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Blutprobe saust per Rohrpost ins Labor

rechnergesteuerte Hightech-Rohrpost für die Mediziner. Foto: Aerocom

Rechnergesteuerte Hightech-Rohrpost für die Mediziner. Foto: Aerocom

Uniklinikum Dresden bestellt pneumatisches Transportsystem

Dresden, 18. Januar 2016: Chirurgen und andere Ärzte in Dresden können Blut- und Gewebeproben in Zukunft automatisch per Luftdruck ins Labor einsenden: Das Uniklinikum Dresden hat jetzt eine millionenteure Rohrpost-Anlage bei der Firma Aerocom aus Schwäbisch Gmünd bestellt. Die Poströhren sollen zunächst den neuen Operationstrakt im Haus 32 und die Institute für Pathologie sowie für Klinische Chemie und Labormedizin miteinander verbinden. Später werden „alle an der Krankenversorgung beteiligten Gebäude an das als ringförmiges Netzwerk angelegte Rohrpostsystem“ angeschlossen, kündigte die Uniklinik-Leitung an.

Instandhaltungskoordinator Christian Pohlenz überprüft den Prototyp eines neuen Zentralverteilers der Rohrpostanlage im Uniklinikum Leipzig (Sachsen). Die eigens für die Klinik entwickelte Anlage verteilt 360 Büchsen statt bislang 180 pro Stunde an die Empfänger. Damit wird gleichzeitig der Ausbau des Rohrpostsystems der Klinik vorangetrieben, derzeit die zweitgrößte Krankenhaus-Rohrpost Deutschlands. 21 Kilometer Rohre gibt es, fünf weitere Kilometer sind geplant. Verschickt wird alles, was in die Büchse passt. Foto: Jan Woitas, Aerocom

Instandhaltungskoordinator Christian Pohlenz überprüft einen Zentralverteiler der Rohrpostanlage im Uniklinikum Leipzig. Foto: Jan Woitas, Aerocom

Transportzeit halbiert sich

Bisher mussten Ärzte zum Beispiel nach einer Krebs-OP die Gewebeproben des Patienten mit einem Kurier zu Fuß oder per Fahrrad zum Labor bringen lassen, um dann auf den Befund zu warten – im Schnitt verbrauchte das allein 20 Minuten Transportzeit nur auf dem Campus. Diese Transportzeit soll sich durch das neue Rohrpostsystem auf durchschnittlich zehn Minuten halbieren. Bis zum Frühjahr 2018 soll die erste Ausbaustufe in Betrieb gehen.

Teilprojektleiter Christian Pohlenz erläutert die für das Dresdner Uniklinikum geplanten Wege der Rohrpostleitungen. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Teilprojektleiter Christian Pohlenz erläutert die für das Dresdner Uniklinikum geplanten Wege der Rohrpostleitungen. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

„Eines der weltweit größten Systeme dieser Art“

In dem Rohrpostsystem können im Endausbau bis zu 6000 Sendungen pro Tag vollautomatisch verschickt werden, kalkuliert das Uniklinikum. „Damit ist die Rohrpostanlage der Hochschulmedizin Dresden eines der weltweit größten Systeme dieser Art“, hieß es. Angetrieben und gesaugt von Unter- beziehungsweise Überdruck bewegen sich die Probenbehälter in den Rohrleitungen. Die Transportbehälter enthalten Transponder. Durch diese kleinen Funksender kann ein Computersystem jeden Transporter identifizieren und möglichst effizient und ohne Staus durch die Leitungen zum Ziel lotsen.

Links eine "Startstation" für Rohrpost-Sendungen, rechts ein "Zielbahnhof". Foto: Aerocom

Links eine „Startstation“ für Rohrpost-Sendungen, rechts ein „Zielbahnhof“. Foto: Aerocom

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