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Bund verbietet Verkauf der Elmos-Chipfabrik an Chinesen

Elmos darf seine 200-mm-Chipfabrik in Dortmund nicht an die Chinesen verkaufen. Foto: Elmos

Elmos darf seine 200-mm-Chipfabrik in Dortmund nicht an die Chinesen verkaufen. Foto: Elmos

Wirtschaftsminister Habeck sieht öffentliche Ordnung und Sicherheit in Gefahr

Berlin/Dortmund, 9. November 2022. Das Bundeskabinett und speziell Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) haben heute chinesischen Investoren verboten, die Chipfabrik von Elmos in Dortmund zu kaufen. Habeck sieht die „öffentliche Ordnung und Sicherheit Deutschlands“ in Gefahr, wenn die Chinesen zum Zuge kämen. Das geht aus einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Regierung fürchtet Technologieabfluss nach Osten

„Wir müssen bei Firmenübernahmen dann genau hinschauen, wenn es um wichtige Infrastrukturen geht oder wenn die Gefahr besteht, dass Technologie an Erwerber aus Nicht- EU-Ländern abfließt“, erklärte der grüne Minister. „Gerade im Halbleiterbereich ist es uns wichtig, die technologische und wirtschaftliche Souveränität Deutschlands und auch Europas zu schützen.“

Konkret hatte Silex Microsystems AB die Chipfabrik von Elmos, die Mikroelektronik auf 200 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafern) fertigen kann, kaufen wollen. Das westdeutsche Unternehmen ist auf Schaltkreise, Sensoren und andere Bausteine für Autoelektronik spezialisiert. Elmos hatte Ende 2021 angekündigt, die Fabrik für 85 Millionen Euro an die schwedische Tochter eines chinesischen Konzerns veräußern zu wollen. Der Bund hatte zunächst Zustimmung signalisiert, dann aber eine Kehrtwende gemacht.

Autor: hw

Quellen: BMWK, Elmos

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt