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Weniger Labormäuse: Dresdner CBG-Experte ausgezeichnet

Ronald Naumann untersucht Mäusespermien, damit weniger Tiere für Experimente gezüchtet werden müssen. Foto: Ronald Naumann via MPI-CBG
Ronald Naumann untersucht Mäusespermien, damit weniger Tiere für Experimente gezüchtet werden müssen. Foto: Ronald Naumann via MPI-CBG

Ronald Naumann vom Planck-Genetikinstitut bekommt 3R-Preis

Dresden, 19. Dezember 2025. Weil er einen Weg gefunden hat, genetische Forschung mit weniger Versuchsmäusen zu schaffen, bekommt Ronald Naumann vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden den „3Rs Awards 2025“. Mit dem Preis zeichnet die an den Prinzipien „Ersetzen, reduzieren, verfeinern“ (replace, reduce, refine = 3R) orientierte Vereinigung „3Rs Collaborative“ jene Wissenschaftler aus, die sich besonders um die Minderung von Tierleid in der Forschung verdient gemacht haben.

Durch Vorab-Tests von Spermien brauchen Genetiker weniger Mäuse

So entwickelte Naumann als Leiter der „Transgenic Core Facility“ am CBG eine Methode, um die Spermien von Mäusen vorab auf jene Eigenschaften zu testen, die für die nachfolgenden Versuche wirklich gebraucht werden. Dadurch müssen letztlich weniger Mäuse für die Experimente gezüchtet werden.

„Seit über 40 Jahren werden Tausende von Mäusen mit genetischen Mutationen gezüchtet. Häufig trägt jedoch trotz des Einsatzes vieler Tiere keines der Nachkommen die gewünschte Mutation“, erläutert Ronald Naumann. „Im Einklang mit den 3R-Prinzipien zur Reduzierung der Anzahl von Versuchstieren haben wir eine neue Methode entwickelt, um Spermien von Mäusen vorhersagbar auf gewünschte genetische Mutationen zu testen.“ Dadurch würden nur Nachkommen erzeugt, die für das jeweilige Experiment von wissenschaftlichem Interesse sind. „Der Ansatz erlaubt es, Mäuse effizient zu züchten, ohne eine große Zahl zusätzlicher Tiere zu benötigen. So konnten wir in den letzten vier Jahren bereits die Zahl der gezüchteten Mäuse um rund 5600 reduzieren.“

Autor: hw

Quelle: MPI-CBG

Wissenschaftliche Publikation:

„Novel insights into the genetic background of genetically modified mice“ von Dobrowolski, Fischer und Naumann, in: „Transgenic Res.“, 2018, Fundstelle im Netz hier

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger