Monate: Januar 2023

Luftbildaufnahme von Kiruna mit der Stadt und den ehemaligen Tagebauen von Kiirunavaara und Luossavaara. Foto: LKAB

Sachsen sollen „Seltene Erden“-Schatz in Schweden untersuchen

Staatskonzern beauftragt Bergakademie Freiberg mit Analyse der Sensationsfunde in Kiruna Freiberg/Kiruna/Brüssel, 28. Januar 2023. Die Bergakademie Freiberg soll die weltweit größte Lagerstätte für Seltene Erden in Schweden analysieren, um den folgenden Abbau durch den Staatskonzern „Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag“ (LKAB) vorzubereiten. Das haben die sächsischen Geologen nun mitgeteilt – sie waren bereits an der Erkundung der sogenannten „Per Geijer Eisenerz-Apatit-Lagerstätte“ beteiligt gewesen.

Noch sieht der Greifer aus dem Hause Poweron etwas klobig ist, es handelt sich eben noch um einen Demonstrator. Er soll das Zusammenspiel von künstlichen Muskeln, Neuronen und haut an Roboterhänden vorführen. Foto: Poweron

Fühlende Roboterhand aus künstlicher Haut, Neuronen und Muskeln

Poweron aus Dresden und Auckland will Roboter neue Jobs in Pflege, Eierfabriken und Obstgärten erschließen Dresden, 27. Januar 2023. Die auf taktile Roboter spezialisierte Uni-Ausgründung „Poweron“ hat den ersten Demonstrator eines Roboter-Greifarms mit künstlichen Muskeln, Neuronen und Haut fertiggestellt. Das hat die TU Dresden, aus der sich das sächsisch-neuseeländische Unternehmen gemeinsam mit der University of Auckland im Jahr 2019 ausgegründet hatte. Der Greifer soll die Art und Weise, wie Roboter mit Objekten hantieren und mit Menschen interagieren können auf eine neue Stufe heben.

Blick auf einen Teststand im Fahrzeugtechnischen Versuchszentrum der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

TU Dresden sieht sich als Exzellenzzentrum für Mobilität der Zukunft

37 Millionen Euro teures Versuchszentrum soll Spitzenforschung an vernetzter und hochautomatisierter Elektromobilität beflügeln Dresden, 27. Januar 2023. Um die Mobilität der Zukunft mitzuformen, will sich die TU Dresden als Exzellenzforschungszentrum für vernetzte und hochautomatisierte Elektromobilität profilieren. Als Baustein für diesen sogenannten „Potenzialbereich“ haben die universitären Verkehrswissenschaftler heute ein rund 37 Millionen Euro teures neues „Fahrzeugtechnisches Versuchszentrum“ (FVZ) in zwei ehemaligen Panzerhallen der DDR-Militärakademie in Dresden offiziell eingeweiht. „Damit entsteht hier eine in Europa einzigartiges Einrichtung“, betonte der sächsische Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) während der Einweihungsfeier.

Wie verändern vernetzte "Virtuelle Realitäten" und "Augmentierte Welten" künftig unsere sozialen Interaktionen? Sind damit bald auch Schulausflüge ins antike Rom möglich? Visualisierung: Dall-"2 & hw

Realität und virtuelle Welt verschmelzen in ehemaliger DDR-Computerschmiede

Künstler und Ingenieure augmentieren in Robotron-Kantine Dresden das soziale Miteinander Dresden, 26. Januar 2023. Marc Zuckerberg möchte uns bekanntermaßen mal wieder zu einem zweiten Leben, einem „Second Life“, in seinem Metaversum voller virtuellen Welten verführen. Wahrscheinlicher aber erscheint es mehr und mehr, dass sich zuerst die augmentierte Realität (AR) durchsetzt. Dass für uns also Realität und computergenerierte Zusatzinformationen, Bilder oder Visualisierungen verschmelzen – dank omnipräsenter Smartphones und künftig vielleicht noch immersiverer Technik. Wie das aussehen und welchen Mehrwert dies auch für soziale Interaktionen haben kann, wollen Ingenieure, Philosophen und Künstler demnächst dort vorführen, wo einst die DDR-Computerbauer speisten: Vom 15. bis zum 18. Februar 2023 lädt nämlich die einstige „Robotron-Kantine“ gegenüber vom Dresdner Rathaus Besucher in „Hybrid Spaces und Augmented Realities“ ein.

