Monate: Juni 2023

Roboter-Anlernplatz für die Ausbildung im Berufsschulzentrum für Elektrotechnik Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Automatisierer wollen deutsche Roboter-Offensive

VDMA-Fahrplan fordert Entwicklung neuer Roboter für Labore und die Wasserstoffwirtschaft, aber auch ein Schulfach „Technik“ Hamburg, 30. Juni 2023. Mehr Tempo bei der Automatisierung, die Entwicklung neuer Roboter für Labore, Hotels, das Transportwesen und für die Brennstoffzellen-Produktion, ein neues Schulfach „Technik“ sowie weitere Maßnahmen sollen deutsche Spitzenpositionen in der Robotik gegen Herausforderer wie China verteidigen. Das sieht ein „Fahrplan für Robotik und Automation 2028“ vor, den die Robotik-Sektion im „Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ (VDMA) in Hamburg vorgelegt hat.

Die Leag plant in Jänschwalde ein neues Kraftwerk mit Gasturbinen, die auch H2-fähig sind (links) sowie Thermo-Energiespeicher (rechts) und Großelektrolyseur (rechts hinten). Grafik: Leag

Leag will in Jänschwalde für halbe Milliarde Euro ein Speicherkraftwerk bauen

Konzern möchte für Komplex aus Gas- und H2-Turbinen, Energiespeicher und Elektrolyseur einen Anschluss ans Wasserstoff-Netz Jänschwalde, 29. Juni 2023. Als Ersatz für das Braunkohlenkraftwerk Jänschwalde will die „Leag“ dort von 2026 bis 2029 für eine halbe Milliarde Euro ein modernes „Speicherkraftwerk“ bauen. Dafür möchte der der Lausitzer Energiekonzern auch einen Anschluss an das geplante deutsche Wasserstoffnetz bekommen, um das neue Kraftwerk später auch mit Wasserstoff befeuern zu können. Leag-Chef Thorsten Kramer hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nun zumindest das Versprechen abgerungen, diesen Wunsch im Auge zu behalten, teilte das Unternehmen nach einem Habeck-Besuch mit.

Für den Doppelprozessor M1 Ultra setzt Apple auf Chiplet-Technologien, bei denen zwei Chips durch sogenannte "Silizium-Interposer" fusioniert werden. Die Produktion übernimmt TSMC in einem 2,5D-Verfahren. Foto: Apple

3D-Stapel sollen Moores Gesetz retten

30 Prozent jährliches Marktwachstum für neue Chip-Verpackungstechniken prognostiziert Dresden, 29. Juni 2023. Die 3D-Integration von Schaltkreisen wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle beim Vorstoß hin zu mehr Leistungsdichte in der Mikroelektronik spielen. Das haben Experten aus der Halbleiterindustrie unisono auf der internationalen Konferenz „Smarter Systems Through Heterogeneous Integration“ des Branchenverbandes „Semi Europe“ in Dresden eingeschätzt.

Roboter spielen eine Schlüsselrolle im Industriellen Internet der Dinge - hier ist beispielhaft ein Stäubli-Roboter zu sehen. Foto: Heiko Weckbrodt

Europa installiert 6 % mehr Industrieroboter

Auch Metall- und Chemieindustrie auf Automatisierungskurs Frankfurt am Main, 29. Juni 2023. Europas Wirtschaft forciert ihren Automatisierungskurs: Die Betriebe in den 27 EU-Staaten haben im Jahr 2022 rund 72.000 neue Industrieroboter installiert und damit etwa sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus einer vorläufigen Erhebung der „Internationalen Föderation für Robotik“ (IFR) in Frankfurt am Main hervor.

Prinzip des neuromorphen Computers: Schaltstellen des Gehirns werden mit magnetischen Wellen nachgebildet, die gezielt in mikroskopisch kleinen Scheiben erzeugt und aufgeteilt werden. Grafik: HZDR/Sahneweiß/H. Schultheiß

Helmholtz und Globalfoundries rücken in Dresden enger zusammen

Kooperation umfasst neuromorphe Chips wie auch interkulturellen Austausch Dresden, 28. Juni 2023. Die Forschung an neuromorphen Chips und Schaltkreis-Produktionsprozessen, aber auch die Fachkräfte-Sicherung und eine bessere Willkommenskultur am Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Dresden sind Themen, an denen die Dresdner Chipfabrik von „Globalfoundries“ (GF) und das „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ (HZDR) künftig enger zusammenarbeiten wollen. Das sieht eine Absichtserklärung vor, die HZDR-Wissenschaftsdirektor Sebastian M. Schmidt und der Dresdner GF-Chef Manfred Horstmann heute unterzeichnet haben.

Griechenland Die Akropolis in Athen. Foto: Heiko Weckbrodt

Ostdeutsche fühlen sich politisch einflusslos

Studienautoren der Uni Leipzig sehen ein „Fremdeln mit der Demokratie“ in Ostdeutschland Leipzig, 28. Juni 2023. Die meisten Ostdeutschen identifizieren sich zwar mit der Demokratie, sind aber mit dem Alltag der deutschen Demokratie unzufrieden. Eine große Mehrheit hat das Gefühl, politisch ohne Einfluss zu sein. Das hat eine Umfrage des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts (EFBI) der Uni Leipzig unter 3.546 Ostdeutschen ergeben. Das haben die – beide aus Westdeutschland stammenden – Studienleiter Prof. Oliver Decker und Prof. Elmar Brähler heute mitgeteilt.

Blick in die Solarmodul-Produktion bei Solarwatt Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Solarwatt liebäugelt mit Habecks Solar-Subventionen

Dresdner wollen Fabrik ausbauen Dresden, 28. Juni 2023. Auch „Solarwatt“ Dresden liebäugelt mit den von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) avisierten Solarindustrie-Subventionen. Das geht aus einer Antwort des Photovoltaik-Unternehmen auf eine Oiger-Anfrage hervor. Angesichts eigener Ausbaupläne prüfe die Geschäftsleitung, ob sich Solarwatt sich um derartige Fördergelder beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bewerben werde, erklärte Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus.

Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice

Kritik an geplantem EU-Pressegesetz

Über 400 Verlage und Zeitungen senden offenen Protest-Brief nach Brüssel Berlin, 27. Juni 2023. „Ernsthafte Bedenken“ gegen das von der EU-Kommission geplante „Europäische Medienfreiheitsgesetz“ („European Media Freedom Act“ = Emfa) haben über 400 Verlage, Zeitungen, Zeitschriften und Verbände aus Deutschland heute in einem offenen Brief vorgebracht. Anders als es der Name verspricht, schränke der Gesetzentwurf in seiner derzeitigen Fassung die Pressefreiheit eher ein als sie zu fördern.

ORWO Net will die ostdeutsche Marke "ORWO" im Fotogeschäft wiederbeleben. Foto: ORWO Net GmbH

ORWO reaktiviert ORWO

Fotodienstleister will mit altbekannter Marke punkten Wolfen, 27. Juni 2023. Künftig gibt es wieder ORWO-Fotos: Die Firma „ORWO Net“ belebt die aus DDR-Zeiten und der Weimarer Republik weit bekannte Marke „ORWO“ (steht für „Original Wolfen“) wieder. Dafür will das Mutterunternehmen am 25. Juli 2023 die Fotodienste „PixelNet“, „myFOTO“ und „Foto Quelle“ unter dem neuen, alten Namen zusammenführen. Das geht aus einer Mitteilung von ORWO Net hervor.

Mikroelektronik-Experten auf der Semi-Konferenz "Smarter Systems through Heterogeneous Integration“ im Dresdner "Hilton"-Hotel. Foto: Heiko Weckbrodt

Chipkongress in Dresden: Branche will Umsatz bis 2030 auf über eine Billion verdoppeln

Impulse durch Digitalisierung, Elektroautos und Subventionswettlauf Dresden, 27. Juni 2023. Die Digitalisierung, der Umstieg auf Elektroautos, der Trend zum autonomen Fahren und zahlreiche staatliche Beihilfeprogramme für Chipfabriken weltweit bleiben vorerst die wichtigsten Wachstumstreiber für die globale Halbleiterindustrie. Das hat Präsident Laith Altimime vom Branchenverband „Semi Europe“ zum Auftakt der Semi-Konferenz „Smarter Systems through Heterogeneous Integration“ in Dresden eingeschätzt. Angesichts der anhaltend starken Nachfrage sei damit zu rechnen, dass sich der weltweite Mikroelektronik-Umsatz bis 2030 etwa verdoppeln werde – von derzeit rund 500 Milliarden auf dann über eine Billion Dollar.

