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Thomas Richter wird neuer Chef bei Infineon Dresden

Thomas Richter. Bildrechte: Thomas Richter, via Infineon Technologies Presse

Thomas Richter. Bildrechte: Thomas Richter, via Infineon Technologies Presse

Ingenieur folgt Morgenstern nach

Dresden, 29. Juli 2022. Infineon Dresden bekommt eine neue Führung: Der Ingenieur Thomas Richter von Bosch Beutlingen wird am 1. Oktober 2022 neuer Geschäftsführer und leitet dann gemeinsam mit Raik Brettschneider die Halbleiterfabrik in der sächsischen Landeshauptstadt. Das geht aus einer Infineon-Mitteilung hervor. Richter folgt damit den studierten Chemiker Thomas Morgenstern nach, der zuvor bereits in die Konzernzentrale nach München gewechselt war, um von dort aus die Kernfertigung („Frontend“) in allen Infineon-Werken weltweit zu organisieren.

Karriere bei Infineon, Melexis und Bosch

Thomas Richter wurde 1974 in Chemnitz geboren und studierte Mikrotechnologie an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ). Laut eigenen Angaben ist er inzwischen seit 27 Jahren in der Mikroelektronik tätig: Er arbeitete ab 1995 zunächst bei Siemens, dann bei Infineon und Qimonda. 2009-11 war er Wartungschef beim Dünnschicht-Solarunternehmen „Masdar PV“. 2012 ging er zurück in die Mikroelektronik, arbeitete bei Melexis und ab 2015 dann bei Bosch. Derzeit ist er in der Bosch-Chipfabrik in Reutlingen für die Frontend-Waferfertigung zuständig.

Luftbild vom Standort: Links die Infineon-Werke, ganz rechts der Reinraum und das Bürohaus, in dem das CNT sitzt. Abb.: FHG

Luftbild vom Infineon-Standort Dresden: Links das 300-mm-Modul für Leistungshalbleiter in der Mitte die beiden 200-mm-Module und rechts weitere Reinräume sowie das Entwicklungszentrum. Abb.: FHG

Dresden gehört zu wichtigsten Infineon-Standorten

Mit dem Umzug nach Sachsen übernimmt Richter die Verantwortung für einen der größten Infineon-Standorte: Das Unternehmen beschäftigt in Dresden rund 3100 Menschen. Sie entwickeln und produzieren dort Leistungshalbleiter, Sensoren und Mikrocontroller für Automobile, Sicherheitstechnik, Chipkarten und weitere Industrie-Applikationen – insgesamt über 400 Produkte. Am Standort betreibt Infineon ein Fabrikmodul für Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern sowie zwei 200-mm-Module für Logikschaltkreise und Sensorik. Der Konzern will den Standort demnächst deutlich ausbauen, wartet aber noch auf Subventions-Zusagen aus den Programmen für „Wichtige Projekte von besonderem europäischen Interesse“ (Ipcei).

Personalkarussell dreht sich schon länger

In den vergangenen Jahren hatte Infineon die traditionelle Doppelspitze in Dresden bereits mehrfach ausgetauscht. Zuletzt schien es fast, als ob Infineon sein Führungspersonal bevorzugt bei Globalfoundries rekrutiert: Sowohl Morgenstern wie auch dessen Vorgänger Rutger Wijburg hatten jeweils zuvor das Globalfoundries-Werk Dresden geleitet, bevor sie Geschäftsführer von Infineon Dresden wurden – beide sind inzwischen aber in die Konzernzentrale gewechselt.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Infineon, Oiger-Archiv, North Data, Linkedin, semi.org