Wer die Rechnerwolken betreibt, verwaltet wertvolle Datenschätze. Die Alasca-Allianz setzt sich daher für quelloffene Cloud-Lösungen und mehr digitale Souveränität für Europa ein. Visualisierung: Dall-E

Sachsen richtet Digitalstrategie neu aus

Freistaat soll führender Standort für KI, Neuro- und Quantencomputer sowie Robotik werden Dresden, 26. Januar 2023. Die digitale Umbau der Gesellschaft soll ökologisches Wirtschaften in Sachsen fördern, den Freistaat unabhängiger von Computertechnologien aus dem Ausland und widerstandsfähiger gegen Krisen machen. Das geht aus der sächsischen Digitalstrategie hervor, die der Freistaat nun aktualisiert und in einer dritten Auflage veröffentlicht hat. Die baut auf den vorherigen Strategiepapieren auf, setzt aber auch neue Akzente.

Die Importe Seltener Erden sind zwar über längere Zeit betrachtet rückläufig, doch Deutschland bleibt dabei hochgradig auf China angewiesen. Grafik: Destatis

Ohne China keine deutschen Hightech-Produkte

Bundesrepublik ist auch bei „Seltenen Erden“ hochgradig auf China-Importe angewiesen Wiesbaden, 25. Januar 2023. Wichtige Rohstoffe für Hochtechnologie-Produkte kann Deutschland nur aus dem Ausland beziehen – und ist dabei hochgradig abhängig von Importen aus China. So sind beispielsweise Scandium, Yttrium, Neodym und verwandte Metalle unerlässlich, um Laser, Lautsprecher, Speziallegierungen, Elektromotoren, Akkus und andere moderne Erzeugnisse herzustellen. Gerade diese „Seltenen Erden“ aber bezieht die Bundesrepublik zu zwei Dritteln aus China. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesstatistikamtes „Destatis“ in Wiesbaden hervor.

Selbstreinigung über Nacht: Links ein Titanoxid-Dünnglas, auf dem nachts Regentropfen des Staub des Tages wegwischen, rechts das Glas nach UV-Bestrahlung: Unter Sonnenlicht verteilt sich die Nässe so, dass sich keine störenden Regentropfen mehr bilden können. Fotos (2): Fraunhofer FEP

Aufkleb-Glas soll Stromausbeute von Solaranlagen steigern

Dünnstglas mit Wechselschicht reinigt sich nachts selbst und sorgt tagsüber für Durchblick Dresden, 2. Januar 2023. Damit Solaranlagen auf lange Sicht bei Wind und Wetter mehr Strom liefern, haben Fraunhofer-Ingenieure aus Dresden ein neues Schutz-Dünnglas zum Draufkleben entwickelt. Das soll dafür sorgen, dass sich die Sonnenenenergie-Sammler nachts durch Regentropfen und Tau selbst reinigen, die Tropfen dann aber tagsüber bei UV-Einwirkung so fein auf ihrer Oberfläche verteilen, dass die den Lichteinfall nicht mehr stören. Wie das funktioniert, wollen Forscher des „Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) aus Dresden im April auf der Baumesse „Bau 2023“ in München vorführen.

So unauffällig sich Gerald Galland (Luc Picard) auch immer gibt, so paradisvogelartig agiert sein Komplize (David La Haye). Szenenfoto (Plaion) aus: "Hitman Confessions"

„Hitman Confessions“: Porträt eines unscheinbaren Auftragsmörders

Filmisches Porträt von Quebecs schlimmsten Killer fürs Heimkino erschienen Wer in der DDR sozialisiert wurde, wird sich noch erinnern, wie Kriminelle oft in „Der Staatsanwaltschaft hat das Wort“ in ihrer Außenwirkung beschrieben wurden: „Sein Kollektiv sagte, er war stets pünktlich, freundlich und hilfsbereit…“ So ähnlich war es auch mit dem Kanadier Gerald Galland, der auf seine Nachbarn absolut unscheinbar, ja nett wirkte – und doch für 28 Auftragsmorde im Milieu der Biker-Gangs und Mafiosi in Quebec verantwortlich war. Luc Picard hat dieses düstere Kapital kanadischer Kriminalgeschichte nun in Personalunion als Regisseur und Hauptdarsteller verfilmt. Seine „Hitman Confessions“ erscheinen nun fürs deutsche Heimkino.

Qualitätsprüfung von GaAs-Leistungshalbleitern bei 3-5 Power Electronics Dresden. Foto: Kristin Schmidt für 35PE

35PE Dresden will mit Galliumarsenid einen Quantensprung in der Leistungselektronik auslösen

Dresden/Fort Lauderdale, 24. Januar 2023. Die Gallium-Arsenid-Halbleiter (GaAs) von „3-5 Power Electronics“ (35PE) könnten einen „Quantensprung in der Leistungselektronik“ auslösen. Das haben die 35PE-Gründer eingeschätzt und berufen sich dabei auf das Fachjournal „Semiconductor Review“ aus Fort Lauderdale in Florida.

Künstliche Intelligenzen aus Europa sollen mit deutschen und anderen europäischen Sprachmodellen arbeiten. Visualisierung durch die KI Dall-E

Studie: Für eigene Basis-KI fehlen Deutschland noch die Voraussetzungen

Geeignetes Rechenzentrum würde 350 Millionen Euro kosten Berlin/Dresden, 24. Januar 2023. Deutschland fehlen „elementare Voraussetzungen“, um vollständig eigene Künstliche Intelligenzen (KI) zu entwickeln. Das geht aus einer neuen Machbarkeitsstudie „Große KI-Modelle für Deutschland“ hervor, die der KI-Bundesverband aus Berlin heute vorgestellt hat. Demnach verfügt die Bundesrepublik weder über genügend Trainings-Daten und KI-Personal noch über ausreichend starke Supercomputer, um den dominanten KIs aus den USA und China ein selbst entwickeltes und quelloffenes großes KI-Modell nach europäischen Ethik-Standards zu formen.

Ein altes Foto auf einer Informationstafel bezeugt, dass der Dienst bei der Bahn einst reine Männersache war. Repro: Christian Ruf

Lob der Langsamkeit in der Schmalspurbahn

Die Zittau-Oybin-Jonsdorfer Bimmelbahn zuckelt noch immer  durch die ausgesprochen schöne Gegend im südöstlichsten Zipfel Sachsens. Oybin. Wehret den Anfängen sagte sich im April 1890 ein wackerer Gendarm namens Haubold, als er sah, was Vandalen in Oybin angerichtet hatten. Im Dorf wie auch auf den Wegen am entstehenden Bahnhof waren Steine abgelagert und Barrieren beschädigt worden. Haubold erstattete Anzeige, der Übeltäter war rasch ausgemacht. Es war ein Bauunternehmer namens Bomborn, der unter Androhung von 30 Mark Geldstrafe von Amts wegen die Anweisung erhielt, gefälligst die Ordnung binnen 24 Stunden wiederherzustellen, wie auf einer Tafel zu lesen ist, die am Bahnhof in Oybin steht. Sie ist Teil eines Lehrpfads über die Geschichte einer Schmalspurbahn, die bis heute immer noch zwischen Zittau und Oybin beziehungsweise Jonsdorf verkehrt.

Mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) verbinden vor allem Autohersteller und Automatisierungsindustrie große Hoffnungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Vodafone baut in Sachsen „5G+“-Funknetz auf

Aufgebohrter Mobilfunk ist besonders für Industrie, Telemedizin und Logistik interessant Dresden, 23. Januar 2023. Vodafone baut in Sachsen das Mobilfunknetz der 5. Generation auf dem neuesten Stand (5G+) auf und aus. Das haben der Telekommunikationskonzern und die sächsische Landesregierung vereinbart. Eine entsprechende Vereinbarung „über den beschleunigten Aufbau eines hochmodernen 5G-Mobilfunknetzes (5G+) in Sachsen“ haben heute Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und Vodafone-Manager Michael Jungwirth heute in Dresden geschlossen.

Silvesterbräuche: Neue Rituale zum Jahreswechsel

Der Jahreswechsel rückt wieder einmal näher und es ist höchste Zeit, die eigenen Traditionen vorzubereiten. Familie und Freunde kommen zusammen, um sich von einem tollen oder aber auch weniger guten Jahr zu verabschieden und gemeinsam voller Zuversicht ein neues zu begrüßen. Ob es ein besonderes Essen gibt, ein traditionelles Outfit getragen wird, ein persönlicher Jahresrückblick geschieht oder eine klassische Aktivität wie Bleigießen veranstaltet wird – gibt es allerlei Bräuche, die hinter verschlossenen Türen oder auch in aller Öffentlichkeit durchgeführt werden. Wir haben recherchiert und nach modernen sowie traditionellen Neujahrsritualen gesucht.

MINT-Anteil an allen Studienanfängern seit der Jahrtausendwende. Grafik: Destatis

6,5 % weniger Studenten in MINT-Fächern

Obwohl Bedarf hoch ist,  entscheiden sich weniger junge Menschen für Mathe, Informatik & Co. Wiesbaden, 23. Januar 2023. In Deutschland studieren weniger junge Menschen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik, also die sogenannten „MINT“-Fächer. „Im Studienjahr 2021 rund 307 000 Studierende im ersten Fachsemester ein MINT-Fach. Das waren 6,5 % weniger als im Vorjahr“, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mit. Der Rückgang bei den Studienanfängerinnen und Studienanfängern schlage sich auch in der Zahl aller Studierenden nieder: Die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern im Wintersemester 2021/22 sei erstmals seit 2007 gesunken.