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Präsenz-Läden sollen mit Internethandel verschmelzen

Auch im Online-Handel mit Lebensmittel gelten Wiederrufs- und Reklamationsrecht. Foto: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Bitkom-Verband sieht Zukunft der Internet-Geschäfte in augmentierten Angeboten

Berlin, 16. Juni 2024. Durch Corona, hohe Mieten, Parkplatzmangel und -kosten, eine Hinwendung der Kunden zum Internethandel, weniger Laufkundschaft durch mehr Heimarbeit und weitere Faktoren sind viele Innenstädte in den vergangenen Jahren in vieler Hinsicht verödet: Einst florierende Kaufhäuser haben geschlossen, auch zahlreiche kleine Läden mussten dicht machen, viele Geschäfte halten sich nur für Monate, um dann wieder die Segel zu streichen. Von daher braucht der Innenstadt-Handel eine neue Strategie, die die Vorteile von Online- und Offline-Marktplätzen, um sich wieder eine Zukunft zu erarbeiten. Das findet jedenfalls der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ aus Berlin.

Große Auswahl durch Netzanfrage, bequeme Lieferung und digitale Preisschilder können helfen

„Eine große Auswahl, ausführliche Produktinformationen und bequeme Lieferung – was Verbraucherinnen und Verbraucher am Online-Handel schätzen, können sich auch stationäre Einzelhändler zunutze machen, um den Einkauf vor Ort attraktiv zu gestalten“, meint Transformations-Expertin Nastassja Hofmann vom Bitkom. „Mit digitalen Tools wie Online-Verfügbarkeitsprüfung, Click&Collect oder digitalen Preisschildern stellt sich der Handel zunehmend hybrid auf.“

Erweiterte Realität als Extra-Bonus

Digitale Technologien bieten laut Bitkom das Potenzial, das Einkaufen in der Innenstadt praktischer und stressfreier zu gestalten. „Zum Beispiel durch smarte Stores ohne Anstehen an der Kasse, intelligente Verkehrssysteme für die entspanntere Anreise und Suchmaschinen, die händlerübergreifend anzeigen, wo in der Umgebung ein bestimmtes Produkt gerade verfügbar ist“, zählt Nastassja Hofmann auf. „Anwendungen mit Augmented Reality können die Innenstadt zusätzlich zum Erlebnisraum machen, indem sie die Umgebung mit virtuellen Bildern erweitern.“

Ein anderer Ansatz ist, älteren Leuten oder Käufern in Zeitnot mit Robotern zu helfen, die im Supermarkt ganze Einkaufszettel abarbeiten und die Waren zusammentragen, die der Kunde braucht. An solchen Konzepten arbeitet beispielsweise die TU Chemnitz gemeinsam mit Edeka und anderen Einzelhändlern.

Die Robotiker der TU Chemnitz haben gemeinsam mit Edeka einen Mini-Supermarkt in ihren Laboren nachgebaut, um hier Einkaufsroboter zu entwickeln und zu testen. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Robotiker der TU Chemnitz haben gemeinsam mit Edeka einen Mini-Supermarkt in ihren Laboren nachgebaut, um hier Einkaufsroboter zu entwickeln und zu testen. Foto: Heiko Weckbrodt

Gratis-Infopapier veröffentlicht

Einige Ladenketten wie beispielsweise „dm“ exerzieren derartiges bereits recht erfolgreich vor, andere folgen. Um funktionierende Konzepte allen Händlern zugänglich zu machen, hat der Bitkom nun ein Infopapier „Digitale Zukunft Innenstadt“ veröffentlicht. Anhand konkreter Praxisbeispiele zeige das Papier verschiedene Strategien und Ideen auf, wie digitale Technologien helfen, „die Fußgängerzone modern und zukunftsfähig zu gestalten“, heißt es vom Verband. Die Unterlage ist hier gratis im Netz zu finden.

Autor: Oiger

Quellen: Bitkom, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt