News, Software, zAufi

Navi tüftelt bei Hitze die kühlste Route aus

Beim Hackathon. Foto: Timm Ziegenthaler für die Sächsische Staatskanzlei

Beim Hackathon. Foto: Timm Ziegenthaler für die Sächsische Staatskanzlei

Sieger des Dresdner „Extremwetter“-Hackathons stehen fest

Dresden, 31. Mai 2024. Bieten Navi-Systeme in künftigen heißen Zeiten nicht nur den kürzesten oder schnellsten Weg zum Ziel an, sondern auch den kühlsten? Darauf zielt zumindest ein Software-Konzept des „3N“-Teams beim jüngsten „Open Data Camp“ in Dresden: Deren „Solarpass“ nutzt im Stadtgebiet verteilte Temperatursensoren wie etwa das „Klips“-Sensornetz in Dresden für Routenplanungen, die kühle und beschattete Wege in der Stadt hervorhebt und kühle Orte für Pausen empfiehlt. Damit setzte sich „3N“ nach dem dreitägigen Hackathon in den Augen der Jury in der Kategorie „Anwendungen“ als Gewinner durch. Das geht aus Mitteilungen der Stadtverwaltung Dresden und der sächsischen Staatskanzlei hervor.

„Weg hin zu einer offenen Datenkultur“

„Ich bin begeistert von dem Engagement und der Kreativität der Teilnehmenden des diesjährigen Open Data Camps und den von ihnen entwickelten innovativen Lösungen“, kommentierte der sächsische Digitalisierungs-Staatssekretär Thomas Popp. „Auch uns in der Verwaltung bestärkt eine so erfolgreiche Veranstaltung auf unserem Weg hin zu einer offenen Datenkultur.“

Bürgermeister sieht noch viel Potenzial in Zivilgesellschaft

Ähnlich sieht das der Dresdner Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (CDU): „Die Ergebnisse und Qualität der entwickelten Ideen sind beeindruckend und können Grundlage für künftige Projekte in Stadt und Land sein“, betonte er. „Das Open Data Camp 2024 zeigt, welches Potenzial Dresden mit der Öffnung seiner Daten für Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft erschließen kann, um Lösungen für die Klimaherausforderungen zu finden.“

Über 40 talentierte IT-Köpfe aus Dresden, Berlin und Leipzig nahmen am dreitägigen Hackathon in der HTW Dresden teil. Foto: Timm Ziegenthaler für die Sächsische Staatskanzlei

Über 40 talentierte IT-Köpfe aus Dresden, Berlin und Leipzig nahmen am dreitägigen Hackathon in der HTW Dresden teil. Foto: Timm Ziegenthaler für die Sächsische Staatskanzlei

40 Talente aus Dresden, Berlin und Leipzig an Bord

Auf die Einladung von Stadt und Freistaat hin hatten sich rund 40 Talente in neun Teams aus Dresden, Berlin und Leipzig am diesjährigen Dresdner Hackathon beteiligt. Im Fokus standen diesmal Lösungen, wie sich Städte und deren Bewohner für Hitze, Überflutungen und andere extreme Wetterereignisse wappnen können. Stadt und Land stellten dafür unter anderem ihre offenen Datenportale („Open Data“) zur Verfügung.

Wetter-KI für Kitas

Zu den binnen drei Tagen prototypisch entwickelten Lösungen gehört auch die „Coolkids“-Software vom Team „Fahrenheit 14612“. Sie zeigt die Temperaturwarnstufen an und bietet durch den Chatbot „Kool.I“ Eltern und Erziehern Hilfe. Das „Rustlers“-Team entwickelte eine Spaziergang-App „Cool Path“, die speziell auf ältere Personen zugeschnitten ist. Mithilfe von Live-Temperaturdaten berechnet die App kühlere Laufwege, um starke Hitze zu vermeiden.

Wie heiß ist es an der Bus-Haltestelle

In der Kategorie „Gesellschaftlicher Nutzen/Innovation“ setzte sich das Team „Hiro“ mit seinem Hitzereduktionsoptimierer durch. Der Optimierer zeigt Gefahrenstufen und Gegenmaßnahmen für Hitze an bestimmten Objekten wie zum Beispiel Bushaltestellen an. Die Jury würdigte aber auch das Team „Vorratsmatenspeicherung“ und dessen digitalen Wetterassistenten „Climate Counselor“, der älteren Menschen durch Anruf, Chat oder Telefon Wettervorhersagen und Tipps bietet. Das Team „Florenz“ präsentierte einen Routenplaner, der aktuelle Hochwasserpegelstände berücksichtigt und mögliche Überflutungsgebiete berechnet.

Autor: Oiger

Quellen: LHD, SSK

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt