Medizin & BiotechNewszAufi

Hahn oder Henne? Sterben oder leben?

Weibliches Küken- geschlüpft aus einem vorher untersuchten Ei. Foto: Stephan Wiegand, TUD
Weibliches Küken- geschlüpft aus einem vorher untersuchten Ei. Foto: Stephan Wiegand, TUD

Sächsische Forscher entwickeln Methode, um Kükengeschlecht noch im Ei zu erkennen

Dresden, 26. März 2016. Man muss kein überzeugter Vegetarier sein, um die Legehennen-Industrie für ethisch verwerflich zu halten: Die deutschen Landwirte töten jährlich rund 40 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen, weil sie für die Legehennen-Produktion nicht gebraucht werden. Forscher aus Dresden und Leipzig haben deshalb nun im Auftrag des Bundes-Landwirtschaftsministeriums ein lasergestütztes Verfahren entwickelt, um das Geschlecht der Küken noch im Ei zu ermitteln: 72 Stunden nach der Bebrütung, wenn die Embryonen noch keinen Schmerz empfinden. Das hat die Medizinische Fakultät „Carl Gustav Carus“ der TU Dresden mitgeteilt.

Laser analysiert Embryonen am Tag 3

Im neuen Verfahren strahlt ein Laser gebündeltes unsichtbares Infrarotlicht auf das Ei. Aus der Art und Weise, wie sich dieses Laserlicht an den Blutzellen-Molekülen streut („Raman-Spektroskopie“), lässt sich dann das Geschlecht des Hühner-Embryos am „Tag 3“ ermitteln.

Versuchsaufbau zur Geschlechtsbestimmung im Ei. Foto: Stephan Wiegand, TUD
Versuchsaufbau zur Geschlechtsbestimmung im Ei. Foto: Stephan Wiegand, TUD

Damit die Geschlechtsbestimmung großindustriell einsetzbar ist, wollen die Wissenschaftler diese Technologie bis Mitte 2017 noch zuverlässiger und schneller machen, außerdem automatisieren.

Kommentar:

Ich weiß nicht, ob ich mich sehr viel besser dabei fühle, wenn in Zukunft Hühner-Embryonen statt Küken massenweise getötet werden. Massentierhaltung und insbesondere die Legehennen-„Produktion“ bleiben ein ethisches Problem. Da kann einem das Oster-Ei im Halse stecken bleiben. hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

Schreibe einen Kommentar