Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Die Lithografie-Abteilung im X-Fab-Chipwerk in Dresden. Foto: X-Fab

Nach Corona-Dämpfer geht’s bei X-Fab wieder aufwärts

Ostdeutsche Spezial-Foundry bekommt wieder mehr Chip-Aufträge für Medizinsektor und Automobilbau Erfurt/Tessenderlo, 12. Februar 2021. Der ostdeutsche Chip-Auftragsfertiger „X-Fab“ hat wegen Corona sowie Sondereffekten durch eingestellte Produkte in Frankreich im Jahr 2020 nur noch 477,6 Millionen US-Dollar (427,25 Millionen Euro) Umsatz gemacht und damit sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Das hat X-Fab-Chef Rudi De Winter, im belgischen Tessenderlo mitgeteilt. Im letzten Quartal 2020 hätten die Umsätze aber im Jahresvergleich wieder um ein Fünftel zugelegt – vor allem getrieben durch Aufträge aus dem Medizintechnik- und Automobil-Sektor.

SIB-Geschäftsführer Christian Müller (li.) und MX3-Geschäftsführer Steffen Fritzsche vor der neu angeschafften 5-Achs-Fräsmaschine. Foto: Meeco

Sparkasse steigt bei MX3 Radeburg ein

Metallbauer braucht Kapital für Automatisierung Radeburg, 12. Februar 2021. Die „SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft“ beteiligt sich am Metallbau-Unternehmen „MX3“ in Radeburg bei Dresden. Durch die Eigenkapital-Einlage der Sparkassentochter kann die MX3 nun ihren Automatisierungs-Kurs forcieren und neue Maschinen kaufen. Das hat die SIB mitgeteilt.

Aus DDR- und Pentacon-Zeiten überliefert: An der Wache waren die Betriebsausweise vorzulegen. Heute gehört der Komplex zu An den Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Corona-Arbeitsausfälle: „Einbruch übersteigt alles bisher Gemessene deutlich“

Laut Arbeitsagentur-Institut IAB gab es bisher 59,2 Millionen Tage Arbeitsausfall durch 2. Corona-Einschluss Nürnberg, 9. Februar 2021. Während der zweiten Corona-Ausgangssperre („Lockdown“) haben sich die Arbeitsausfälle bisher per Saldo auf 59,2 Millionen Arbeitstage summiert. Das haben Susanne Wanger und Enzo Weber vom „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB) der Arbeitsagentur ausgerechnet. Luat der Studie “Schul- und Kitaschließungen, Krankheit, Quarantäne – die coronabedingten Arbeitsausfälle der Erwerbstätigen…” schrumpfte das Arbeitsvolumen vom Oktober 2020 bis Mitte Februar 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 Prozent, teilte das IAB mit.

Die Briefmarke "Digitale Wandel", die am 4. Februar 2021 erscheint, ist die erste reguläre Post-Briefmarke mit QR-Code. Foto: Deutsche Post

Briefmarken künftig mit Matrix-Code

Post will Briefe durch Pixel-Muster wie Pakete nachverfolgbar machen Bonn, 2. Februar 2021. Mit einer Motiv-Briefmarke „Digitaler Wandel“ veröffentlicht die Deutsche Post am 4. Februar 2021 erstmals Briefmarken mit Matrix-Code, auch als Q-Code bekannt. Damit soll es möglich werden, den Zustellweg von Briefen ähnlich wie bei Pakete digital nachzuvollziehen, erklärte Konzernvorstand Tobias Meyer. Ab 2022 will die Post alle Briefmarken mit solchen Codes versehen.

In einigen Bundesländern ist während der Corona-Krise ein Viertel der Beschäftigten in die Kurzarbeit gerutscht. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

20 Prozent mehr Kurzarbeiter im Januar

Vor allem Gastgewerbe durch Ausnahmezustand stark getroffen München, 1. Februar 2021. Vor allem wegen Corona und der Ausgangssperren sowie Schließungen haben viele Unternehmen in Deutschland nach Hause geschickt: Im Januar 2021 ist die Zahl der Kurzarbeiter im Vergleich zum Vormonat um ein knappes Fünftel auf 2,6 Millionen gestiegen. Betroffen waren vor allem Gaststätten und Hotels. Das hat das Ifo-Institut in München mitgeteilt.

Die VW-Manufaktur Dresden hat nach Zwickau nun auch die ID3-Produktion begonnen und dafür die E-Golf-Fertigung eingestellt. Hier ist ein ID3 im Lichtdom bei der Lack-Qualitätskontrolle zu sehen. Foto: Oliver Killig für Volkswagen Sachsen

VW baut Manufaktur Dresden zum E-Innovationszentrum um

Werk wird Pilotfabrik für “Industrie 4.0“-Technologien im Konzernverbund Dresden, 29. Januar 2021. Volkswagen will seine gläserne Manufaktur in Dresden vom Produktionsstandort zur Pilotfabrik für neue Fertigungstechnologien im gesamten Konzern und unter dem Namen „Home of ID“ zu einem Innovationszentrum für Elektromobilität erweitern. Das hat Manufakturchef Danny Auerswald beim Dresdner Produktionsstart für das neue Elektroauto ID3 avisiert.

Cobotics: Mensch und Maschine sollen künftig enger zusammenarbeiten, auch ohne Schutzzäune. Foto: Kuka

Sachsen will sich mit Digitalschwung der Corona-Zeit an die Spitze katapultieren

Damit der Boom nicht erstickt, braucht das Land aber doppelt soviele Informatik-Studenten und mehr zukunftsweisende Studienfächer, fordern die Digitalverbände Dresden, 27. Januar 2021. Sachsens Digitalverbände haben sich einer Forderung der sächsischen Informatik-Dekane angeschlossen, im Freistaat künftig doppelt so viele Studenten und Studentinnen in Informatik und anderen Digitalfächern auszubilden wie bisher. Auch wünschen sich die Hightech-Verbände neue, zukunftsweisende Studienfächer, eine stärkere Öffnung für Studierende und Fachkräfte aus dem Ausland, mehr Digitalausbildung für Lehrer und einen besseren Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft. Das geht aus einem Positionspapier „Sachsens Weg zum Vorreiter bei der Digitalisierung“ hervor, das „Silicon Saxony“, „Bitkom“, „IT-Bündnis Chemnitz“, “IT-Cluster Mitteldeutschland” und weitere Verbände heute vorgestellt haben. „Wir sollten jetzt den Schwung nutzen, den die Corona-Pandemie in die Digitalisierung in Sachsen gebracht hat“, sagte „Silicon Saxony“-Vorstand Dirk Röhrborn.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Ifo: Wirtschaft stagniert wegen Corona-Sperren

Jede Woche Ausnahmezustand verringert Wertschöpfung München, 20. Januar 2021. Weil die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten den Corona-Ausnahmezustand bis in den Februar hinein verlängert haben, rechnet das Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut in München nicht mehr mit einer ökonomischen Erholung im ersten Quartal des neuen Jahres. Vielmehr werde die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Monaten 2021 stagnieren, prognostizierte das Institut.

Dennis Schulz leitet Linde Engineering Dresden. Foto: ronaldbonss.com für Linde

Linde Dresden: Die Wasserstoff-Ökonomie kommt

Sachsen bauen weltgrößten PEM-Elektrolyseur in Leuna Dresden, 20. Januar 2021. Die Ingenieure des Anlagenbauers „Linde Engineering“ in Dresden, die demnächst in Leuna den weltweit größten Elektrolyseur in Protonenaustauschmembran-Technologie (PEM) bauen, sehen gute Chancen, dass in den nächsten Jahren eine stark wachsende Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland und Europa entsteht. Auch die hohen deutschen Energiepreise und Investitionen für den Einstieg in die Massenproduktion von Wasserstoff (H2) und Brennstoffzellen seien dafür kein entscheidender Hinderungsgrund. „Ich bin überzeugt davon, dass die Wasserstoff-Ökonomie kommt“, betonte Standort-Chef Dennis Schulz. Dabei könne Deutschland eine Schlüsselposition einnehmen.

Der Corona-Boom im Internethandel bringt eine Paketflut mit sich - und nicht immer kommen die Pakete am richtigen Ort zur richtigen Zeit an. Foto. Heiko Weckbrodt

Mit dem Online-Boom wächst auch der Paket-Ärger

Umfrage: Boten werfen Pakete teils in die Mülltonne, auf den Balkon oder aufs Beet Berlin, 19. Januar 2021. Der Online-Handel wächst in Corona-Zeiten stark, ebenso der Arbeitsdruck für die Paketboten – mitsamt den unschönen Begleitumständen. Besonders ärgern sich die Kunden über schlecht zugestellte Pakete: Zwei Drittel der Deutschen, die Waren im Netz bestellen, haben es laut eigenen Angaben bereits erlebt, dass sie wegen Heimarbeit zu Hause waren, der Bote aber gar nicht bei ihnen geklingelt hat, sondern ihr Paket beim Nachbarn oder in einem Laden umgeleitet hat. Das geht aus einer Umfrage des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin hervor.

