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Trendforce: Honda und Nissan bleiben auch nach Fusion schwach im Stromermarkt

Ladesäule für Elektroautos. Foto: Heiko Weckbrodt
Ladesäule für Elektroautos. Foto: Heiko Weckbrodt

Beitritt von Mitsubishi könnte aber helfen

Taipeh/Tokio, 4. Januar 2025. Ähnlich wie in Europa hohe Transformations-Kosten, die schwierige Wirtschaftslage und eine wachsende Konkurrenz aus China die Automobilbranche unter Druck setzen und Fusions-Gerüchte schüren, entstehen auch in Japan nun größere Autokonzerne. Konkret wollen Honda und Nissan zusammengehen, womöglich wird auch Mitsubishi Motors dem Konglomerat beitreten. Allerdings wird der neue Konzern wohl nicht stark genug sein, um im Elektroauto-Segment mit den großen Anbietern wie BYD oder Tesla Paroli zu bieten, prognostizieren die Marktforscher von Trendforce aus Taiwan: Demnach werden Honda und Nissan nach dem Zusammenschluss auf weniger als fünf Prozent Anteil im Stromermarkt kommen. Hinzu kommen unterschiedliche Elektrifizierungsziele, die beide Unternehmen bisher verfolgt haben.

Neuer Konzern wird größer als koreanische Hyundai-Kia-Gruppe sein

„Die Fusion wird zwar den Gesamtabsatz von Fahrzeugen ankurbeln und könnte im Jahr 2025 die Hyundai-Kia-Gruppe übertreffen“, meinen die Analysten. Die kurzfristigen Auswirkungen auf den Elektrofahrzeugsektor werden jedoch wahrscheinlich eher auf die Ressourcenintegration als auf ein unmittelbares Umsatzwachstum beschränkt sein.“ Honda plane, als Übergangsmaßnahme die „Adapted Electric Platform“ (AEP) für die Elektrofahrzeugproduktion anzupassen und verstärkt eigene Stromer auf dem chinesischen Markt zu platzieren. Nissan setze hingegen stärker auf seine „e-Power“-Hybridtechnologie. Wenn Mitsubishi noch der Fusion beitrete, könne dies den neuen japanischen Autokonzern aber durchaus stärken, so Trendforce: „Auch wenn der Beitrag von Mitsubishi Motors zum gesamten Fahrzeugabsatz bescheiden bleibt, ist die Expertise der Mitsubishi Group bei wichtigen Elektroauto-Komponenten wie Elektromotoren und Wechselrichtern von unschätzbarem Wert. Die Nutzung der Lieferkettenbeziehungen von Mitsubishi Motors könnte die Elektroauto-Ambitionen des neu gegründeten Unternehmens unterstützen.“

Weltmarktanteile der 10 größten Autohersteller weltweit. Tabelle: Trendforce
Weltmarktanteile der 10 größten Autohersteller weltweit. Tabelle: Trendforce

Analysten: Kein Autohersteller kann es sich leisten, bei Elektrifizierungsbemühungen nachzulassen

Für den gesamten Weltmarkt rechnet Trendforce weiter mit einer stetigen Nachfrage für Elektroautos, auch wenn diese zuletzt etwas nachgelassen hat: Demnach machen Elektrofahrzeuge derzeit etwa ein Viertel der globalen Neuwagenverkäufe aus. „Obwohl sich die Wachstumsrate des globalen Elektrofahrzeugmarkts verlangsamt hat, bleibt der allgemeine Aufwärtstrend intakt“, betonen die Analysten. Sie erwarten, dass im Jahr 2025 weltweit rund 26 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft werden, was fast 30 Prozent des gesamten Neuwagenabsatzes entspreche. Hier eingerechnet sind Akku-Stromer wie auch Hybride. „In dieser sich schnell entwickelnden Landschaft kann es sich kein Autohersteller leisten, bei seinen Elektrifizierungsbemühungen nachzulassen.“

Autor: hw

Quellen: Trendforce, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger