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Deutlich zu sehen ist der starke Geschäftsklima-Einbruch in Ostdeutschland mit Corona, die folgende Erholungsphase und die jüngste Talfahrt seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Grafik: Ifo Dresden

Geschäftsklima kühlt sich in Ostdeutschland spürbar ab

Ifo-Institut in Dresden registriert schlechte Stimmung vor allem in der Industrie und in der Baubranche Dresden, 28. Juli 2022. Angesichts von Energiepreiskrise, Corona-Nachwirkungen, Ukraine-Krieg, Baukostensteigerungen und weiteren Faktoren hat das Geschäftsklima in der ostdeutschen Wirtschaft deutlich abgekühlt. Das hat das Ifo-Institut in Dresden mitgeteilt.

Wenn ein Elektroauto und die Ladestation entsprechend ausgerüstet sind, können Ströme in beide Richtungen fließen. So lässt sich der Autoakku dann auch als Notstromaggregat fürs Eigenheim nutzen. Infineon und Delta setzen dabei auf Wechselrichter aus Siliziumkarbid. Foto: Infineon (Pressedatenbank)

Elektroauto als Notstrompuffer fürs Eigenheim

Infineon und Delta unternehmen neuen Anlauf mit Siliziumkarbid, um bidirektionales Laden zu etablieren München/Taipeh, 27. Juli 2022. Um Elektroautos effizienter als bisher als Notstromspeicher fürs Eigenheim einzusetzen, haben die Halbleiterkonzerne Infineon und Delta Electronics aus Deutschland und Taiwan gemeinsam ein bidirektionales Ladesystem auf Siliziumkarbid (SiC) entwickelt. Durch den modernen Verbindungshalbleiter halbieren sich laut Infineon die Energiewandelverluste beim zweiseitigen Laden gegenüber früheren Lösungen. Erreichbar seien Spitzenwirkungsgrade über 97,5 Prozent, teilten die Bayern mit.

Mit Wallbox und Elektro-Bobbycar demonstrieren Dresdner Ebee-Ingenieure, wie ihre Elektronik die Ladevorgänge von E-Autos steuert. Foto: Heiko Weckbrodt

Steuerelektronik für die E-Zapfsäule

Ehemalige Technisat-Ingenieure entwickeln heute bei Ebee Dresden Leiterplatten und Software für die elektromobile Wende in der Autoindustrie Dresden, 27. Juli 2022. Je mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, umso mehr fällt auch jede fehlerhafte oder ausgefallene Ladesäule auf. Denn bei Akku-Autos mit ihren im Vergleich zu Verbrennern kurzen Reichweiten ist bei längeren Reisen die Ladeplanung entscheidend. Und wenn dann eben eine „Zapfsäule“ in der Kette ausfällt, kann das ganz schnell die Reisepläne ordentlich über den Haufen werfen, wie selbst der scheidende VW-Konzernchef Herbert Diess bei eigenen Testfahrten schon verärgert feststellen musste. Damit das künftig seltener passiert, daran arbeiten unter anderem ehemalige Technisat-Ingenieure in Dresden.

Gewässer und Grünflächen – wie hier an der Pleiße in Leipzig – helfen unter anderem, Straßen und Plätze zu kühlen. Foto: Swen Reichhold für die Uni Leipzig

Naturnahe Hitzestopper in urbanen Betonwüsten

Leipziger Forscher plädiert für mehr Pflanzen, Sickerrinnen und andere „blaugrüne“ Elemente in Großstädten Leipzig, 26. Juli 2022. Begrünte Hausdächer, Mulden, Sickerrinnen („Rigolen“) können zusammen mit Stadtbäumen, Parks und Regenzisternen dabei helfen, dass Großstädte und ihre Bewohner besser mit dem Klimawandel zurechtkommen. Solche „blaugrünen Infrastrukturen“ aus Grünanlagen, Bächen und anderen Wasserflächen könnten spürbar dazu beitragen, dass sich Innenstädte nicht weniger aufheizen und sich genug Grundwasser selbst in dichtbesiedelten Quartieren bilden kann. Darauf hat der Ökonom und Biologe Dr. Stefan Geyler von der Uni Leipzig hingewiesen.

Keramischer Plattenstapel ("Stack") aus dem Fraunhofer-IKTS, der als Herzstück für Brennstoffzellen und Elektrolyseure dienen kann. Foto: Heiko Weckbrodt

Keramik-Elektrolyseure sollen Abgase in Dünger und Treibstoff verwandeln

Fraunhofer-Experte: Durch 30 % höhere Effizienz lohnen sich Koppelprozesse heute mehr denn je Dresden, 26. Juli 2022. Moderne Brennstoffzellen und Elektrolyseure können nicht nur vergleichsweise umweltfreundlich Wasserstoff oder Strom erzeugen, sondern weit effizienter als frühere Lösungen auch Synthesegas, Ammoniak und weitere Ausgangsstoffe zum Beispiel für die Düngerproduktion und als Erdgas-Ersatz. Dabei können sich auch Kohlendioxid, Stickstoffe und andere Abgase unschädlich machen. Das hat Prof. Alexander Michaelis, der Leiter des Fraunhofer-Keramikinstituts IKTS in Dresden, eingeschätzt.

Organische Solarfolie von Heliatek Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Elektronenfallen bremsen organische Solartechnik aus

TU Chemnitz sieht hohe Leistungsverluste vor allem durch Transportwiderstand Chemnitz/Dresden, 25. Juli 2022. Viele winzige Elektronenfallen sind wesentlich mitschuld daran, dass organische Solarzellen immer noch nicht den Wirkungsgrad klassischer Sonnenstromsammler aus Silizium erreicht haben – und dadurch ein Marktdurchbruch weiter auf sich warten lässt. Das haben Physiker der TU Chemnitz (TUC) in einer Studie gemeinsam mit Kollegen aus Bayern, der Schweiz, Großbritannien und den USA ermittelt. Demnach fangen diese Fallen viele langsame Elektronen ein, verhindern eine ausreichende Füllung des Solarzellen mit Ladungsträgern und sorgen letztlich für einen zu großen Transportwiderstand.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Keramikgelenke aus der Spritzgießmaschine

Fraunhofer Dresden will neue Prothese-Produktionsmethode etablieren Dresden, 25. Juli 2022. Normalerweise stellen Spritzgießmaschinen massenhaft Plastegabeln, Stecker, Drohnenschalen und ähnliche Billig-Bauteile aus Kunststoff her. Das Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS in Dresden arbeitet allerdings nun gemeinsam mit Partnern aus der thüringischen Wirtschaft daran, mit speziell modifizierten Spritzgießmaschinen auch Keramik statt Plaste zu verarbeiten – und damit besonders lange haltbare und körperverträgliche Prothesen wie zum Beispiel Kniegelenke herzustellen. Dieses Projekt hat IKTS-Forscher Axel Müller-Köhn während der Wissenschaftsnacht 2022 in Dresden vorgestellt.

So etwa sollen die elektronischen Schlösser mit Infineon-Technologie aussehen. Das intelligente Schloss ohne Batterie kann über das Mobiltelefon geöffnet und geschlossen werden. Die Anwendung zieht die dafür notwendige Energie kontaktlos aus dem Mobiltelefon. Foto: Infineon

Infineon will Stahlschlüssel überflüssig machen

Smartphone soll gleichermaßen Schlüssel wie auch Energielieferant fürs E-Schloss sein München, 24. Juli 2022. Infineon will unsere Schlüsselbunde schrumpfen: In Zukunft sollen sich viele Schlösser per Mobiltelefon öffnen lassen – und dabei ohne eigene Batterien auskommen. Eine elektronische Lösung dafür, die sich ihren Strom bei Bedarf kontaktlos aus dem Handy saugt, hat der bajuwarische Halbleiterhersteller nun vorgestellt.

Kabelmesswagen von Baur im Einsatz. Foto: baur.eu

Baur siedelt Entwicklungszentrum in Coswig an

Österreicher sind auf Kabel-Prüftechnik spezialisiert Coswig, 23. Juli 2022. Der österreichische Messtechnik-Hersteller „Baur“ baut in Coswig bei Dresden ein neues Entwicklungszentrum auf. Das geht aus Stellenausschreibungen des Unternehmens hervor. Demnach hat Baur diese Niederlassung offiziell bereits zum 1. Juli 2022 eingerichtet und sucht nun Entwickler und Konstrukteure für die Arbeit in Sachsen.

