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Mehr Raum für Krebsforschung in Dresden

 

So sieht der Neubau für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) nach der Aufstockung um ein drittes Obergeschoss aus. Foto: Frank Blümler für das NCT/UCC, einmalige Nutzung

So sieht der Neubau für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) nach der Aufstockung um ein drittes Obergeschoss aus. Foto: Frank Blümler für das NCT/UCC

Tumorzentrum NCT ausgebaut, neue Assistenzsysteme und Bildgebung für Krebs-OPs im Fokus

Dresden, 14. September 2022. Das „Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden“ (NCT) hat seine Forschungskapazitäten auf dem Uniklinik-Campus in Dresden ausgebaut: In einem neuen, dritten Obergeschoss können Informatiker, Mediziner, Ingenieure und andere Experten nun auf 980 Quadratmetern intelligente Assistenzsysteme für die Krebschirurgie sowie neue Bildgebungsverfahren entwickeln. Das geht aus einer NCT-Mitteilung hervor.

Stefanie Speidel ist Professorin für „Translationale Chirurgische Onkologie“ am "Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen" (NCT) Dresden. Die Informatikerin entwickelt intelligente Assistenzsystemefür die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT

Stefanie Speidel ist Professorin für „Translationale Chirurgische Onkologie“ am „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT) Dresden. Die Informatikerin entwickelt intelligente Assistenzsysteme für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT

Wie ein Navi für den Chirurgen

Die neuen Assistenz-Systeme „sollen Chirurginnen und Chirurgen während der Operation – ähnlich wie ein Navigationssystem im Auto – dabei unterstützen, auf bestem Weg zum Tumor zu gelangen oder dem OP-Team einfache Aufgaben abnehmen“, betonten die NCT-Vertreter. Weitere Teams werden sich der Bildgebung für die Krebschirurgie mit kurzwelligem Infrarotlicht und fluoreszierenden Farbstoffen widmen. Dafür ist auf der neuen Etage ein spezielles Laserlabor entstanden.

Schneller Transfer in die medizinische Praxis versprochen

„Ein wesentliches Ziel des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen ist es, Innovationen schnell zu den Patientinnen und Patienten zu bringen“, betonte Vorstand Prof. Michael Baumann vom „Deutschen Krebsforschungszentrum“ (DKFZ). „Das zeigt sich exemplarisch in der Konzeption des NCT/UCC-Neubaus: Methoden, die im dritten Obergeschoss entwickelt werden, können im Experimental-OP und in der Bildgebungsplattform im Erdgeschoss erprobt und nach erfolgreicher Testung in die Klinik übertragen werden.“

Ausbau durch Spenden sowie Geld von Bund und Land finanziert

Die neue Etage hat rund vier Millionen Euro gekostet. Davon haben der Bund und der Freistaat Sachsen über das DKFZ rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem haben der – inzwischen gestorbene Unternehmer Heinz-Jürgen Preiss-Daimler, die süddeutsche Firma „Storopack“ und weitere Spender Geld zugeschossen.

Der NCT-Neubau befindet sich auf dem Uniklinik-Campus und umfasst nun vier Etagen mit insgesamt über 3.000 Quadratmetern Nutzfläche. Entstanden sei hier eine einzigartige Plattform für die Krebsforschung mit Experimental-OP, modernen Bildgebungs- und Strahlentherapie-Einheiten sowie molekularen, zellbiologischen und Laser-Laboren, so das NCT. Für den Bau steuerte der Freistaat Sachsen 22 Millionen Euro bei, weitere gut drei Millionen Euro kamen aus dem Bundeshaushalt sowie aus privaten Spenden.

Das NCT ist eine gemeinsame Einrichtung des DKFZ, des Uniklinikums Dresden, der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

Quelle: NCT