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Kommissar PC: Fraunhofer-Software fahndet nach Kinderpornos

Zum Schluss spuckt die neue Fahndungs-Software eine Galerie mit Verdachtsbldern aus - hier ein Testlauf mit Probefotos. Abb.: FHG
Zum Schluss spuckt die neue Fahndungs-Software eine Galerie mit Verdachtsbildern aus - hier ein Testlauf mit Probefotos. Abb.: FHG

Berlin, 4.10.2011: Eine neue Software des Berliner Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik soll künftig der Polizei helfen, Kinderpornos unter Zehntausenden Bildern, Videos und anderen Dateien herauszufiltern. Derzeit läuft ein Praxistest beim Landeskriminalamt Berlin.

Wenn Fahnder den Computer eines mutmaßlichen Pädophilen beschlagnahmen, brauchen sie oft Wochen, um unter unzähligen Dateien auf der Festplatte die verbotenen Bilder und Clips zu finden – die teils zur Tarnung mitten in harmlose Spielfilme hineingeschnitten werden.

Die Fraunhofer-Software soll diesen Prozess nun enorm beschleunigen: Mit einem Tempo von bis zu zehn Bildern pro Sekunde untersucht das Programm „desCry“ die fraglichen Festplatten inklusive E-Mail-Anhängen und Archiven. Dabei berücksichtigt die Analysesoftware einige Tausend Kriterien wie Farbe, Textur und Konturen, um mögliche Kinderpornose heraus zu sortieren. Zum Schluss ist freilich wieder der Mensch gefragt: „desCry“ präsentiert letztlich eine Galerie mit Verdachts-Bilder und -videos, die Entscheidung, was dem Richter vorgelegt wird, liegt dann beim menschlichen Fahnder. hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

Heiko Weckbrodt hat Geschichte studiert, arbeitet jetzt in Dresden als Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalist und ist Chefredakteur und Admin des Nachrichtenportals Oiger. Er ist auch auf Facebook, Twitter und Google+ zu finden.

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