Creavac -Anlagenfahrerin Maya Häfner überprüft einen Wagen mit Beschichtungsteilen. Foto: Heiko Weckbrodt

Creavac Dresden schützt Feuerwehr mit einem Goldhauch

Beschichtungs-Unternehmen expandiert international Dresden, 18. Januar 2021. Haben Sie sich schon mal gefragt, woher die Feuerwehrhelme in Film und Fernsehen diesen coolen Goldspiegeleffekt auf den Visieren haben? Oder wie die Farb- und Chromreflexe auf Weihnachtskugeln und Schweizer Kaffee-Vollautomaten zustande kommen? In vielen Fällen steckt dahinter Technologie aus Sachsen, genauer gesagt von Creavac Dresden, dessen Wurzeln wiederum bis zum Vakuummaschinen-Bau zu DDR-Zeiten zurückreichen. Ob nun mit Gold, Alu, Kupfer oder anderen Stoffen: Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, alles zu veredeln, was nach mehr Chic und Schutz ruft.

Bosch bündelt seine Software-Entwicklung für Autos. Foto: Bosch

Deutsche Digitalwirtschaft wächst nach Corona-Schock

Bitkom erwartet 2,7 % Umsatzwachstum, Jobmotor dreht sich aber langsamer Berlin, 13. Januar 2021. Die informationstechnologische Wirtschaft in Deutschland hat den ersten Corona-Schock mit seinen Ausgangssperren und unterbrochenen Liefersträngen überwunden und wird im Jahr 2021 voraussichtlich 2,7 Prozent mehr Umsatz machen als im Coronajahr 2020. Das hat der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ aus Berlin eingeschätzt. Allerdings entstehen in den deutschen Elektronikunternehmen und Softwareschmieden weniger neue Jobs als früher: „nur“ rund 20.000 statt 58.000 im Vor-Corona-Jahr 2019.

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Sunfire Dresden übernimmt Elektrolyseur-Unternehmen IHT

Neben Hochtemperatur-Elektrolyse können Sachsen dank Schweizer Technik nun auch alkalische Wasserstoff-Erzeugung anbieten Dresden, 12. Januar 2021. Um das eigene Produktportefeuille zu erweitern und ihren Kunden mehr technologische Lösungen für die Wasserstoff-Produktion anzubieten, hat Sunfire Dresden den Elektrolyseur-Anlagenbauer „IHT Industrie Haute Technology SA“ aus dem schweizerischen Monthey gekauft. Das hat Sunfire heute mitgeteilt.

Die Ingenieure Jeanette Scherf und Dirk Feltin sind die Chefs bei Hightex Klipphausen - hier stehen sie gerade vor ihrem jüngsten Fabrikanbau. Foto: Heiko Weckbrodt

Hightex Klipphausen nutzt die Krise für den nächsten Anlauf

Karbon-Bauteile-Hersteller schult Belegschaft und sucht neue Absatzmärkte in pandemischen Zeiten Dresden. Selbst erfolgsverwöhnte Hochtechnologie-Unternehmen sind gegen Corona nicht gefeit. Das hat auch das auf Karbonbauteile für Elektroautos, Flugzeuge und Raketen spezialisierte Unternehmen „Hightex Verstärkungsstrukturen“ aus Klipphausen gemerkt – und neue Strategien für pandemische Zeiten entwickelt. Für die Ingenieure und Hightex-Chefs Jeanette Scherf und Dirk Feltin ist ihre Unternehmen wie „eine zweite Familie“. Und dieses Gefühl wollen sich auch den 61 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhalten, gerade jetzt, in der Krise.

Ein 3D-Laserscanner im Tagebau. Bergbauunternehmen setzen ohnehin immer mehr Sensortechnik im Betrieb ein. Wenn man diese vernetzt und die Daten systematisch analysiert, ist ein effizienterer und auch ein umweltgerechterer Bergbau möglich, sind Forscher vom CLMineOpt-Projekt der TU Freiberg überzeugt. Foto: Andreas Geier / TU Bergakademie Freiberg

Wirtschaftsministerium hört neues „Berggeschrey“ in Sachsen

Dulig: Seit 2006 geht es mit dem traditionsreichen sächsischen Bergbau wieder aufwärts Dresden, 30. Dezember 2020. Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sieht im Freistaat eine Renaissance des Bergbaus: „Seit 2006 geht es mit dem Bergbau im Freistaat wieder steil aufwärts“, heißt es in einer Mitteilung seines Ministeriums in Dresden. „Ein regelrechtes Berggeschrey setzte erneut ein, da sich die Preise für Metalle auf dem Weltmarkt nach oben bewegten. Seitdem gibt es fortlaufend zwischen 10 bis 20 aktive Erkundungsprojekte pro Jahr – aktuell sind es 16 Erlaubnisse zur Aufsuchung von Rohstofflagerstätten.“