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Energiespeicher im Fokus der Dresdner Hochspannungshalle

Statt neue Groß-Energiespeicher (hier ein Blick in die Leitzentrale des Pumpspeicherwerks Dresden-Niederwartha) zu bauen, wollen Forscher und Energieversorger aus Ostsachsen bereits existeierende dezentrale Speicheröfen in Haushalten vernetzen, um Lastspitzen abzufangen. Foto: Heiko Weckbrodt

Blick in die Leitzentrale des Pumpspeicherwerks Dresden-Niederwartha. Foto: Heiko Weckbrodt

IDTechEx: Lithium-Großakkus sind nur eine Zwischenlösung

Dresden, 8. September 2022. Seien es nun Pumpspeicherkraftwerke, Wasserstoff-Kavernen, Schwungräder, thermische Speicher, Superkondensatoren oder Groß-Akkus für Kraftwerke und Haushalte: Speicher gelten als Schlüsselbausteine für eine Energiewende weg von fossilen Brennstoffen. Welchen Beitrag können solche Speicher für eine CO2-freie Energieversorgung leisten? Wo sind technische und finanzielle Grenzen? Welche Innovationen erwarten uns noch? Diese und ähnliche Fragen wollen Forscher und Ingenieure am 29. September 2022 ab 18.30 Uhr in der Hochspannungshalle der TU Dresden diskutieren.

Die „Stiftung Energie & Klimaschutz“ hat für diesen Debattenabend „Speicher – von Potential zu realem Beitrag“ Dr. Constanze Adolf von der “Christ & Company Consulting GmbH”, Dr. Julia Badeda von der “ABO Wind AG” und Dr. Selma Lossau von der „Netze BW GmbH“ auf das Podium eingeladen. Anmeldungen sind über diese Netzadresse möglich.

Über eine Billion Dollar Speicher-Investitionen bis 2042 zu erwarten

Derzeit gelten große Lithium-Ionen-Akkus der Megwatt-Klasse als gängigste Lösung für den Ausgleich von Stromspitzen und -flauten, wie sie beispielsweise Wind- und Solarkraftwerke in die Netze bringen. „Da die Genehmigung und Installation neuer Pumpwasserkraftwerke angesichts zunehmender Umwelt- und anderer Bedenken zu lange dauert, kann man all jenen Leuten verzeihen, die da glauben, dass eine Flut riesiger Lithium-Ionen-Batterieinstallationen all diese Probleme löst“, heißt es dazu in einer Analyse des britischen Marktforschungs-Unternehmens „IDTechEx“. „Jüngste Bestellungen umfassten sogar Versionen im Gigawatt-Bereich.“

Die Analysten kommen in ihrem Bericht allerdings letztlich zu dem Schluss, „dass Lithium-Ionen-Batterien nur eine Notlösung für die stationäre Energiespeicherung sind, mit einem Zeitfenster von 10 bis 15 Jahren“. Bis dahin müssten effizientere Alternativen sowohl für die kurzfristige wie auch mittel- und langfristige Speicherung von Energie zu Einsatzreife geführt werden. Insgesamt gehen die IDTechEx-Marktforscher davon aus, dass zwischen 2022 und 2042 weltweit über eine Billion US-Dollar in stationäre Energiespeicher investiert werden.

Quelle: Institut für Elektrische Energieversorgung und Hochspannungstechnik der TU Dresden