Je jünger die Kinder, umso weniger können sie mit "Antiktechnik" wie Fax und Walkman etwas anfangen. Grafik: Bitkom

Jeder zweite Minderjährige kennt kein Faxgerät

In Büros noch anzutreffen, aber Jüngere können kaum etwas damit anfangen Berlin, 22. Juli 2022. Noch in den 1990er Jahren war das Fax-Gerät das Kommunikationsmittel der Wahl, wenn Unterlagen zu übermitteln waren. Doch das war gestern: Von den Unter-18-Jährigen in Deutschland weiß nur noch jeder Zweite, was ein Fax überhaupt ist. Das hat eine Umfrage von „Bitkom Research“ unter 920 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren ergeben.

Bandenchef Zola (Zdenek Godla) nimmt Kommissar Carl Mørck (Ulrich Thomsen) als Geisel. Szenenfoto: Koch-Film

Dänenkrimi „Erwartung“ im Heimkino: Düsterer Neustart der Adler-Olsen-Filmreihe

Im „Marco-Effekt“ ermittelt nun Ulrich Thomsen statt Nikolaj Lie Kaas als Kommissar Mørck Korruption bis in die höchsten Kreise, Auftragsmörderbanden und Entwicklungshilfebetrug stehen im Mittelpunkt der jüngsten Verfilmung der „Dezernat Q“-Krimis von Jussi Adler-Olsen. „Erwartung – Der Marco-Effekt“ erscheint Ende Juli 2022 fürs Heimkino und wartet mit einem komplett ausgetauschten Schauspieler-Ensemble aus: Statt Nikolaj Lie Kaas mimt nun – sehr gekonnt – Ulrich Thomsen („Das Fest“) den schrulligen Kommissar Carl Mørck. Auch Assad, Rose, und all die anderen Akteure aus der dänischen Kripo hat Regisseur Martin Zandvliet neu besetzt.

Das Lithiummineral Zinnwaldit. Foto: Bergakademie Freiberg

Sachsen wollen mehr eigenes Lithium fördern

Neue Rohstoffstrategie soll für mehr Autarkie sorgen Dresden, 21. Juli 2022. In Sachsen abgebautes Lithium und andere einheimische Wertstoffe sollen in Zukunft eine stärkere Rolle beim Rohstoffnachschub für die hiesigen Hochtechnologie-Industrien spielen. Diese Marschrichtung hat der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) für eine neue Rohstoff-Strategie im Freistaat ausgegeben.

Die Gas- und Ölindustrie spielt eine zentrale Rolle für die russische Wirtschaft. Hier das Gasverarbeitungswerk Amur vom Gazprom. Foto: Gazprom (Pressefoto)

Studie: Gasstopp würde Metallbranche, Chemie und Papierindustrie besonders treffen

Auch Textil und Keramik sind indirekt sehr von russischem Gas abhängig München/Mannheim/Dresden, 21. Juli 2022. Metallbetriebe, die Chemie und die Papierindustrie wären von Gas-Rationierungen besonders stark betroffen. Das hat eine Studie des „Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung“ (ZEW) in Mannheim für die „Stiftung Familienunternehmen“ in München ergeben. Auch erhebliche Schäden in weiteren, weniger energieintensiven aber volkswirtschaftlich bedeutenderen Sektoren seien nicht ausgeschlossen, weil durch Gasengpässe dann auch Vorprodukte ausbleiben. Insbesondere auch kleine Branchen wie Textil oder Keramik haben demnach eine sehr hohe Abhängigkeit vom Gas.

Ultrakondensatoren von Skeleton. Foto: Skeleton

Skeleton baut neue Energiespeicher-Fabrik in Markranstädt

Esten investieren weitere 220 Millionen Euro in Superkondensator-Produktion in Sachsen Markranstädt, 20. Juli 2022. Skeleton Technologies baut gemeinsam mit Siemens eine große Energiespeicher-Fabrik in Markranstädt bei Leipzig. Inklusive weiterer Forschungsausgaben und Ausbauten will das estnisch-sächsische Unternehmen dafür rund 220 Millionen Euro in Sachsen investieren. Das geht aus einer Skeleton-Mitteilung hervor.