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Kabeldiebe legen Hafenbahn Torgau lahm

Hafen Torgau. Foto: SBO
Bahnverladestation im Hafen Torgau. Foto: SBO

Schaden geht inzwischen in die Hunderttausende – und das ist kein Einzelfall

Torgau/Dresden, 30. Oktober 2025. Auch im Hafen Torgau haben Kabeldiebe wiederholt zugeschlagen und die Hafenbahn zeitweise lahmgelegt. „Der entstandene Sachschaden der Diebstähle beläuft sich inzwischen auf einen Betrag im sechsstelligen Bereich“, berichten die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe (SBO).

Folgeschäden für regionale Wirtschaft

„Diese Straftaten führen immer wieder zu Einschränkungen im Betriebsablauf der Hafenbahn und stören den Verkehr an den Bahnübergängen im Stadtgebiet Torgau erheblich“, ärgern sich die Hafenbetreiber. „Teile des Gleisnetzes sowie Bahnübergänge können zeitweise nur eingeschränkt oder gar nicht befahren werden, wodurch insbesondere Gütertransporte von und zum Torgauer Hafen beeinträchtigt werden. Die wiederholten Vorfälle wirken sich somit wettbewerbsschädigend auf die SBO sowie die regionalen und überregionalen Wirtschaftsunternehmen aus, die auf einen reibungslosen Bahn- und Straßenverkehr angewiesen sind.“

Oft stecken Profi-Diebesbanden aus Südosteuropa hinter systematischem Buntmetall-Klau

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten sich Kabeldiebstähle bundesweit gehäuft. Die Langfinger haben es vor allem auf Elektroauto-Ladesäulen und Bahnanlagen abgesehen, ohne Rücksicht auf die Folgen. Manche plünderten Baustellen, um an Buntmetalle heranzukommen, manche klauen gar denkmalgeschützte Statuen und andere Kunstobjekte von Friedhöfen, um sie einzuschmelzen und Geld damit zu machen. Auch speziell aus Sachsen häufen sich solche Berichte von der Polizei – beispielsweise hier, hier und hier. Aus der Schweiz gibt es ähnliche Berichte. All dies bestärkt die Vermutung, dass dahinter Profi-Banden stecken, die das Kupfer und andere Metalle aus den Kabeln im Anschluss verticken. In der Vergangenheit handelte es sich oft – allerdings nicht immer – um Banden aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn beziehungsweise Osteuropa.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SBO, Handelsblatt, HA, NZZ, Süddeutsche, Bild, WAZ, Merkur, BRF, DNN, PD Dresden, Polizei Berlin, WDR

 

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger