Monate: März 2022

Projektleiter Prof. Christoph Leyens vom Fraunhofer-IWS Dresden mit einer "Smart Box", also einem industriellen 3D-Drucker für Metall-Werkstücke. Foto: Heiko Weckbrodt

„Die Stimme der Technikwissenschaften verstärken“

Akademie der Technikwissenschaften hat Dresdner Werkstoffexperte Leyens ins Präsidium gewählt Dresden/München, 25. März 2022. Die Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) in München hat den Dresdner Uni-Professor Christoph Leyens in sein Präsidium gewählt. Das hat die TU Dresden mitgeteilt. Leyens selbst sieht es dort als eine Aufgabe „die Stimme der Technikwissenschaften verstärken zu können“. Als ihren Präsidenten kürte die Akademie den früheren Infineon-Chef Reinhard Ploss.

Eine "Damm- und Füll"-Dosierer erzeugt im Enas-Reinraum eine Hülle für ein elektronisches Bauteil. Neben solchen Dispens-Anlagen nach dem "Dam & Fill"-Prinzip hat Fraunhofer in Chemnitz eine Vielzahl moderner additiver Verfahren kombiniert. Foto: Fraunhofer-Institut Enas

Fraunhofer-Reinraumlabor für Chip-Endmontage

Forscher kombinieren in Chemnitz diverse additive Verfahren für das Elektronik-„Backend“ Chemnitz, 24. März 2022. Damit deutsche Hightech-Entwickler ihre Elektronik-Prototypen ohne Umweg in die großen Backend-Fabriken in Asien künftig selbst endmontieren können, hat Fraunhofer in Chemnitz ein neues Reinraum-Labor für additive Schaltkreis-Montage eingerichtet. Das geht aus einer Mitteilung des Fraunhofer-Instituts für Elektronische Nanosysteme (Enas) hervor. Die Ingenieure kombinieren dort verschiedene 3D-Drucktechnologien, mit denen sich sowohl die Elektronik selbst wie auch Leiterbahnen, Gehäuse sowie andere Aufbau- und Verbindungstechnik additiv herstellen lassen.

Alkali-Elektrolyseure gibt es schon seit Jahrzehnten - sie gelten als bewährte Technik. PEM- und Hochtemperatur-Elektrolyseure erreichen inzwischen aber eine deutlich bessere Ausbeute bei der Spaltung von Wasser. Foto: MPREIS via Sunfire

Sunfire Dresden nimmt weitere 86 Millionen Euro auf

Dänen wollen Elektrolyseure für 640 Megawatt Dresden/Kopenhagen, 24. März 2022. „Sunfire“ aus Dresden hat weitere 86 Millionen Euro von den Kapitalgebern „Copenhagen Infrastructure Partners“ (CIP), „Blue Earth Capital“ und „Carbon Direct Capital Management“ bekommen, um seine Elektrolyseur-Produktion auszubauen. Das geht aus einer Mitteilung des sächsischen Wasserstofftechnologie-Unternehmens hervor. Neben der Kapitalspritze hat CIP avisiert, von Sunfire Alkali-Elektrolyseure zu kaufen – für eine Gesamtleistung bis zu 640 Megawatt.

Professor Lorenz Hofbauer und Professorin Martina Rauner. Fotos: Andy Göbel für das UKD

Mediziner wollen Knochenbruch-Risiko von Diabetikern senken

Uniklinik leitet Projekt „Fidelio“, das die Zusammenhänge zwischen Zuckerkrankheit und Knochengesundheit untersucht Dresden, 23. Februar 2022. Damit die Knochen von Zuckerkranken künftig nicht mehr so leicht brechen, könnten womöglich Medikamente helfen, die eigentlich für die Altersmedizin entwickelt werden. „Tatsächlich hat man im Rahmen einer neuen Studie festgestellt, dass besonders Diabetes mellitus Typ 2 als ein Modell des beschleunigten Alterns bezeichnet werden kann“, schätzt Professorin Martina Rauner, die das Forschungslabor im Dresdner Universitätszentrum für Gesundes Altern (UCGA) leitet. „Dieses Konzept ist die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Medikamente, den sogenannten „Senolytika“, die speziell auf die Eliminierung alternder Zellen abzielen.“

Prof. Timo Wollmershäuser. Foto: Ifo

Ifo senkt Wachstumsprognose für deutsche Wirtschaft

Höchstens 3,1 % Zuwachs erwartet München, 23. März 2022. Angesichts des russisches Krieges gegen die Ukraine und stark gestiegener Energiepreise hat das Ifo-Institut in München seine Konjunkturprognose für Deutschland erneut herunterkorrigiert. Demnach wird die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 wohl nur noch um 2,2 bis 3,1 Prozent wachsen. Noch Ende 2021 war das Ifo von 3,7 Prozent ausgegangen.

Das große Rennen der kleinen Nanoflitzer. Grafik: Tim Kühne

Dresden schickt Kamilleöl-Auto in Nanorennen

Dresden/Toulouse, 22. März 2022. Die Dresdner Forschergemeinde schickt am 24. März 2022 einen eigenen Rennboliden in das Autorennen „NanoCar Race“ ins französische Toulouse: Ein Kamille-Ölmolekül wird die sächsische Rennfahrt vertreten. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden und des Dresdner Exzellenzzentrum für fortgeschrittene Elektronik hervor.

Kenneth Markert stellt während der virtuellen Konferenz "Fabrik der Zukunft" an der HTW Dresden die neue Verpackungstechnik vor. Bildschirmfoto: hw

Online-Händler will weniger Luft durch die Gegend chauffieren

Neue Anlagen schneiden passgenaue Kartons zurecht – sächsischer „Onlinediscount24“ senkt Verpackungsvolumen um 40 % Dresden/Dippoldiswalde, 22. März 2022. Damit der schnell wachsende Online-Handel künftig nicht mehr so viel „leere Luft“ durch die Gegend transportiert und weniger Pappe verbraucht, setzt der sächsische Garten- und Haushaltswarenhändler „Onlinediscount24“ (Ondis24) aus Dippoldiswalde auf adaptive Verpackungsmaschinen. Die schneiden aus einer Rolle mit Endlos-Wellpappe für jedes bestellte Produkt das Versandpaket passgenau zu. Riesenpakete für Minibestellungen sollen damit der Vergangenheit angehören. Das Unternehmen will diese Technik in seinem neuen Logistikzentrum einsetzen und damit auch zeigen, wie „Logistik 4.0“-Lösungen einerseits Kosten sparen und andererseits die Umwelt ein Stück weit entlasten können.

AiF-Präsident Sebastian Bauer. Foto: AiF

Kürzung der industrienahen Forschung kritisiert

AiF: Ampel will Fördertöpfe von IGF und ZIM um fünf bis zehn Prozent zusammenstreichen Berlin/Köln, 21. März 2022. Gegen die von der Bundes-Ampel geplante Kürzung der industrienahen Forschungsförderung hat sich die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) „Otto von Guericke“ aus Köln ausgesprochen. „In einer Zeit, in der forschungsaffine kleine und mittlere Unternehmen durch die Folgen der Corona-Krise, die aktuelle geopolitische Lage und die laufenden Transformationsprozesse sogar in ihrer Existenz bedroht sind, ist eine Kürzung der Budgets für die weltweit einzigartige Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wirklich fatal“, warnte AiF-Präsident Prof. Sebastian Bauer.

Am stärksten wirkte der Bevölkerungsschwund in Sachsen-Anhalt. In einer Art Reallabor wird man in den nächsten Jahren wohl beobachten können, ob die Intel-Ansiedlung in Magdeburg für demografische Effekte sorgt. Grafik: IfW Kiel

IfW Kiel: Ostdeutschland holt Westen vor 2080 nicht ein

Ökonom: Überalterung bremst Wirtschaft im Osten immer mehr aus Kiel, 21. März 2022. Wenn die ostdeutsche Wirtschaft weiter so langsam wächst wie in jüngster Zeit, wird es noch 40 Jahre dauern, bis sich die ostdeutschen Einkommen ans Westniveau angeglichen haben. Sogar 60 Jahre wird es demnach dauern, bis die westdeutsche Arbeitsproduktivität erreicht hat. Das hat das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) für den Thüringer Landtag errechnet. Ähnlich hatte sich in der Vergangenheit auch schon das Ifo-Institut in Dresden geäußert, bis hin zur Prognose, der Osten werde den Westen nie einholen.

IBM-Quantencomputer. Foto: Graham Carlow für IBM

Belauschen Quanten-Spione bald die 5G-Netze?

Dresdner Exzellenzpreise für Forschungen an Mobilfunklücken, Supraleiter und organische Elektronik verliehen Dresden, 20. März 2022. Eigentlich sollten Mobilfunknetze der 5. Generation (5G) besonders angriffssicher werden, das hatten die Entwickler ursprünglich versprochen. Doch als 5G fertig zertifiziert und scharfgeschaltet war, zeigten sich eben doch allerlei Sicherheitslücken – keine gravierenden zwar, aber doch nutzbar für Angreifer mit viel Ressourcen wie etwa Geheimdienste: Einerseits könnten sie mit gezielten elektromagnetischen Schüssen, also EM-Pulsen, beispielsweise die 5G-basierten Campusnetze in hochvernetzten Industriefabriken lahmlegen. Ungeklärt bis zum heutigen Tage, ob chinesische Anbieter wie Huawei geheimdienstliche Hintertüren (Backdoors) in ihre 5G-Netzausrüstungen eingebaut haben. Und nicht zuletzt entwickelt sich derzeit die Quantencomputer-Entschlüsselungstechnik mit hohem Tempo – und diese neuartigen Super-Codeknacker könnten womöglich bald manche als abhörsicher geltende Verbindung doch belauschen.

Cobotics-fähige Roboter im Ceti-Labor an der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Robotermuskeln, Mode und 6G-Forschung für Sachsen

Wirtschaftsförderer haben 20 Ansiedlungen und Übernahmen betreut Dresden, 19. März 2022. Insgesamt 20 Ansiedlungen, Firmen-Erweiterungen und -Übernahmen hat die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) im Jahr 2021 begleitet und damit geholfen, 2149 Arbeitsplätze im Freistaat neu zu schaffen oder zu retten. Das hat WFS-Chef Thomas Horn mitgeteilt. In Summe entspreche dies einem Investitionsvolumen von 343,8 Millionen Euro, was etwa einem Rückgang um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz des Rückgangs ist Thomas Horn überzeugt: „Im internationalen Wettbewerb hat sich gezeigt, dass unser Standort mit seinem Gesamtpaket überzeugen kann.“ Gemeint ist damit vor allem die sächsische Ökosphäre aus Auto-, Chip- und Maschinenherstellern samt Zulieferern und der starken Forschungslandschaft.

Das Elektroauto ID5 in der Montage im Fahrzeugwerk Zwickau. Foto: VW Sachsen

Sachsens Wirtschaft erzielt Exportrekord

Nun aber dämpft der Krieg in der Ukraine die Corona-Erholung Dresden, 18. März 2022. Trotz Corona, Lieferkettenstörungen und anderen Krisen hat die sächsische Wirtschaft im Jahr 2021 einen neuen Exportrekord aufgestellt. Das geht aus Mitteilungen der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) und des Wirtschaftsministeriums hervor. Demnach legten die sächsischen Ausfuhren um 21 Prozent auf 44,8 Milliarden Euro zu. Damit lagen die Exporte sogar noch neun Prozent über dem bisherigen Allzeithoch im Jahr 2017. „Das war auch für uns eine Überraschung“, räumte WFS-Chef Thomas Horn ein.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Zweitplatzierte Sachsen bemühen sich nun um TSMC-Chipfabrik

Nach Niederlage im Intel-Wettbewerb sucht der Freistaat nach alternativen Investoren Dresden, 18. März 2022. Nach dem verlorenen Wettbewerb um die Intel-Großansiedlung in Europa bewirbt sich Sachsen nun weiter um den „Trostpreis“: eine Chipfabrik des weltweit größten Halbleiter-Auftragsfertigers TSMC aus Taiwan. Das hat Thomas Horn, der Chef der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS), indirekt bestätigt. Auf die Frage, ob sich der Freistaat um TSMC bewerbe, sagte er: „Wir bemühen uns um weitere Ansiedlungen in der Mikroelektronik.“

Vorserien-Studie des ID4-SUV. Abb.: VW

VW-Tochter kauft Dresdner Volkswagen-Händler

Autoholding Dresden besteht aus 6 Handelsbetrieben Dresden, 17. März 2022. Die Volkswagen Group Retail Deutschland (VGRD) will die Auto-Holding Dresden kaufen. Das hat VW heute angekündigt. Bei der Auto-Holding Dresden handelt es sich um einen Zusammenschluss von sechs Dresdner Händlerbetrieben für Autos und Nutzfahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Skoda, Seat und einem Ersatzteilhändler.

In der neuen Chipfabrik in Dresden hat Bosch von Anfang an auf AR-Datenbrillen, KI und andere "Industrie 4.0"-Konzepte gesetzt. Foto: Bosch

Chipwerker von heute ist ein Multitech-Universalist

Wenige Alleskönner fahren die Schichten in hochautomatisierten Halbleiterfabriken – das verändert Berufsbilder Dresden, 17. März 2022. In den europäischen Halbleiterwerken wandeln sich die Berufsbilder. Das hat sich während der heutigen virtuellen Fachtagung „Fabrik der Zukunft“ in Dresden herauskristallisiert. Demnach sorgt die Hyperautomatisierung in der Mikroelektronik dafür, dass zunehmend hochqualifizierte digitale Universalisten gefragt sind.