Metallgewebe-Akkus für mehr Reichweite

35 % mehr Speicherkapazität versprochen: Elfolion startet in Quedlinburg die Pilotproduktion neuer Stromkollektoren
Quedlinburg/Freiberg/Dresden, 14. August 2024. Mit Stromkollektoren aus metallisiertem Gewebe will das Quedlinburger Unternehmen „Elfolion“ den Akkus in Autos und Elektrogeräten ein Drittel mehr Kapazität verschaffen und gleichzeitig Ressourcen sparen. Eine Pilotanlage, die solche Elektroden-Komponenten in Vakuumkammern mit Kupfer, Aluminium oder Graphit beschichten kann, hat Firmengründer Manfred Danziger nun in Betrieb genommen. Die neuen Kollektoren sollen letztlich Elektroautos mehr Reichweite sichern.
2026 sollen die ersten Gewebe-Stromspeicher kommen
Der Start der Pilotanlage sei ein „wichtiger Schritt, damit die neuartige ressourcenschonende Technologie in eine europäische Wertschöpfungskette zur industriellen Herstellung hocheffizienter Batterietypen Einzug erhält“, betonen das Elfolion-Kollektiv und das Mutterunternehmen „Getec“. Nun gelte es, das neue Verfahren zur Serienreife zu führen und die Metallisierung des Gewebes im Vakuum und im Rolle-zu-Rolle-Verfahren zu beschleunigen. Bis 2026 sollen voraussichtlich die ersten Akkus mit den Metallgewebe-Kollektoren einsatzbereit sein.
Gemeinschafts-Entwicklung mit den Unis Freiberg und Dresden
Die Technologie dahinter hatte Elfolion gemeinsam mit dem Institut für experimentelle Physik der Bergakademie Freiberg und dem Institut für textile Hochleistungswerkstoffe der TU Dresden sowie weiteren Forschungspartnern aus München und Aachen entwickelt. Der auf dieser Basis hergestellte neue Stromkollektor bestehe nicht mehr aus einer vollflächigen Metallfolie, wie sonst in Lithium-Ionen-Akkus üblich, sondern aus einem metallbeschichteten Gewebe, erklärte Danziger. „Durch die grobmaschige Struktur wandelt sich der Stromkollektor vom 2D-Gebilde der Metallfolie in ein dreidimensionales Funktionselement.“ Dies vergrößere die Oberfläche des Stromkollektors deutlich, mache ihn effizienter und spare bis zu 90 Prozent des typischen Metallverbrauchs, wie sie bisher für Folien-Lösungen üblich sind.
Ministerpräsident ist begeistert
„Die Innovation von Elfolion begeistert mich, nicht nur als Ministerpräsident, sondern auch als Physiker“, kommentierte der sachsen-anhaltinische Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den Start der Pilotfertigung. „Das bestätigt den Ruf Sachsen-Anhalts als Land der Moderne und eröffnet die Chance, in einer Schlüsseltechnologie der Energiewende eine Vorreiterstellung zu begründen.“
Die Elfolion GmbH ist eine Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft und gehört zur Getec-Gruppe.
Autor: Oiger
Quelle: Getec, Wikipedia, Bergakademie Freiberg, TUD

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