Wer die Rechnerwolken betreibt, verwaltet wertvolle Datenschätze. Die Alasca-Allianz setzt sich daher für quelloffene Cloud-Lösungen und mehr digitale Souveränität für Europa ein. Visualisierung: Dall-E

Alasca sieht Riesenchance für Sachsens Industrie durch quelloffene Software

Open-Source-Allianz: Viele Mittelständler sind schon viel zu abhängig von Datenkraken aus Übersee Dresden, 26. Juni 2023. Der Mittelstand in Sachsen und ganz Deutschland kann mit quelloffenen Computerprogrammen („Open Source Software“) und regionalen Rechnerwolken („Clouds“) riskante Abhängigkeiten von den großen Datenkraken in Übersee mindern. Darauf hat heute in Dresden der „Verband für betriebsfähige, offene Cloud-Infrastrukturen Alasca“ hingewiesen, zu dem sich sieben Software-Unternehmen zusammengeschlossen haben.

Ein Quantenwissenschaftler testet ein Ionenfallenmodul im Quantenlab von Infineon in Villach. Foto: Infineon

Infineon baut Quantenprozessoren für Eleqtron Siegen

Gemeinsame Entwicklung soll auf Ionenfallen basieren München/Siegen/Villach, 26. Huni 2023. Für den Einsatz in künftigen Quantencomputern wollen der bayrische Halbleiterkonzern Infineon und das westdeutsche Unternehmen Eleqtron aus Siegen gemeinsam Quantenprozessoren entwickeln, die auf Ionenfallen basieren. Infineon wird diese Spezialprozessoren dann auch fertigen und an Eleqtron liefern. Das sieht eine Vereinbarung vor, über die Infineon heute in München informiert hat.

Der Demo-Aufbau im Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS Dresden zeigt, wie künftige Mikrospiegel-Spektroskope automatisch verschiedene Textilarten berührungslos erkennen. Foto: Heiko Weckbrodt

Waschmaschinen erkennen künftig selbst die Klamotten

Scanner-Chips von Fraunhofer Dresden sollen richtiges Waschprogramm für Cashmere, Seide und Feinripp selbstständig ermitteln Dresden, 26. Juni 2023. Mit Trikorder-Technologie aus Sachsen soll es künftig auch möglich sein, die textile Qualität von T-Shirts und Kleidern berührungslos aus der Distanz zu ermitteln, Waschmaschinen aufzuschlauen, aber auch von außen zu erkennen, wie reif ein Apfel oder eine Banane ist. „Unsere Mikrospektrometer können beispielsweise den Nylonstrumpf von Feinripp-Hemd von Bruce Willis klar unterscheiden“, erklärt Dr. Heinrich Grüger vom Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) Dresden. Interessant sei dies zum Beispiel für Waschmaschinen-Hersteller, die ihre Geräte dazu bringen wollen, anhand der eingeworfenen Kleider selbstständig das richtige Waschprogramm auszuwählen.

Deformierbare Räder sollen auf dem Mond leichter Unebenheiten ausgleichen. Visualisierung: Venturi

Venturi erfindet Rad neu – deformierbar

Mond-Rover soll 2026 flexible Räder bekommen Freiburg/Mond, 25. Juni 2023. Das kalifornische Unternehmen „Venturi Astrolab“ hat nach eigenen Angaben das Rad neu erfunden. Genauer gesagt: Ingenieure, Chemiker und Physiker am Venturi Lab im schweizerischen Freiburg haben für ein Mond-Fahrzeug deformierbare Räder entwickelt, die sich bis zu einer gewissen Punkt verformen, um sich Steinen, Rillen und anderen Bodenunebenheiten anzupassen. Das hat das Mutterunternehmen „Venturi“ aus Monaco mitgeteilt.