Millionenzuschüsse für Fettleber-Forschung und Mobilität der Zukunft

DFG rückt fast 26 Millionen Euro für gemeinsame Sonderforschungen in Dresden, Berlin und München heraus
Dresden, 30. Mai 2025. Forscher in Dresden und Berlin wollen die Mechanismen entschlüsseln, aus denen heraus eine Fettleber entstehen kann – selbst wenn der Patient kaum Alkohol trinkt. Immerhin bekommt rund jeder vierte Deutsche eher oder später solche Leberprobleme. Und da die Bevölkerung tendenziell älter und übergewichtiger wird, ist mit einer weiteren Zunahme der stoffwechselbedingten Fettlebererkrankung zu rechnen.
„Direkt auf die Leber abzielende Therapien fehlen“
„Medikamente, die sich gegen die zugrundeliegenden Risikofaktoren wie Fettleibigkeit und Insulinresistenz richten, haben zwar eine gewisse Wirksamkeit“, erklärt Prof. Frank Tacke von der Charité Berlin. „Direkt auf die Leber abzielende Therapien fehlen jedoch.“
Sonderforschungsbereich widmet sich Stoffwechsel-Versagen
Um das Wie und Warum dahinter besser zu verstehen, richten die Medizinische Fakultät in Dresden und die Charité einen gemeinsamen Sonderforschungsbereich „Metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease: Translating mechanisms to tailored therapeutic concepts“ ein. „Die Dresdener Forschungsgruppen … untersuchen, wie Fettstoffwechsel, Zellprogramme und Immunprozesse in der Leber aus dem Gleichgewicht geraten und so die Krankheit vorantreiben“, kündigt Prof. Jochen Hampe vom Uniklinikum Dresden. Insgesamt rückt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) rückt für diesen „Sonderforschungsbereich CRC/TR 412“ rund 13 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre heraus.
Agile Mobilität im Fokus
Weitere 12,7 Millionen Euro hat die DFG zeitgleich für ein ganz anderes Projekt bewilligt, für das die Technischen Universitäten Dresden (TUD) und München (TUM) kooperieren: Im Sonderforschungsbereich „Agile Mobilität“ (SFB/TRR 408 – „Agimo“) digitale Methoden für die Verkehrsplanung deutlich ausbauen.
Auch Digitale Zwillinge geplant
Die Ingenieure entwickeln in diesem Zuge komplexe Modelle, in denen das Mobilitätsverhalten ganz unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer vom Fußgänger bis zum Autofahrer simuliert werden kann. Zudem möchten sie „Digitale Zwillinge“ für den Verkehr der Zukunft generieren und Kriterien für eine „verantwortungsvolle Mobilität“ verfeinern. Aus Sicht der Dresdner Verkehrs-Dekanin Prof. Regine Gerike ist dieses Vorhaben „ein Meilenstein in der Mobilitätsforschung“.
„Nach dem sensationellen Erfolg bei der Exzellenzinitiative für Sachsen gibt es erneut Grund, um Spitzenwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen an der TU Dresden zu gratulieren“, freut Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU).
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: TUD, SMWK

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