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Groß-Zahnräder für Windkraftwerke im Eiltempo erzeugt

Windpark in der Ostsee vor der dänischen Küste. Foto: Christian Hinsch frü den BWE

Windpark in der Ostsee vor der dänischen Küste. Foto: Christian Hinsch für den BWE

Warmwalze von Fraunhofer Chemnitz soll 20 % Stahl und fast 90 % Produktionszeit sparen

Chemnitz, 23. Juni 2024. Damit Windräder länger halten und viele teure Reparaturen auf See und in großen Höhen wegfallen, hat das Fraunhofer-Umforminstitut IWU aus Chemnitz eine neue Produktionsmethode entwickelt: Statt große Zahnräder, wie sie in Windanlagen gebraucht werden, aufwendig zu fräsen, walzen die Fraunhofer-Anlagen die Zahnstrukturen schnell und materialsparend gleich in die heißen Stahl-Rohlinge hinein. „Gegenüber dem Wälzfräsen kann dieses Verfahren zusätzlich mit besonders hohem Materialnutzungsgrad und erheblich kürzeren Fertigungszeiten punkten“, betonen die IWU-Ingenieure.

IWU-Video: Turbo-Warmwalze für Zahnräder:

„Größtes bisher umformtechnisch hergestellte Zahnrad“

Konkret haben sie im Projekt „Gearform“ Zahnräder mit einem halben Meter Durchmesser und bei 1200 Grad Celsius in hohem Tempo warm gewalzt. Es handele sich damit um das „größte bisher umformtechnisch hergestellte Zahnrad“, heißt es aus dem Chemnitzer Institut. Und: „In diesem Umformprozess entstehen keine Späne.“ Durch das Verfahren könne ein Fünftel des Stahls gespart werden, der sonst für ein gefrästes Zahnrad nötig sei. Zudem habe sich die Fertigungszeit drastisch verkürzt: von 60 auf nur noch sechseinhalb Minuten.

Am Projekt „Gearform“ hatten sich neben dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) außerdem die Firmen Ema-Tec, Härterei Reese Chemnitz, Dreiling Maschinenbau und Flender beteiligt.

Autor: Oiger

Quelle: Fraunhofer-IWU

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt