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Buch eicht uns auf Steve-Jobs-Denke

Steven Jobs. Foto. Apple

Steven Jobs. Foto. Apple

„How to think like Steve Jobs“ zeichnet Lebensbild eines rücksichtslosen, aber erfolgreichen Visionärs

Schon zu Lebzeiten trug das Verhältnis zwischen Steve Jobs und den Apple-Anhängern teils quasireligiöse Züge. Seit dem Tod des Apple-Gründers vor zweieinhalb Jahren ist zwar einige kritische Distanz hinzugekommen, aber auch Verklärung. Was man von dem erfolgreichen Unternehmer und Selbstvermarkter lernen kann, hat der Londoner Autor Daniel Smith nun in seinem Buch „How to think like Steve Jobs“ zusammengefasst.

Anekdotischer Stil

Das ist zwar eher anekdotisch als analytisch gehalten, aber dadurch auch geschmeidig zu lesen – und nicht zuletzt ergeben auch die vielen Häppchen, die Smith über das private und unternehmerische Leben des Schwarzpulli-Gurus gesammelt hat, in der Gesamtschau doch ein interessantes und ganzheitliches Bild.

Launenhaft und unfair

Darin verschweigt der Autor auch nicht die launenhaften und rücksichtslosen Seiten von Jobs, der zu Mitarbeitern und Partnern wie Apple-Mitgründer Steve Wozniak nicht unbedingt immer fair war. Der von seinen leiblichen Eltern verstoßen wurde und sich in seiner LSD- und Hippie-Phase zunächst recht undankbar gegenüber seinen Adoptiveltern gab.

Apple und Pixar aufgepäppelt

Jobs bei der Präsentation des iPads 2010. Abb.: Matt Buchanan/Wikipedia

Jobs bei der Präsentation des iPads 2010. Abb.: Matt Buchanan/Wikipedia

Andererseits argumentiert Smith mit einem Maßstab, dem schwer zu widersprechen ist: Dem Erfolg eines amerikanischen Machers, der Apple zum Weltkonzern machte, nach seinem Rauswurf Pixar zum führenden Animationsfilmstudio aufpäppelte und danach zum inzwischen darbenden Apple zurück ging – und mit iPod, iPad, iPhone und Co. eine Produktoffensive startete, die das Unternehmen aus einer tiefen Krise zerrte und wieder zu einem der wertvollsten Technologie-Konzerne weltweit machte.

Wider die Macht der Buchhalter

Dass dies gelang, lag wohl auch an einem Punkt, den Smith schön herausarbeitet: Jobs brach bei seiner Rückkehr die Macht der Buchhalter und Vertriebsleute, die in jedem Unternehmen ab einer gewissen Größe die Chefposten besetzen und damit zwar den Umsatz optimieren, die Innovationskraft aber schwächen. Und was immer man vom oft allzu eitlen und großmäuligen Jobs in der Rückschau auch halten mag, so war er doch sicher eines: ein Visionär, der sich mit seinen Ideen (meist) auch durchzusetzen verstand – in Falle von Apple zweifelsfrei zugunsten des Unternehmens.

Abb.: Schwarzkopf

Abb.: Schwarzkopf

Fazit:

Unterhaltsam in kleinen Kapitelhäppchen geschrieben, lässt das Buch zwar gelegentlich etwas kritische Analysetiefe vermissen, setzt aber doch auch mit all seinen Zitaten, Anekdoten und Exkursen ein komplexes biografisches Bild zusammen. Wenig überraschend hat es den Duktus vieler Ratgeber-Bücher aus US-Produktion: Auch Du kannst es schaffen. Sehr aufmunternd. Autor: Heiko Weckbrodt

Daniel Smith: „How To Think Like Steve Jobs: Des Apfels Kern: Was jeder von ihm lernen kann“, Schwarzkopf- & Schwarzkopf-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86265-103-0, 15 Euro (eBuch: fünf Euro), Leseprobe hier

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