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Elektronikmüll in Ersatzteile zerlegen statt verschrotten

Schmuck basteln aus Elektronikschrott. Foto: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

TU Chemnitz an europäischen Recycling-Forschungsprojekt beteiligt

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Brünn/Chemnitz, 30. März 2023. Damit weniger Drucker, Computer und Kühlschränke auf dem Müll landen, will ein europäische Konsortium mit Künstlicher Intelligenz (KI) versehene Roboter dazu bringen, Konsumelektronik und Haushaltsgeräte demontieren statt sie zu verschrotten. Dadurch wollen die Forscher und Ingenieure wertvolle Ersatzteile gewinnen, mit denen sich dann wiederum andere Geräte reparieren lassen. Das hat die TU Chemnitz mitgeteilt, die ihre Expertise mit modernen Produktionsprozessen und augmentierter Realität (AR) in das EU-Entwicklungsprojekt „Digitalised Value Management for Unlocking the potential of the Circular Manufacturing System with integrated digital solutions“ (Dicim) einbringt.

Anlagen sollen 1 Million Ersatzteile pro Jahr gewinnen

Die Projektpartner wollen pro Jahr „voraussichtlich eine Million zusätzliche Ersatzteile für die Wiederaufbereitung“ verfügbar machen, dies könnte jährlich 4.500 Tonnen CO2 einsparen, informierte Projektkoordinator David Póč von der Masaryk-Universität im tschechischen Brünn. Dafür wollen die Forscher Technologien aus dem Internet der Dinge (IoT), für das „Maschinelle Lernen“ (ML), KI, Datenfluten-Analyse („Big Data“), Bildverarbeitung und Erweiterte Realität (AR) kombinieren. Dafür ist noch viel Arbeit zu leisten: „Die Rückgewinnung der wertvollen Komponenten erfordert eine individuelle Arbeitsanleitung für jedes zu recycelnde Gerät“, betont Dr. Mario Lorenz vom Lehrstuhl für Produktionssysteme und -prozesse der TU Chemnitz.

Insgesamt ist „Dicim“ mit sechs Millionen Euro dotiert. Davon fließen rund 609.000 Euro an die TU Chemnitz. In vier Jahren wollen die Partner erste Ergebnisse vorlegen.

Quelle: TUC