Monate: Mai 2022

Seit 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Foito (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Ifo: Hohe Inflation flaut bald ab

Im Einzelhandel bleibt’s aber vorerst teuer München, 27. Mai 2022. Das Ifo-Institut aus München rechnet damit, dass die Geldentwertung in der zweiten Jahreshälfte etwas abflaut. In einer Befragung im Mai sank erstmals seit Monaten der Anteil der Firmen, die ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollen. Er fiel auf 57,8 Punkte, von 61,8 im April.

Martin Reiber vom Institut für Technische Chemie sichtet Schlämme am Roten Graben. Foto: TU Bergakademie Freiberg

Freiberger gewinnen Eisen und Betonersatz aus Grubenschlamm

Chemiker wollen Bergbau-Reste verwerten statt sie zu deponieren Freiberg, 27. Mai 2022. Statt Grubenschlamm auf Deponien zu entsorgen, haben Chemiker aus Sachsen ein Membran-System entwickelt, um aus diesen Bergbau-Altlasten Eisen, Zink. Aluminium, natürlichen Zementersatz, klares Wasser und andere Wertstoffe zu gewinnen. Das hat die Bergakademie Freiberg mitgeteilt, die beim neuen Großforschungsprojekt „Recomine-Zauber“ die Federführung hat.

Das "Nemus"-Fahrrad der Dresdner Firma "LignoTube" ist zu großen Teilen aus Hlz gefertigt. Es soll Holperpisten besser wegstecken als Alu-Räder. Foto: Robert Gebler, LignoTube

Fahrrad erlebt eine Renaissance in Sachsen

Immer mehr Menschen radeln – zugleich gewinnt die Produktion hochwertiger Fahrräder im Freistaat wieder an Gewicht Dresden, 26. Mai 2022. In Sachsen erlebt das Fahrrad eine Wiedergeburt – sowohl durch die, die selbst radeln, wie auch jene, die Fahrräder herstellen und aufwerten. „Die Renaissance des Fahrrades ist ein Megatrend, der auch in Sachsen deutlich spürbar ist“, meint Regierungssprecher Ralph Schreiber. Die Branche nehme weiter Fahrt auf und könne dabei auf eine lange Fahrradtradition im Freistaat bauen. Mit einer eigenen Werbekampagne will die Staatsregierung nun auf das Fahrradland Sachsen aufmerksam machen – sowohl als Ausflugs- und Tourenort für Radler, wie auch als Standort für hochwertiger Fahrradproduktion.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Wasserstoffzentrum Chemnitz will 125 Millionen Euro

Lücke zum Bundeszuschuss sollen Freistaat, Industrie und das HIC selbst schließen Chemnitz, 25. Mai 2022. Forscher und Industrievertreter aus der sächsischen Wasserstoff-Branche haben für das geplante „Hydrogen and Mobility Innovation Center“ (HIC) in Chemnitz einen 70 Prozent höheren Finanzbedarf im Vergleich zu den bisherigen Förderzusagen angemeldet: „Das Chemnitzer Wasserstoff-Technologiezentrum benötigt für die Umsetzung seiner Schwerpunkte bis 2027 insgesamt 125 Millionen Euro – insbesondere für den Bau der einzigartigen Wasserstofflabore und für die umfangreichen Prüfstände“, teilte der sächsische Wasserstoff-Branchenverband „HZwo“ mit, der einer der Initiatoren für das HIC war.

Das Leichtbau-Elektroauto "InEco" vor eine Hochspannungs-Testpilz an der TU Dresden. Foto: TUD

Neues Leichtbauzentrum entsteht in Dresden

LEIV soll der Industrie eine umweltneutrale Produktion vormachen Dresden, 25. Mai 2022. Um den Transfer neuer Leichtbau-Innovationen aus der Forschung in die industrielle Praxis zu beschleunigen, öffnet die TU Dresden um Juni 2022 ein „Nationales Leichtbau-Validierungszentrum“ (LEIV). Die Wissenschaftler hatten dafür seit 2020 in den Universellen Werken Dresden die benötigten Basisinfrastrukturen aufgebaut.

