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Meißen bekommt Horn-Millionen

 

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Stiftung bekommt 1,7 Millionen Euro aus Münz-Auktion

Meißen, 2. März 2015: Dass seine bereits 1943, also mitten im Krieg, testamentarisch festgelegte Entscheidung, seine stattlichen Sammlungen über eine Stiftung dem Wohle der Stadt Meißen und deren Bürger zu widmen, so reichlich finanzielle Früchte zeitigen würde, hat der Meißner Weinhändler und Kunstliebhaber Otto Horn sicher nicht gedacht. Doch genau dies geschieht seit einigen Jahren. Schon in Kürze erwartet Stiftungsverwalter Tom Lauerwald einen neuen Zahlungseingang. Knapp 1,7 Millionen Euro fließen als Erlös aus einer Versteigerung Hornscher Münzen und Medaillen in die Stiftungskasse. Gut angelegt, werden aus den Erträgen Vorhaben der Stadt und der Region finanziell unterstützt, die dem Hornschen Vorgaben genügen. Lauerwald hat satzungsgemäß dabei ausreichende Spielräume.

Geld floss bisher vor allem in städtische Restaurationen

Einiges ist in den letzten Jahren bereits geschehen. Die Sanierung der auf der Elbbrückenrampe befindlichen Postmeilensäule wurde finanziert, ebenso Restaurationen an der Aula des Franziskaneums und an der Klosterruine „Heilig Kreuz“. Die Jugendschule erhielt Mittel für ihre Projektarbeit, die Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt durch die Initiative „Brückenbau“ wurde ebenfalls unterstützt.

Durch die Sanierung stiftungseigener, vom Verfall bedrohter Immobilien entstanden sieben Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten. Das Stadtmuseum profitiert von Gemälden und Skulpturen aus Hornschen Sammlungen. Das Stadtarchiv bewahrt den reichen Fundus historischer Pläne, Grafiken und Bücher auf. Darunter befinden sich ein Kupferstich mit der frühesten Meißner Stadtansicht von 1558 sowie die älteste Stadtchronik, die von Matthes Stöckel in Dresden gedruckt wurde.

Kunstsammler-Stiftung 1997 reanimiert

Die 1951 nach dem Willen Otto Horns gegründete Stiftung, die den Namen seiner Eltern Otto und Emma Horn trägt, hatte in der DDR nur ein kurzes, lediglich drei Jahre währendes Leben. Erst 1997 wiederbelebt, musste sie sich über einen Jahre hinziehenden Rechtsstreit mit Ansprüchen sowohl der Stadt Meißen, vor allem aber des Freistaates Sachsen auseinandersetzen. Nur außergerichtlich fand sich eine für alle Seiten annehmbare Regelung der Ansprüche. Autor: Peter Weckbrodt

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[caption id="attachment_67607" align="alignleft" width="117"]Peter Weckbrodt. Foto: IW Peter Weckbrodt. Foto: IW[/caption]Peter Weckbrodt hat ursprünglich Verkehrswissenschaften studiert, wohnt in Dresden und ist seit dem Rentenantritt journalistisch als freier Mitarbeiter für den Oiger und die Dresdner Neuesten Nachrichten tätig.