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Etatwechsel soll Ifo Dresden langfristig sichern

Ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen will sich um Bund-Länder-Anteil bemühen

Dresden, 23. Dezember 2025. Für die Dresdner Niederlassung des Wirtschaftsforschungs-Instituts „Ifo“ bahnt sich nach den jüngsten Finanzierungs-Querelen eine langfristige Lösung an. Das hat Ifo-Dresden-Vize Joachim Ragnitz eingeschätzt.

Wechsel vom Finanz- ins Wissenschaftsministerium geplant

Demnach will der Freistaat Sachsen seine Zuschüsse an das Ifo Dresden künftig nicht mehr aus dem Etat des Finanzministeriums bezahlen. Vielmehr soll künftig das Wissenschaftsministerium zuständig sein – was angesichts des Forschungscharakters des Instituts auch inhaltlich sinnvoll sei, meint Ragnitz. In diesem Zuge wolle sich Sachsen darum bemühen, dass das Ifo Dresden in die Bund-Länder-Finanzierungsprogramme aufgenommen wird. Dies würde einen langfristigen Erhalt nicht allein aus Landes- sondern auch aus Bundesmitteln erleichtern.

Drittmittel-Anteil zuletzt rückläufig

Bisher finanziert sich das Ifo Dresden zu wesentlichen Teilen aus dem Zuschuss des Freistaats Sachsen. Bis zu ein Drittel des Budgets speiste sich in den vergangenen Jahren aus Drittmitteln, also Projekten und Auftragsarbeiten jenseits dieser Zuschüsse – wobei dieser Anteil zuletzt durch die Schließungsgerüchte auf 16 Prozent gefallen war.

Zeitweise stand Niederlassung vor dem Aus

Im März 2025 hatte Sachsen im Zuge seines Sparkurses auch für das Ifo Dresden deutliche Kürzungen angekündigt. Die fielen so stark aus, dass die Ifo-Mutter in München einen Weiterbetrieb für unmöglich hielt und deshalb ankündigte, die Dresdner Niederlassung ganz schließen zu wollen. Daraufhin begannen sich die ersten Forscher nach anderen Jobs umzusehen. Angesichts vieler Proteste entschied sich der Landtag dann aber dafür, diese deutlichen Kürzungen zurückzunehmen. Dadurch konnten die Ökonomen erstmal weiterforschen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Auskünfte Ifo Dresden, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger