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Internationale Organikelektronik-Experten in Dresden

Prof. Karl Leo leitet das "Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Material" (IAPP). Foto: Heiko Weckbrodt

Prof. Karl Leo leitet das „Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Material“ (IAPP). Foto: Heiko Weckbrodt

Schnelle Transistoren, Perowskit-Solarzellen mit hoher Stromausbeute und andere Trendthemen im Fokus der „ICSM“

Dresden, 24. Juni 2024. Eine neue Generation organischer Elektronik, die nicht mehr so langsam schaltet wie ihre Vorgänger, preiswerte Perowskit-Solarzellen mit besonders hoher Energieausbeute, organische Supraleiter, die Strom widerstandslos leiten, und ähnliche Themen stehen im Mittelpunkt der „Internationalen Konferenz über Wissenschaft und Technologie synthetischer elektronischer Materialien“ (ICSM 2024), zu der die Gastgeber um TU-Professor Karl Leo rund 800 internationale Experten in Dresden erwarten. Physiker, Chemiker, Ingenieure und andere Fachleute aus Industrie und Wissenschaft diskutieren ab heute fünf Tage lang im „Dresden International Congress Center“ am Elbufer die neuesten Trends in der organischen Elektronik, Solartechnik, Sensorik und Leuchttechnologie.

Die ICSM ist laut Veranstalter „die am längsten laufende Konferenzreihe auf dem Gebiet der leitenden und halbleitenden organischen Materialien“. Sachsen ist erstmals Gastgeber für die größte Konferenz für organische Elektronik.

Biegsame organische Solarfolien von Heliatek Dresden sammln tagsüber genug Strom, um den sportplatz in Mixiko auszuleuchten. Foto: Leonardo Medina Ruiz; ENGIE

Biegsame organische Solarfolien von Heliatek Dresden sammeln tagsüber genug Strom, um den Sportplatz in Mexiko auszuleuchten. Foto: Leonardo Medina Ruiz; ENGIE

Dresden gilt international als ein führender Forschungsstandort für Organikelektronik

Ein Grund für die diesjährige Standortwahl: Dresden gilt auch international als ein wichtiger Forschungsstandort für organische Elektronik. Zudem gibt es hier mehrere Unternehmen, viele davon mehrere Ausgründungen der TU Dresden, die in diesem Technologiesektor tätig sind. Dazu gehört Novaled, die sich auf Schlüsselzutaten für organische Leuchtdioden (Oled) spezialisiert haben, und inzwischen Teil des Samsung-Konzerns sind. Und Heliatek Dresden gilt als ein weltweit führender Hersteller von organischen Solarfolien. Ein weiteres Beispiel ist Creaphys – diese Spezialanlagenhersteller für organische Elektronik gehört seit 2016 zur „M.Braun“-Gruppe.

„Größtes Organik-Cluster weltweit“

Insgesamt zählt der Branchenverband „Organic Electronics Saxony“ (OES) über 50 Firmen und Institute, die sich mit organischer Elektronik auf die eine oder andere Weise beschäftigen, darunter auch Beeoled (blaue Oleds), der Ausrüster FHR Anlagenbau aus Ottendorf-Okrilla und nicht zuletzt das „Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Materials“ (IAPP) der Professoren Karl Leo, Sebastian Reineke, Stefan Mannsfeld und Xinliang Feng, aus deren Forschungen bereits zahlreiche Ausgründungen und Spitzenforschungsergebnisse in der organischen Elektronik hervorgegangen sind. In der Gesamtschau sei Dresden „das größte Organik-Cluster weltweit“, schätzt TU-Rektorin Prof. Ursula Staudinger zum Konferenz-Auftakt ein.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: TUD, OES, Oiger-Archiv, Wikipedia, ICSM, M.Braun

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt