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Verband: Hohe Kosten schaden Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Textilindustrie

Garnspulen in einem sächsischen Textilbetrieb. Foto: Heiko Weckbrodt

Garnspulen in einem sächsischen Textilbetrieb. Foto: Heiko Weckbrodt

Ausgaben für Energie und Personal steigen, auch Arbeitskräftemangel macht Probleme

Dresden, 23. Juni 2024. In der ostdeutschen Textilindustrie steigen die Kosten und schrumpfen die Gewinne. „Nachwirkungen der Corona-Krise, Belastungen durch den Ukraine-Krieg und die gestiegenen Energie- und Personalkosten wirkten sich stark auf die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsunternehmen aus“, resümierte der „Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie“ (VTI) während seiner Mitgliederversammlung im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

Umsätze zuletzt „deutlich eingebrochen“

„Trotz wachsender Umsätze sinken die Erträge durch gestiegene Kosten in nahezu allen Bereichen, berichtete VDI-Chef Thomas Lindner. Zudem seien in den Textilunternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern – die nach ostdeutschen Maßstäben schon als Mittelständler gelten – in jüngster Zeit die Umsätze „deutlich eingebrochen“

Staatssekretär: Müssen Energiekosten dringend senken

Für die hohen Energiekosten müsse „dringend eine Lösung gefunden werden“, stimmte Staatssekretär Thomas Popp von der sächsischen Staatskanzlei den Textilunternehmern zu. Dies gelte auch für den wachsenden Arbeits- und Fachkräftemangel: „Mit Blick auf den demografischen Wandel brauchen wir neue Ansätze, damit die Altersabgänge der nächsten Jahre kompensiert werden können. Die gezielte Anwerbung von Fachkräften auch aus dem Ausland gehört dazu.“

Technische Textilien machen über die Hälfte vom Umsatz aus

Die Spinnereien, Webereien, Strickereien, Wirkereien, Vliesstoffhersteller, Stickereien, Veredelungsbetriebe und Konfektionäre der nordostdeutschen Textilindustrie beschäftigen insgesamt rund 16.000 Menschen, darunter 12.000 in Sachsen und 2.500 in Thüringen. „Damit gehört diese Region neben NRW, Baden-Württemberg und Bayern zu den vier großen deutschen Textilstandorten“, betont der Verband. Technische Textilien, wie sie beispielsweise für Autos (Beispiel: Sicherheitsgurte), Maschinen (Beispiel: Förderbänder) oder Arbeitsschutzbekleidung (Beispiel: Feuerwehr-Anzüge) gebraucht werden, machen über die Hälfte der Umsätze in der Branche in Ostdeutschland aus, gefolgt von Heimtextilien mit rund 30 Prozent und dem Bekleidungssektor mit circa zehn Prozent.

Autor: Oiger

Quellen: VTI, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt