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Mehr Eispulver: Anona-Fabrikausbau in Colditz fertig

Anona stellt in Colditz auch Eispulver her. Symbolfoto: Heiko Weckbrodt

Anona stellt in Colditz auch Eispulver her. Symbolfoto: Heiko Weckbrodt

Neue Halle verdreifacht Pulverabfüll-Kapazitäten des sächsischen Nahrungsmittel-Herstellers

Colditz, 15. Juni 2024. Der Nahrungsmittel-Hersteller „Anona“ hat seine Fabriken am Stammsitz im sächsischen Colditz ausgebaut und nimmt nun die Erweiterung in Betrieb. Damit verdoppelt das Traditionsunternehmen verdreifacht damit seine Abfüll-Kapazitäten für Eis-, Back- und andere Nahrungsmittel-Pulver. Zur Einweihung am 21. Juni will auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kommen.

Vor der Wende die DDR mit Eispulver und Backmischungen versorgt

Das Unternehmen ist über 190 Jahre alt. Zu DDR-Zeiten agierte es an der damaligen „Straße der FDJ“ als Staatsbetrieb: Der VEB Nährmittelwerk Colditz belieferte vor der Wende die ganze DDR mit Pulvermischungen für Softeis und Backerzeugnisse wie Windbeutel, Spritzkuchen oder Puddings. Heute ist Anona laut Staatskanzlei der größte Industriearbeitgeber im Landkreis Leipzig. Über 600 Beschäftigte aus 19 Nationen stellen in den drei Werken in Colditz Nahrungsergänzungsmittel sowie „Fitness“- und „Wellness“-Nahrung, Pulvermischungen für Softeis, Streicheis und gefrorenen Joghurt sowie Eisgetränke und Dessertsaucen her. Anona liefert diese Pulver, Kekse, Riegel, Kapseln und Tabletten an Unternehmen in über 30 Ländern, die sie dann unter eigenen Namen und in eigenen Verpackungen weiterverkaufen.

Drei Werke inzwischen in Betrieb

Das Stammwerk 1 liegt in der Mühlgasse unterhalb des Colditzer Schlosses. Dort befinden sich die Mischerei, Pulverabfüller, die Kapsel- und Tablettenproduktion, eine Anlage für Fitnessriegel sowie die Produktionsanlagen für Flüssigkeiten (neudeutsch: „Liquids“) für sämtliche flüssigen Erzeugnisse für Flaschen, Ampullen und Mixgetränke („Shots“).

Erster Teil des Werks 2 entstand ab 2011

2011 bis 2013 richtete Anona das Werk 2 ein. Auf einer Hallenfläche von 5200 Quadratmetern gibt es dort acht Verpackungslinien. Außerdem ist dort die Forschungs- und Entwicklungsabteilung für neue Produkte untergebracht. Der nun fertig gestellte zweigeschossige Anbau ans Werk 2 umfasst 6500 Quadratmeter Produktions- und Logistikfläche für weitere Hochleistungslinien. Die neue Halle verdreifacht die Abfüllkapazitäten des jetzigen Werk 2, „sodass ab diesem Jahr das gesamte Pulver an einem Ort abgefüllt werden kann“, teilte Anona mit.

Seit der Wende 90 Millionen Euro in Neu- und Ausbauten investiert

Zwischen 2016 und 2019 hatte das Unternehmen zudem einen ehemaligen Baumarkt an der Bundesstraße 107 zu seinem Werk 3 umgebaut. Die 7000 Quadratmeter große Halle ist vollklimatisiert. Dort betreibt Anona eine Anlage für Protein- und Fitnessriegel sowie eine Bäckerei für Protein-Kekse. Insgesamt hat das Unternehmen laut eigenen Angaben seit 1990 umgerechnet rund 90 Millionen Euro in den Aus-, Um- und Neubau seiner Werkhallen investiert.

Autor: Oiger

Quellen: Anona, SSK, MilitaryAirfields Directory, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt