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Bluray „G.I Joe“: Brachial-infantile Kriegsspielzeug-Verfilmung

Immerhin ein Hingucker: Frau Jinx (Élodie Yung) übt im G.I.Dojo fechten. Foto: Paramount

Immerhin ein Hingucker: Frau Jinx (Élodie Yung) übt im G.I.Dojo fechten. Foto: Paramount

Der US-Präsident ist ein getarnter Agent von Oberbösewicht „Cobra“, diskreditiert die Elite-Söldnertruppe „G.I. Joe“ und rottet sie dann bis auf drei Hanseln aus. Die schwören knallblutige Rache und verhindern dabei einen globalen Nuklearkrieg. Soweit, so simpel die Story der zweiten Verfilmung aus der „G.I.“-Welt des US-Kriegsspielzeug-Herstellers Hasbro, die uns nun als „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ im Heimkino heimsucht.

Redet genauso wie er guckt: Dwayne Johnso (r.) als "Roadblock". Foto: Paramount

Redet genauso wie er guckt: Dwayne Johnso (r.) als „Roadblock“. Foto: Paramount

Ringer ringt ums Schauspieler-Sein

Und die dröhnt den Zuschauer zwei Stunden lang mit schwachsinnigen Dialogen, hirnlosen Ballereien, Logikbrüchen und infantilen Ninija-Gehabe zu. Derweil sondert der größte Teil der sogenannten Schauspieler derart verbrauchte „Coolness“-Versatzstücke ab, dass man sich eine Rückkehr der Stummfilmzeit zurücksehnt – vorneweg Brachialmime Dwayne Johnson als Ballermann „Roadblock“, der wohl besser bei seiner Whrestling-Ringerei geblieben wäre.

Wie durchaus fähige Schauspieler wie etwa Ray Stevenson (der u. a. in „Rom“, „Dexter“ und „Thor“ mit an Bord war) oder Bruce Willis bei so einem Unsinn mitmachen konnten, bleibt schleierhaft – vielleicht haben sie in ihrer Kindheit mit den Actionpuppen gespielt, die dieses Machwerk unter der Regie von Jon Chu („Justin Biber“ vermarktet.

Werbevideo (Paramount):

Rasante Action im 0-Logik-Modus

Immerhin wartet der zweite „G.I. Joe“-Film mit rasanter Action (teils aus dem Computer geboren) auf. Alles andere bleibt indes auf der Strecke, vor allem Logik und Stimmigkeit: Da trinken beispielsweise nordkoreanische Grenzposten gemütlich Kaffee, so dass die G.I.s in Ruhe Grenzzäune mit hellleuchtenden Trennschweiß-Handschuhen (!) durchschneiden können, da warten die Bösewichter mit Sturmgewehr im Anschlag seelenruhig, bis sie von „Roadblock“ abgeknallt werden, da spielen oberflächlich auf „Japaner“ geschminkte Schwarze albern kichernde Dojo-Meister und, und, und… – ein Gut-Böse-50er-Jahre-Film eben in der Optik des 21. Jahrhunderts.

Foto: Paramount

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Fazit:

Selbst nach den Maßstäben einer Spielzeug- und Comic-Verfilmung ziemlich infantil. Heiko Weckbrodt

„G.I Joe – Die Abrechnung“ (Paramount), Actionspielzeug-Verfilmung, USA 2013, Regie: Jon Chu, 123 endlose Minuten, Boni: gottseidank geschnittene Szenen und Dokus über die Produktion, FSK 16, DVD 13 Euro, Bluray 17 Euro

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