Radler sollen die Sensorbox "Dashbike" an ihren Sattel montieren. Foto: Dashfactory

Radelnde Datensammler

Radler ermitteln mit Dashbike-Sensorboxen Problemstellen in der Stadt Leipzig/Dresden/Jena, 25. Mai 2022. Die radelnden jungen Macher der „Dashfactory“ aus jena und Leipzig wollen das Radfahren in Städten sicherer machen. Deshalb haben sie eine mobile Sensoranlage names „Dashbike“ entwickelt, die man oder frau ans Fahrrad montieren können, um damit Daten über Engstellen, Beinahe-Unfälle, schlechte Radwege und dergleichen zu sammeln. Diese Informationen sollen die jeweiligen Stadtverwaltungen dann nutzen, um die Problemstellen zu entschärfen. Dieses Konzept hat Dashfactory-Finanzerin Birthe Averdung am Dienstagabend während einer „Pitch Night“ im Dresdner Kraftwerk Mitte vorgestellt, um neue Investoren zu gewinnen. Dafür erntete sie viel Beifall aus dem Publikum.

Die Lausitzer Teiche bilden das in Mitteleuropa größte zusammenhängende Teichgebiet. Diesen Hotspot der Artenvielfalt möchte das Projekt "Teichlausitz" bewahren. Foto: Dirk Weis für Teichlausitz

Lausitzer Teiche drohen zu verlanden

Künstliche Teiche sind Garant für die Artenvielfalt – Forscher warnen vor dem Aus Dresden/Zittau, 24. Mai 2022. Die Natur sich selbst zu überlassen ist nicht unbedingt immer das Beste für den Artenschutz. Darauf hat das Forschungskonsortium „Teichlausitz“ hingewiesen. Denn die einst künstlich und aus wirtschaftlichen Interessen heraus angelegten vielen Fischteiche in der Lausitz haben sich längst zu einem „Eldorado“ für zahlreiche Tierarten entwickelt. Immer mehr Karpfenwirte werfen jedoch das Handtuch, weil ihnen rechtliche Vorgaben, Absatzprobleme, Klimawandel und „eine Zunahme fischfressender Arten“ schwer machen, noch kostendeckend weiterzuarbeiten. „Nicht bewirtschaftete Teiche aber verlanden“, warnen Forschende der TU Dresden und weiterer Projektpartner. „Mit ihnen verschwindet der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.“

Sinn-Spezialuhr aus U-Boot-Stahl. Foto: Sinn

Sinn-Spezialuhren siedelt sich in Dresden an

Niederlassung für Service und Montage wegen Nähe zu Glashütte und Fachkräfte-Reservoir in Sachsen gegründet Dresden/Frankfurt am Main/Glashütte, 24. Mai 2022. Der hessische Spezialuhren-Hersteller „Sinn“ richtet eine Dependance in Dresden ein. In der neuen Niederlassung an der Kleine Brüdergasse nahe der Frauenkirche kümmern sich zunächst vier Uhrmacher und Uhrmacherinnen um den Service und die Uhrenmontage. Diese Team soll noch wachsen, kündigte das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main nun an.

Seit 2018 sind Online-Sprechstunden in Deutschland erlaubt - und seitdem steigt auch - wenn auf noch kleinem Niveau - die Resonanz bei den Patienten. Grafik: Bitkom

Immer mehr holen sich Rat vom Arzt per Video-Sprechstunde

18 Prozent haben digitale Sprechstunde schon genutzt, Ausbau ist erwünscht Berlin, 23. Mai 2022. Immer mehr Menschen nutzen Video-Sprechstunden, um gesundheitliche Probleme mit ihrem Arzt zu besprechen: Waren es im Jahr 2019 erst fünf Prozent der Deutschen, ist der Anteil jener, die mindestens schon einmal Videopatient waren, inzwischen auf 18 Prozent gestiegen. Das hat der deutsche Digitalwirtschaftsverband „Bitkom“ aus Berlin durch eine „Bitkom Research“-Erhebung erfragt.

James Holden an Bord seiner "Rosinante" - Szenenfoto aus der Streaming-Verfilmung von Amazon. Foto: Amazon

„Leviathan fällt“: Menschheit hat keine Lust auf Schwarmintelligenz

Neue Abenteuer der „Rosinante“-Crew im 9. Buch des „Expanse“-Zyklus Das epische Sci-Fi-Abenteuer von James Holden und seiner „Rosinante“-Crew nähert sich offensichtlich dem Ende: Nachdem Amazon die Science-Fiction-Serie zu den Romanen von James Corey inzwischen abgesetzt hat erfahren wir nun aber lesend, wie es im Universum von „The“ weitergeht: im 9. Roman des Zyklus erleben wir, wie „Leviathan fällt“.

Dr. Till Zürner (links) und Felix Schindler richten in einem HZDR-Labor in Dresden eine Anlage ein, mit der sie die Strömungen von Flüssigmetallen im Erdkern nachstellen. Foto: A. Wirsig für das HZDR

Eiserne Wirbelstürme im Erdkern

Helmholtz-Forscher aus Dresden finden überraschend viele Turbulenzen in flüssigem Metall Dresden, 22. Mai 2022. Im Erdkern, der für das schützende Magnetfeld unseres Planeten sorgt, geht es weit turbulenter zu als bisher gedacht. Das haben Physiker am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf durch Flüssigmetallexperimente entdeckt. Demnach bilden sich dort viel mehr kleine Wirbel im fließenden Metall als bislang angenommen. Das selbe Problem dürfte wohl auch in großen Flüssigmetall-Akkus auftreten, die derzeit als große Stromspeicher mit sehr langer Lebensdauer entwickelt werden.

Das AMTC Dresden ist auf Chipmasken spezialisiert. Foto: AMTC

AMTC hat 800 Millionen in Dresden investiert

Neue Jobs im Maskenzentrum geplant Dresden, 21. Mai 2022. Angesichts der starken Mikroelektronik-Nachfrage weltweit stockt das Dresdner Chipmasken-Zentrum AMTC seine Belegschaft weiter auf. Außerdem entwickelt das Zentrum derzeit bessere Belichtungsvorlagen, mit denen sich Schaltkreise mit Strukturbreiten von nur noch wenigen Nanometern (Millionstel Millimetern = nm) herstellen lassen. Das hat das Unternehmen aus Anlass seines 20-jährigen Jubiläum mitgeteilt. „Das AMTC ist auf Wachstumskurs“, hieß es aus dem Chipmasken-Zentrum.

In Chemnitz sind bereits viele Wasserstoff-Forschungsprojekte konzentriert. Hier im Bild beispielsweise installiert Peter Schwotzer-Uhlig im Brennstoffzellenlabor der Professur für "Alternative Fahrzeugantriebe" (Alf) eine Versuchsanordnung. Sachsen bemüht sich bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun darum, in Chemnitz ein "Hydrogen and Mobility Innovation Center" (HIC) anzusiedeln. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Nun doch mehr Geld für Chemnitzer Wasserstoffzentrum

HIC bekommt nun 72,5 statt nur 60 Millionen Euro vom Bund Chemnitz, 20. Mai 2022. Das nationale Wasserstoff-Kompetenzzentrum in Chemnitz bekommt nun doch mehr Geld vom Bund: Statt 60 Millionen Euro soll das „Hydrogen and Mobility Innovation Center“ (HIC) in Sachsen nun 72,5 Millionen Euro erhalten, um wegweisende Wasserstofftechnologien zu entwickeln. Über einen entsprechenden 12,5-Millionen-Euro-Nachschlag des Haushaltsausschusses im Bundestag hat heute der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) informiert. „Das ist ein Riesenerfolg für den Wasserstoffstandort Sachsen“, betonte der Minister.

Dieses Modell der Frauenkirche Dresden haben die Heteromerger mit ihrem Multimaterial-3D-Druckverfahren erzeugt. Dazu sind Mikroskopaufnahmen gedruckter Details vergrößert eingeblendet. Abb.: Heteromerge Dresden

Heteromerge Dresden entwickelt Multimaterial-3D-Drucker

Zwei-Photonen-Polymerisator erzeugt Nanostrukturen für Smartphone-Linsen, Optoelektronik und Gewebezucht Dresden, 20. Mai 2022. Mikrolinsen und andere Bauteile für Smartphones, Optoelektronik und medizinische Gewebezüchter mehr lassen sich mit einem in Dresden entwickelten Verfahren nun auch mit 3D-Druckern fertigen. Durch diesen additive Fertigungsansatz lassen sich einerseits auch sehr komplexe Nano-Strukturen aus mehreren Materialien in einem Arbeitsgang erzeugen, sind anderseits aber auch Kleinserien und Unikate kein Problem. Ein fünfköpfiges Team um Dr. Robert Kirchner von der TU Dresden, der diese Technologie maßgeblich entwickelt hat, gründet auf dieser Basis nun – wie bereits bei Oiger.de angekündigt – ein eigenes Unternehmen „Heteromerge“. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor.