresden, 17.04.26. Mit einem Autokorso in Leipzig haben Spediteure, Umzugs- und Taxifahrer und andere Verkehrsunternehmer heute gegen die hohen Spritpreise im Land protestiert. Sie fordern, die CO2-Steuer ganz abschaffen, die Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer auf Kraftstoffe zu senken.
Und sie stehen mit ihren Forderungen nicht allein da: Die Energiesteuer für nur zwei Monate für Benzin und Diesel zu senken, reicht nicht, um die deutsche Energiepreis-Misere über den Irankrieg hinaus nachhaltig zu beenden, finden auch die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK). Sie fordern von der Merz-Regierung deutlich mehr Reformanstrengungen. „Gerade in Krisenzeiten braucht es mutige und nachhaltige Entscheidungen, die über kurzfristige Maßnahmen hinausgehen“, meint Hauptgeschäftsführer Fabian Magerl von der IHK Leipzig mit Blick gen Berlin.
Hohe deutsche Strom- und Dieselpreise tragen schon länger zu Deindustrialisierung und Energiewende-Problemen bei
Die hohen Preise für Strom, Diesel, Benzin und andere Energieträger in der BRD sind nicht erst seit dem US-israelischen Angriff auf den Iran und die Sperrung der Straße von Hormus ein Dauerbrenner in der Diskussion darüber, warum Deutschland immer mehr Industrie, Jobs und Wettbewerbsfähigkeit verliert. Aber die jüngsten Preissprünge an den Tankstellen treffen nicht nur Endverbraucher, sondern auch viele Unternehmen vom mobilen Pflegedienst bis zum Großtransporteur so unmittelbar, dass bei vielen Selbstständigen der Geduldsfaden gerissen ist.
„Viele stehen mit dem Rücken zur Wand.“
Transportunternehmer und Korso-Organisator Michael Henry Berger
„Uns geht langsam die Luft aus“, schreibt Autokorso-Organisator und Leipziger Möbeltransport-Unternehmer Michael Henry Berger in einem offenen Brief an Kanzler Friedrich Merz (CDU). „Mindestlöhne steigen, Sozialabgaben steigen, Krankenkassen steigen, Energie wird teurer, Diesel wird teurer, die CO₂-Bepreisung kommt oben drauf, dazu Berufsgenossenschaft, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Maut, Auflagen, Nachweise, Formulare und eine Bürokratie, die mit der Wirklichkeit vieler Betriebe kaum noch etwas zu tun hat“, zählt er darin Frustfaktoren auf, die viele Mittelständler schon länger bewegen. Die Rücklagen seien in vielen Betrieben aufgebraucht oder stark geschrumpft, während die Politiker nur reden und sich neue Belastungen ausdenken. „Viele Menschen aus der arbeitenden Mitte fühlen sich politisch nicht mehr vertreten.“
IHK Leipzig: Überfällige Reformen nicht länger aufschieben
Er fordert daher nun weniger Bürokratie, bezahlbare Energie, weniger Schulden zu Lasten der folgenden Generationen und mehr Realitätssinn. „Die Bundesregierung bleibt weiterhin die dringend benötigte Strukturreform schuldig“, kritisiert auch Hauptgeschäftsführer Magerl von der IHK Leipzig. „Es darf jetzt keine Ausreden mehr geben, um notwendige, tiefgreifende Reformen weiter aufzuschieben.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Sächsische IHKs, Facebook-Beiträge von Michael Henry Berger, Oiger-Archiv

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