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Sachsen baut Kooperation mit Böhmen und Schlesien aus

Die Wirtschaft von Sachsen und Tschechien vernetzt sich wieder enger - auch in Konsequenzen der Lieferstörungen mit China. Hier ein Blick auf das nächtlich Prag. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen und Tschechien vernetzen sich enger. Foto: Heiko Weckbrodt

MP Kretschmer und Premier Fiala unterzeichnen Denkschrift bei Wissenschaftskonferenz in Dresden

Dresden/Prag/Breslau, 16. Mai 2023. Sachsen und Tschechien wollen enger in Wissenschaft, Klimaschutz und Wirtschaft zusammenarbeiten. Eine entsprechende Denkschrift haben der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der tschechische Premierminister Petr Fiala (Demokratische Bürgerpartei) haben am Rande der internationalen Wissenschaftskonferenz „Building Bridges for the Next Generations“ in Dresden unterzeichnet. Das hat die Staatskanzlei in Dresden mitgeteilt.

„Projekte von strategischer Bedeutung gemeinsam angehen“

Sachsen und Tschechien wollen demnach „Projekte von strategischer Bedeutung, die unsere Regionen in den kommenden Jahren prägen werden, gemeinsam angehen“, betonte Kretschmer. Dazu gehöre der grenzüberschreitende Lithium-Abbau für eine eigene europäische Akku-Produktion, die Transformationsschritte hin zu einer „klimafreundlichen“ Industrie und die Kooperation der Automobilindustrien beider Länder.

Dresden, Görlitz und Breslau bereits seit einigen Jahren wissenschaftlich liiert

Zuvor hatten bereits Sachsen und Schlesien ihre Kooperation – vor allem in der Wissenschaft – ausgebaut. So gibt es beispielsweise Forschungskooperationen und Studenten-Austausch-Programme zwischen den Technischen Unis sowie mehreren Fraunhofer-Instituten in Dresden und Chemnitz auf der sächsischen sowie der Technischen Universität sowie der Uni Breslau auf der schlesischen Seite. Als Türöffner und Vermittler fungiert dabei immer mehr die Grenzstadt Görlitz, in der unter anderem das Helmholtz-Institut „Casus“ enge Kontakte nach Breslau unterhält. Außerdem haben die Fraunhofer-Institute für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) aus Chemnitz sowie für für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) aus Dresden im März 2021 an der TU Breslau ein deutsch-polnisches Leistungszentrum „Additive Technology für Medicine and Health“ (Atem) in Breslau eingerichtet.

Drei-Länder-Gespann soll gemeinsam mehr europäische Zugkraft entwickeln

In vielen Fällen sind in diese sächsisch-schlesischen Kooperationen auch bereits Partner aus Böhmen mit eingebunden. Diese Drei-Länder-Strategie konkretisieren die Partner nun. Dahinter steht unter anderem die Idee, gemeinsam Forschungsprojekte und Talente für Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Datenanalyse, additive Fertigung und Robotik zu gewinnen und zu entwickeln. Auch hoffen die Partner, in Zukunft vielleicht europäische Großprojekte gemeinsam an Land ziehen zu können.

Die Konferenz „Brückenbauen für die nächsten Generationen“ spiegelt diese wachsende Kooperation zwischen Sachsen, Tschechien und Schlesien. Die Organisatoren vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) erwarten rund 300 Gäste und Entscheider aus Polen, Tschechien, Deutschland und der Europäischen Kommission. Schwerpunktthemen sind unter anderem künstliche Intelligenz, Big Data, Klimawandel und europäische Innovationen.

Autor: hw

Quellen: SSK, TU Breslau, Uni Breslau, Fraunhofer Atem, Casus, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt